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Zulu
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Zur Nguni-Untergruppe des Südzweiges gehörende Bantusprache, die von etwa 11 Mio. Menschen (1998) gesprochen wird. Zu etwa 95% wird sie in der Republik Südafrika, vor allem im Zululand und im nördlichen Natal gesprochen, was mehr als 22% der Bevölkerung ausmacht, die sie als Muttersprache verwenden. Seit dem Ende der Apartheid in diesem Land bildet sie hier eine der elf offiziellen Sprachen. Ebenso leben etwa 248.000 Angehörige (1993) in und um den Ort Caledonspoort Border Post im Butha-Buthe-Distrikt in Lesotho, weiterhin etwa 76.000 Menschen (1993) in Swaziland, etwa 37.480 in Malawi (1966), hier auch unter dem Namen „Ngoni (Kingoni)” und ca. 1.800 in Moçambique (1980).
Ein geringer Teil Angehöriger der Zulu lebt auch in Botswana. Zum Zulu gehören die Dialekte: Lala und Qwabe. Zulu ist eng verwandt mit den Sprachen Swasi und Xhosa. Die Schriftform der Sprache wird vom Zulu Language Board von KwaZulu-Natal festgelegt. Die Zulu-Sprache ist eine agglutinierende Sprache mit Nominalklassensystem wie auch die anderen Sprachen der Bantugruppe und wird in die Untergruppe des Nguni- Zweiges eingeordnet. Eng verwandt ist sie mit Xhosa, Siswati und Ndebele. Zur Geschichte der Sprache ist nur wenig bekannt; es gibt Anzeichen, dass das Zulu als Sprache bereits seit dem 16. Jh. besteht. Im Zulu wird in der Regel die vorletzte Silbe verlängert und betont.
Ausnahmen sind die Kurzform des Perfekts (Betonung der letzten Silbe) und das Präteritum (Betonung der ersten Silbe). Das Substantivpräfix „isi-” wird zu „is-” verkürzt, wenn der Wortstamm mehrsilbig ist. Die Bedeutung mancher Wörter ist vom Ton abhängig, also von der Wahl der Tonhöhen der einzelnen Silben. Zum Beispiel bedeutet „sisonke” entweder „zusammen” oder „wir sind zusammen”, je nachdem, ob die erste Silbe hoch oder tief gesprochen wird Die Zulu (Eigenbezeichnung: „Amazulu”) sind ein zu den Nguni zählendes Volk, das neben den Xhosa die größte Sprachgruppe im heutigen Südafrika bildet. Sie sind überwiegend in der südafrikanischen Provinz Natal (KwaZulu-Natal) ansässig. Im späten 17. Jh. wanderten bantustämmige Nguni – Völker, die ursprünglich aus dem Gebiet des heutigen Kongo stammen –, nach Natal ein und verdrängten die dort lebenden indigenen San ( Buschmänner ).
Sie lebten dort zunächst in lockeren Stammesverbänden unter der eher nominellen Herrschaft eines Oberhäuptlings. Wachsende Bevölkerung, intensivierte Landwirtschaft und Konkurrenz im Handel mit den Europäern führten Anfang des 18. Jh. zu zunehmender Zentralisierung und Expansion der Stammesverbände. Besonders erfolgreich waren hierbei zwei Verbände: Die Ndwandwe nördlich des Umfolozi-Flusses und die Mthethwa südlich davon. Die Zulu waren zunächst ein Unterstamm der Mthethwa. Ihren Namen „Amazulu = Söhne der Sonne” hatten sie ca. 100 Jahre zuvor von ihrem damaligen Häuptling ZULU KANTOMBHELA erhalten. Um 1781 umfassten die Zulu ca. 1.500 Mitglieder. Zu Beginn des 19. Jh. waren die Zulu noch ein kleiner, unbedeutender Klan, der sich aber mit den Mthethawa, Ndwandwe und Qwabe verband und in der Folgezeit viele Stämme unterwarf.
