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Xhosa
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Eine zur Nguni-Untergruppe des Südzweiges gehörende Bantusprache, die von etwa 7,9 Mio. Menschen (2002) in der Republik Südafrika gesprochen wird und damit die zweithäufigste Muttersprache in Südafrika ist. Die Sprache stellt den südwestlichsten Teil der Familie der Nguni- Sprachen und ist vor allem im Südwesten der Kap- Provinz und in der Transkei verbreitet. Hier bildet sie unter der Bezeichnung „IsiXhosa” eine der elf Amtssprachen in der Republik Südafrika. Die meisten Muttersprachler leben in der Ostkapprovinz, es gibt in zunehmendem Maße aber auch Sprecher am Westkap, darunter auch in Kapstadt.
Etwa 18.000 Menschen (1993) sprechen sie in Lesotho, im Sebapala Valley, in Tele Valley sowie in Sinxondo, nahe Tosing. Ebenso wird sie von einer kleinen Anzahl Angehöriger in Botswana gesprochen. Zum Xhosa gehören die Dialekte: Gealeka, Ndlambe, Gaika (Ncqika), Thembu, Bomvana, Mpondo, Xesibe und Mpondomse (Mpondomisi). Sie gilt in Südafrika als Bildungssprache und wird im Radio sowie in Zeitungen verwendet. Rund 15% des Vokabulars stammt aus dem Khoekhoe (Khoisan). „Cauzuh” ist ein veralteter Name und „Kaffir”, „Caffre” oder „Cafre”, sind einige abwertende Bezeichnungen.
Ein Großteil der Bevölkerung versteht die Sprachen Zulu, Swasi und Süd-Sotho. Charakteristisch sind besonders die Schnalzlaute, sogar der Name Xhosa beginnt mit einem Schnalzlaut. Xhosa ist eine sehr formenreiche Tonsprache und besitzt zahlreiche Konsonanten, von denen 21 aus Khoisan-Sprachen stammen. Sie hat eine einfache Struktur der Vokale, ist aber reich an ungewöhnlichen Konsonanten. Eine besondere Schwierigkeit besitzt sie in auffallenden Schnalzlauten, welche den Nguni-Sprachen eigen sind. Dadurch unterscheiden sie sich von den anderen Bantu-Sprachen.
Zusätzlich zu den mit Hilfe des Lungenstroms geformten Konsonanten verfügt es über drei Arten von Schnalzlauten. Man gibt die Schnalzlaute meist wider mit: c - ein mit der Zunge an den Vorderzähnen saugendes Geräusch, der entstehende Laut ist vergleichbar dem „ts ts ts”, das etwa zum Tadeln verwendet wird; x - ist ein lateraler Schnalzlaut, wie er etwa zum Rufen von Pferden verwendet wird, wobei man mit der Zunge am Gaumen oder an den Backenzähnen schnalzen und dabei etwas Speichel durch die Zähne ziehen muss; q - ist ein postalveolarer Schnalzlaut und wird mit dem Körper der Zunge gegen den Gaumen erzeugt, wobei mit der Zunge am Gaumen gesaugt wird und man sie danach schnell abziehen muss.
Jeder dieser Schnalzlaute kommt in sechs Spielarten vor. Außerdem ist Xhosa eine Tonsprache, das heißt, die Tonhöhe, in der ein Wort gesprochen wird, ist bedeutungsunterscheidend. Es gibt zwei Töne, hoch und niedrig. Das Xhosa ist eine agglutinierende Sprache, Suffixe und Präfixe werden zu den Wortstämmen gefügt und enthalten grammatische Informationen. Außerdem hat Xhosa ein Klassen- oder Genussystem wie auch alle anderen Bantusprachen, mit viel mehr Kategorien als nur männlich, weiblich, sächlich, wie im Indoeuropäischen gebräuchlich. Es gibt einzelne Klassen für verschiedene Wortgruppen, beispielsweise für Menschen, Verwandte, Tiere, Pflanzen, Gegenstände, abstrakte Konzepte usw.
Benutzt wird das lateinische Alphabet. Europäische Missionare führten es ein, als sie begannen, die Bibel zu übersetzen. Im Jahre 1833 wurden erste Teile der Bibel in IsiXhosa veröffentlicht, 1846 das gesamte Neue Testament und schließlich 1859 eine vollständige Ausgabe der Bibel. Die Xhosa sind ein südafrikanisches Volk von meistenteils Bauern. Ihr Name kommt von einem ihrer alten Häuptlinge. Sie bezeichnen sich als „AmaXhosa” und sind im Rahmen der Nord-Süd-Wander ung der schwarzafrikanischen Stammesvölker in ihr jetziges Wohngebiet gelangt. Vor der Kolonialisierung Südafrikas lebten die Xhosa als Viehzüchter in dem Gebiet zwischen dem Bushmans River und dem Kei River.
Die Sozialstruktur der Xhosa beruhte einst auf patrilinearen Großfamilien, die in Lineages rechtlich und wirtschaftlich zusammenarbeiteten. Unter dem Einfluss der Missionierung, aber vor allem der Wanderarbeit, hat sich diese Struktur gewandelt. In ländlichen Gebieten herrscht heute vor allem die Kleinfamilie vor, in städtischen Gebieten ist die matrifokale Familie, der eine Frau vorsteht, prozentual im Anstieg. Sie setzt sich zusammen aus einer wirtschaftlich erfolgreichen Frau, ihren Töchtern und deren Kindern. Jeder Familienhaushalt lebt nach den gleichen Regeln. Sobald ein Xhosa-Kind sprechen kann, lernt es nun von seinen Angehörigen, wie es sich in der Gemeinschaft zu verhalten hat.
