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Wolgafinnen
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Ein Zweig innerhalb der finno-ugrischen Völker- und Sprachfamilie, zu dem die Mari und die Mordwinen gehören. Beide Völker haben eine eigene Schriftsprache. Ihre Nähe zum Finnischen führte zu der Bezeichnung „Wolgafinnen”. Während die anderen Zweige, die Ostseefinnen nach Nordwesten und die Ugrier nach Südosten von slawischen und türkischen Völkern abgedrängt wurden, blieben die Wolgafinnen im Gebiet zwischen mittlerer Wolga, der Kama und dem mittleren Ural, das auch als ursprüngliches Siedlungsgebiet der Finougrier gilt.
Die Trennung der Wolgafinnen von diesen erfolgte bereits zwischen 1500 und 1000 v. Chr. Die Mordwinen und Mari lebten vom 8. bis 16. Jh. unter wolgabulgarischer, mongolischer sowie tatarischer Herrschaft. Nach der Zerschlagung des tatarischen Khanats von Kasan (1552) gerieten sie unter russische Oberhoheit.
Wirtschaftliche Grundlage waren vor allem Imkerei, Jagd und Fischfang, die Mordwinen betrieben auch Landwirtschaft. Im 19. Jh. entstand im Gebiet der Mari eine bescheidene Holz- und Glasindustrie. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Region der Mordwinen stark industrialisiert. Gemeinsam sind bei den Völkern der Wolgafinnen das Festhalten an alten vorchristlichen Glaubensvorstellungen sowie eine reiche, lebendige Volksdichtung, z.B. Märchen, lyrische sowie Klagelieder.
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