Der Aufstieg unter DINGISWAYO, aber besonders unter CHAKA (bis 1828), dem „Schwarzen Napoleon”, wie er genannt wurde, und DINGANE (1828 bis1840) verlief parallel zu ähnlichen, wenn auch zumeist weniger erfolgreichen Zentralisierungsprozessen unter anderen schwarzafrikanischen Fürstentümern der Region, wie z.B. bei den Swasi. Die Ursache dieser politischen Zentralisierung und Expansion sind in klimatisch- ökologischen Veränderungen, handelspolitischen Faktoren, insbesondere aber im Vordringen der weißen Siedler sowie im damit verbundenen Sklavenhandel im Inneren des südlichen Afrika zu suchen. Die häufig der Zulu-Expansion zugeschriebenen Verwüstungen und Zerstörungen waren weniger die Folge der Zulu-Kriege als vielmehr Konsequenz der sich ausbreitenden kapitalistischen Wirtschaftsform der Siedler, die im „Großen Treck der Buren” ihren ersten Höhepunkt fand.
Zu einer enormen Expansion der Zulu kam es ab 1816 unter ihrem König Chaka. Nachdem 1817 die Ndwandwe die Mthethwa besiegt hatten (die Zulu nahmen an diesen Kämpfen nicht teil), entstand ein Machtvakuum, dass die Zulu ausfüllten. Zugute kam ihnen dabei die neuartige Kriegstaktik CHAKAS, besiegte Stämme gleichberechtigt in seinen Stamm zu integrieren, was zu einem rapiden Wachstum der Zulu führte. Bereits 1819 konnten die Zulu so die Ndwandwe besiegen und expandierten weiter in südlicher Richtung, bis sie 1824 an die Grenze der Kapkolonie stießen. Um 1824 umfasste das Zululand ca. 250.000 Einwohner und ca. 20.000 km² und seine Armee war von ursprünglich 3.000 auf 20.000 Krieger angewachsen.
CHAKA organisierte das Militärwesen der Zulu von Grund auf neu. Ab dem Alter von 14 Jahren mussten männliche Zulu in sogenannten Wehrdörfern (amakhanda) einen zwei- bis dreijährigen Militärdienst ableisten. Danach folgte ein achtmonatiger Dienst in einem Jahrgangs-Regiment (amabutho), bevor sie wieder in ihre Unterstämme entlassen wurden. Die Amabutho wurden im Kriegsfall mobilisiert. Zudem durfte kein Zulukrieger ohne die Erlaubnis CHAKAS heiraten. Diese wurde normalerweise erst erteilt, wenn der Krieger bereits älter als 30 Jahre war. Dies diente dazu, die Krieger möglichst lang unter der Kontrolle ihrer Häuptlinge und somit unter der Kontrolle ihres Königs zu halten. Weiterhin stellte er die bisherige Kampfesweise der Zulu – den Kampf aus der Entfernung mit geschleuderten Speeren – auf Nahkampf mit einem Stichspeer um.
Außerdem etablierte er eine neue Taktik, die „Büffelhorn” (i’mpondo zankhomo) genannt wurde, wobei die Truppen dazu in drei Gruppen geteilt wurden. Die sogenannten „Hörner” (Izimpondo), die den Gegner umzingelten und in der Flanke angriffen. Sie wurden normalerweise von jüngeren und unerfahreneren Kriegern gebildet; der „Brustkorb” (Isifuba) bildete die kampfstärkste Einheit und griff den Feind frontal an und die „Lenden” bildeten die Reserve und wurden zur Verfolgung des besiegten Gegners eingesetzt. Sie bestanden meist aus älteren Veteranen. Die Klane der Zulu, welche die Grundlage der politischen Organisation darstellten, setzten sich aus einer Mehrzahl von patrilinearen Großhaushalten zusammen, die sich ihrerseits zu Lineages (Klanzweigen) unter einem Ältesten der Lineage zusammenfügten.
