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Tschechisch
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Zur indogermanischen Sprachfamilie gehörende westslawische Sprache, die in der Republik Tschechien und zum Teil in der Slowakischen Republik von über 10,6 Mio. Menschen gesprochen wird. Diese Sprache wird in lateinischer Schrift mit sehr vielen diakritischen Zeichen geschrieben. Ihre Betonung liegt grundsätzlich auf der ersten Silbe und ihre Vokalqualität ist bedeutungsrelevant. Sie verfügt auch über einige Diphthonge und sogar die Konsonanten r, l und in seltenen Fällen auch m können wie Vokale silbenbildend sein und den Ton tragen.
Das führt dazu, dass es eine ganze Reihe Wörter gibt, die nur aus Konsonanten bestehen. Allgemein ist die tschechische Aussprache für Fremde ziemlich schwierig. Der Wortschatz des Tschechischen ist durch eine Vielzahl westlicher, vor allem deutscher Lehnwörter geprägt, die in der Zeit der Wiedergeburt (19. Jh.) z.T. durch eigene Neubildungen ersetzt wurden. Seit 1945 kamen russische Neubildungen und später viele westliche Internationalismen hinzu. Die Dialekte teilt man heute in die zentralböhmischen und drei mährische Dialekte ein, die sich untereinander vor allem im Vokalismus unterscheiden.
Die Hochsprache, die zur schriftlichen und offiziellen mündlichen Korrespondenz verwendet wird, beruht auf dem zentralböhmischen Dialekt. Das Volk der Tschechen wanderte im 5./6. Jh. in ihrem heutigen Siedlungsgebiet in Böhmen und Mähren ein. Verschiedene Stämme vereinigten sich damals unter der Vorherrschaft der „Èechi”. Im 9. Jh. wurden sie christianisiert. Bis 1306 regierten die einheimischen Premysliden. Die ältesten tschechischen Sprachdenkmäler stammen aus dem 12. und 13. Jh., im 14. und 16. Jh entwickelte sich eine bedeutende Literatur.
Die Kritik des Prager Predigers JAN HUS (hingerichtet 1415) an der katholischen Kirche verbreitete reformatorische Ideen in den böhmischen Ländern und löste eine tschechische national-religiöse Bewegung aus. Nach 1526 fielen die böhmischen Länder an die Habsburger. Sie unterstützten die Gegenreformation, die sich erst mit den Sieg der katholischen Liga in der Schlacht am Weißen Berg 1620 durchsetzen konnte.
Lange war das kulturelle Leben durch die deutsche Oberschicht bestimmt, so dass an der Wende vom 18. zum 19. Jh. mit der Wiedergeburt des tschechischen Nationalbewusstseins die tschechische Schriftsprache neu geschaffen werden musste. Im Nationalitätenkampf geriet die traditionelle Volkskultur in den Blick. Die breite Beschäftigung mit der tschechischen Volkskunst kulminierte in der großen ethnographischen Ausstellung in Prag im Jahre 1895, während dessen versucht wurde, mittels folkloristischer Darbietungen das Selbstwertgefühl der tschechischen Bevölkerung zu steigern.
Mit dem Ende der Habsburger Monarchie im Jahre 1918 wurden die Tschechen unabhängig und gründeten zusammen mit den Slowaken die Tschechoslowakische Republik. Zur damaligen Zeit lebten innerhalb ihrer Grenzen über 23% Deutsche. Staatspräsident T. G. MASARYK war in seiner Außenpolitik sehr nach dem Westen orientiert und innenpolitisch suchte er aber auch den Ausgleich mit dem deutschen Bevölkerungsteil in seinem Land, obwohl ein starker Druck der radikalen tschechischen Bauernbewegung auf Landreformen bestand.
Teilweise führte dies zu einzelnen Diskriminierungen der deutschen Minderheit. Bei diesen formierte sich als Gegengewicht zur kommunistischen Bewegung unter KLEMENT GOTTWALD eine rechte Gr uppe, die von der Sudetendeutschen Partei unter KONRAD HENLEIN angeführt wurde, die wiederum durch das inzwischen in Deutschland an die Macht gekommene Hitlerregime unterstützt wurde. Nach dem Münchner Abkommen 1938 musste die Tschechoslowakei die meist von Deutschen bewohnten Gebiete im Norden und Westen (das Sudetenland) an Deutschland abtreten, ein Teil der Slowakei fiel an Ungarn und das Gebiet um Teschen an Polen.
1939 rief der Führer der Slowakischen Volkspartei, J. TISO, von der deutschen Reichsregierung unterstützt, einen unabhängigen slowakischen Staat aus. Nachdem gingen zahlreiche Politiker nach London ins Exil und 1943 schloss diese Exilregierung ein Abkommen mit der Sowjetunion. Unter dem Terror der faschistischen Okkupationsmacht formierte sich allmählich tschechischer Widerstand. Seit 1944 rückten sowjetische Truppen in die Tschechoslowakei ein und im April 1945 konstituierte sich in Kaschau (Košice) eine neue Regierung.
Eine Bodenrefor m enteignete den Grundbesitz und Banken wurden verstaatlicht. Mit Billigung Großbritanniens, der USA und der Sowjetunion wurde das schwärzeste Kapitel der Nachkriegszeit eingeleitet, ca. 2,75 Mio. Deutsche wurden sämtlichen Besitzes enteignet und innerhalb kürzester Zeit aus ihrer Heimat vertrieben. Unter z.T. unmenschlichen Umständen wurden sie bis über die Grenze nach Deutschland getrieben und ihrem Schicksal überlassen. Viele verloren bei dieser Flucht ihr Leben. Danach gewann die Kommunistische Partei die Wahlen und J. BENEŠ wurde wieder Präsident, wie bereits vor dem Krieg. Die Zusammenlegung der Tschechischen und Slowakischen Republik hielt bis 1990, wo dann aus der Tschechoslowakischen Republik zwei selbständige Staaten entstanden sind.
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