Je nach der Stellung eines Menschen muss er richtig begrüßt werden. Es lernt auch zu unterscheiden zwischen den väterlichen und mütterlichen Verwandten und lernt die entsprechenden Höflichkeitsformen jedem gegenüber zu gebrauchen. Das Erbrecht, das einst die Söhne bevorzugte, erlaubt heute die Vererbung von Wohnhaus, Vieh und Geld an die Witwe, die als Treuhänderin für die Nachkommen gilt. Die politische Organisation der Xhosa beruhte immer auf Häuptlingschaften, die in den größeren Gruppen dynastisch verzweigt waren, da der älteste Sohn der Hauptfrau im Hauptstamm die Nachfolge antrat, aber auch dem Erben im „Rechten Nebenhaus” gestattet war, einen Stamm zu gründen.
Dem Häuptling waren örtliche und regionale Hauptleute unterstellt, die auch die wichtigsten Klane vertraten. Ihre Bezirke fassten eine Anzahl verstreut liegender Heimstätten der Großfamilien zusammen. Die Krieger kämpften in örtlich rekrutierten Regimentern, die in zwei Divisionen geteilt waren. Die Religion der Xhosa kannte einen Schöpfergott (um dhali), Opfer und Gebete galten aber vornehmlich den Ahnen einer Familie. Die Xhosa-Stämme befanden sich im 17. Jh. als vor allem nomadische Völker im Vordringen zwischen den Drakensbergen und dem Indischen Ozean, wobei sie die ansässigen Hottentottenstämme nach Westen und ins Binnenland trieben oder aber mit ihnen verschmolzen und die Buschmänner in das unwirtliche Bergland verdrängten.
Natürlich war den Menschen damals der Begriff „Afrika” unbekannt. Sie wussten nur aus Legenden, dass sie nach Süden gewandert waren und unterwegs andere Völker teils unterworfen, teils assimiliert hatten. Erst durch die Missionare (abefundisi) hörten sie von dem riesigen Kontinent, den der Schöpfer gemacht hatte. Ihr Wohngebiet benannten sie nach früheren Königen, deren Führung sie gefolgt waren. So hieß das Kapland bei ihnen „Emaxhoseni”, da sie aus der Geschichte wussten, dass ihr König XHOSA sie dorthin geführt und zur Ansiedlung angeregt hatte. Ab 1770 drangen die „Viehburen” mit ihren Herden in das Gebiet der Xhosa jenseits des Gamtoos ein.
Seit etwa dem Jahre 1775 fanden sich die westlichen Xhosa in kriegerische Auseinandersetzungen, zunächst mit den Buren, später dann mit den Engländern verwickelt. Der Widerstand der Xhosa gegen die Landnahme und ihre Viehrauzüge führten 1779–1857 zu Kriegen gegen die Buren und die Engländer. Die neun, oft langjährigen Kriege, die als „Kaffernkriege” bezeichnet wurden, waren für alle Seiten äußerst verlustreich. Die dynastische Zersplitterung der Xhosa wurde durch Propheten, wie NXELE, NTSIKANA, MHLANGANE oder NONQAUSE überwunden, welche vorgaben, von den Ahnen der führenden Herrscher Befehle zu erhalten und dadurch immer wieder die kriegerische Begeisterung der Stämme anfachten. 1856/57 erzwang NONQAUSE das Abschlachten ihrer Rinder und die Nichtbestellung der Felder bei den westlichen Xhosa.
Durch diese opferähnliche Vernichtung der Herden und Kornvorräte sollte der Sieg über die Weißen erwirkt werden. Zehntausende Xhosa starben vor Hunger, was als der „Xhosa-Selbstmord” in die Geschichte einging, und Zehntausende mehr mussten sich als gering bezahlte Arbeiter bei den weißen Farmern verdingen. Rinder dienen auch heute noch als Kapital für den Gegenwert von Frauen beim Brautpreis und als ein Zeichen des Wohlstandes. Die Jagd und das Handwerk, und hier besonders das Schmiede-, Gerber-, Töpfer- und Schnitzerhandwerk bringen ihnen zusätzlichen Erwerb. Im 19. Jh. betrieben die Xhosa-Völker dann eine Mischwirtschaft, die daraus bestand zum einen Hirse und Mais anzubauen, zum anderen aber auch Großvieh zu züchten.
Seit der Mitte des 19. Jh. wurden Spaten und Hacke schließlich durch der Pflug ersetzt. 1894 war ihre Unterwerfung unter britische Kolonialherrschaft (Kapkolonie) abgeschlossen. Der wachsende Druck der Bevölkerung in den Reservaten verringerte die Erträge der Landwirtschaft. Besteuerung und zivilisatorische Bedürfnisse erzwangen die Wanderarbeit vor allem der Männer zwischen 15 und 64 Jahren. Arbeitsplätze fanden die Xhosa zuerst in den Diamant- und Goldminen der Weißen und im Eisenbahnbau in Transvaal, später in zunehmendem Maße auch in den Industrierevieren des Kaplandes. Politisch sind die Xhosa primär dem ANC (Afrikanischer Nationalkongress) und dessen heute wohl prominentesten Vorsitzenden NELSON ROLIHLAHLA MANDELA verbunden.
Die jahrelangen blutigen Auseinandersetzungen mit den Anhängern der Zulu- Partei „Inkatha”, die von MANGOSUTHU GATSHA BUTHELEZI geführt wurden, flammten in den 90er Jahren im Rahmen der Regierungsreformen erneut heftig auf. Als Maßnahme der großen Apartheid errichtete die Republik Südafrika für die Xhosa zwei Homelands, 1963 die Transkei und 1968 die Ciskei, die 1976 bzw. 1981 für unabhängig erklärt wurden. Im Jahre 1994 wurde die Rückgliederung in die Republik Südafrika beschlossen.
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