Die politischen Stellungen der Führung lagen in den Händen der Klanoberhäupter. Dem König standen ein Familienrat, ein Rat höherer Sachberater und ein Vertreterrat der Klane bei. Der Zulu-Führer CHAKA baute seine tiefgreifenden gesellschaftlichen Umgestaltungen auf Organisationsprinzipien der alten Sozialordnung auf, funktionierte sie jedoch um. Das wirksamste Organisations-prinzip des Zulu-Staates lieferten hier die Altersklassen, aus Männern gebildet, die innerhalb einer festgesetzten Anzahl von Jahren geboren waren. So gebrauchten die Zulu-Könige die „alten”, auf der Institution der Initiation der Jungmannschaft beruhenden Altersgruppen als Militäreinheiten (impi), die dem direkten Befehl des Königs unterstanden sowie auch als Produktionseinheiten.
Sie wurden gewöhnlich fern ihrer Heimat in Garnisonen eingesetzt. Das Heer wurde in den Händen der Zulu-Könige zu einem zentralen Herrschafts- und Terrorinstrument. Durch Festsetzung eines Heiratsmindestalters für die Krieger, das zwischen 30 und 40 Jahren lag, kontrollierte CHAKA die produktive und demographische Entwicklung des Zulu-Reiches. Das Recht zu heiraten wurde einem Regiment nur in seiner Gesamtheit gewährt. Nach CHAKAS Ermordung 1828 wurde sein Halbbruder DINGANE König. Er lockerte zunächst die äußerst rigide Heirats- und Militärbestimmungen. In der Regentschaft DINGANES kam es zunehmend zu Konflikten mit den Buren, die im Zuge des Großen Trecks Zululand erreichten.
1838 wurden der Voor trekker PIETRETIEF und siebzig weitere unbewaffnete Buren, die zu Gesprächen in DINGANES Kraal gekommen waren, ermordet. Anschließend überfielen die Zulu einen Wagenzug der Voortrekker bei Bloukranz. In der „Schlacht am Blood River” schlug der Burenführer ANDRIES PRETORIUS daraufhin die Zulu am 16. Dezember 1838, ihre Hauptstadt Umgungundlovu wurde vier Tage später zerstört. 1840 wurde DINGANE von seinem Bruder M PANDE unter Mithilfe der Buren gestürzt. Unter seiner Regentschaft kam es zu kleineren Gebietsverlusten an die Burenstaaten Südafrikanische Republik und Oranje Freistaat sowie einer Lockerung des Zentralismus.
Als Machtfaktor konnte sich Zululand dennoch behaupten. Nach dem Sieg über DINGANE gründeten 1839 die Voortrekkers unter PRETORIUS südlich des Tukela und westlich der britischen Siedlung Port Natal (heute: Durban) die kurzlebige Republik Natalia. Währenddessen unterhielten MPANDE und PRETORIUS friedliche Beziehungen. 1842 kam es zum Krieg zwischen den Buren und den Briten, der mit einem britischen Sieg und der Annexion Natalias endete. Daraufhin wandte sich Mpande verstärkt den Briten zu. 1843 ordnete MPANDE Strafaktionen gegen Dissidenten innerhalb der Zulu an. In der Folge kam es zur Flucht von tausenden abtrünnigen Zulu in die Gebiete in der Nachbarschaft, u.a. auch ins britisch kontrollierte Natal.
Viele dieser Flüchtlinge nahmen ihr Vieh mit. Um dieses Vieh zurückzubekommen unternahm MPANDE Überfälle auf die benachbarten Gebiete. Dies gipfelte 1852 in der Invasion Swasilands, woraufhin MPANDE von den Briten zum Rückzug gezwungen wurde. In dieser Zeit brach der Kampf um die Nachfolge MPANDES zwischen seinen Söhnen CETSHWAYO und MBUYAZI aus. Er endete mit einer Schlacht, in der MBUYAZI getötet wurde. CETSHWAYO begann nun, nach und nach die Regierungsgewalt von seinem Vater zu übernehmen. Als Mpande 1872 mit 74 Jahren starb, wurde CETSHWAYO offiziell König der Zulu.
Nach den britischen Annexionen des Natal 1843 und der Südafrikanischen Republik 1877 stellte Zululand – nunmehr fast völlig von britisch beherrschtem Ter ritorium umschlossen – für die Briten in zunehmendem Maße ein Hindernis bei der Konsolidierung ihrer südafrikanischen Besitzungen dar. 1879 drangen britische Truppen von Natal aus in Zululand ein. Nach anfänglichen Erfolgen – Niederlage der Briten in der Schlacht bei Isandhlwana am 22. Januar 1879 – unterlagen die Zulu in der Schlacht bei Ulundi am 4. Juli 1879 den waffentechnisch weit überlegenen Briten. Im Jahre 1879 wurde das Zulu-Königreich von den Briten militärisch vernichtend geschlagen.
Große Teile der angestammten Siedlungsgebiete der Zulu wurden in den darauffogenden Jahrzehnten konfisziert, der britischen Kolonialverwaltung Natal eingegliedert und mit europäischen Bauern besiedelt. Zululand wurde nach dem Zulukrieg in 13 separate Königtümer aufgeteilt, deren Regenten einen englischen „Berater” an die Seite gestellt bekamen. Das Militärsystem des Zulustaates wurde abgeschafft. König CETSHWAYO besuchte 1882 England und wurde von Königin VICTORIA mit Sympathie empfangen. Nach seiner Rückkehr kam es zu Konflikten zwischen der Königsfamilie und den neu eingesetzten Häuptlingen. Nach C ETSHWAYOS Tod 1884 rief sein Sohn DINIZULU die Südafrikanische Republik unter LOUIS BOTHA gegen die Rebellen zu Hilfe.
Als Dank erhielt diese nach dem Sieg 10.400 km² Land, mehr als ein Drittel des gesamten Zuluterritoriums. 1887 wurde das formal noch immer unabhängige Zululand britisches Protektorat und 1897 vom Natal annektiert. 1890 wurde DINIZULU wegen seiner Teilnahmen an einem Aufstand gegen die Briten im Jahr 1887 nach St. Helena verbannt, konnte aber 1896 in seine Heimat zurückkehren. Im April 1906 kam es unter BAMBATHA KAMANCZINZA, Häuptling des Zondi-Klans, zur letzten Erhebung von Teilen der Zulu gegen die Briten. Die 1.500 Mann starken Rebellen erlitten im Juli 1906 in der Mhome-Schlucht eine vernichtende Niederlage gegen eingeborene Polizeieinheiten und britische Kolonialtruppen aus dem Natal.
BAMBATHA und etwa 600 Mann fielen, etwa 5.000 mit dem Aufstand sympathisierende Zulu wurden zu Haftstrafen oder Deportation verurteilt. Auch DINIZULU wurde der Beteiligung an dem Aufstand angeklagt. 1909 wurde er zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt. Nachdem LOUIS BOTHA 1910 der Premierminister der Südafrikanischen Union geworden war, arrangierte er, dass sein alter Verbündeter im Exil auf einer Farm im Transvaal leben konnte. DINIZULU starb dort im Jahre 1913. Zulu-Land (kwazulu) verfügt über keine Industrien und die Landwirtschaft kann den Eigenbedarf der Bevölkerung an alltäglichen Lebensmitteln bei weitem nicht decken.
Das Wanderarbeitssystem, das so charakteristisch für Südafrika ist, ist im Zulu-Land besonders stark ausgeprägt. Durch die Missionierung wurde eine neue Sozialethik geschaffen. Wirtschaft und das Christentum verringerten die Bedeutung der Polygynie und vermehrten den Drang zur schulischen und technischen Ausbildung. Die politisch entscheidende Kraft im Zulu-Land bildet die „Inkatha-Bewegung”. In dem vor wenigen Jahren noch eskalierenden Konflikt zwischen der Inkatha und dem vor allem von den Xhosa getragenen ANC vermischen sich ethnische Feindseligkeiten, die von der jahrelangen Apartheid- Regierung in Südafrika gezielt gefördert wurden.
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