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Thai
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- Die bedeutendste zum Tai-Zweig der Kam-Tai-Gruppe gehörende Tai- Sprache, die Nationalsprache der hauptsächlich in Thailand lebenden Thai (Siamesen), die Staatssprache Thailands und zugleich Lingua franca für andere Tai- Völker sowie für kleinere Minoritäten, teilweise auch für die Thailand-Chinesen in den nichtlaotischen Teilen Thailands ist.
Die eigentliche siamesische Nationalität (Khontai)
bewohnt nur das mittlere und untere Maenam- Becken mit der Nordgrenze
am Sukhotai-Gebirge sowie das südliche Küsten- und Halbinselterritorium
Thailands. Die Anzahl der thaisprechenden Menschen Thailands umfasst
heute weit über 60 Mio. Das Standard-Thai (Zentral-Tai, Thai Klang) wird von mehr als 20,182 Mio. Menschen (2000) in Thailand gesprochen inklusive 400.000 mit dem Dialekt Khorat (Korat, Thaikorat) und von über 1 Mio. Angehöriger, die in anderen Ländern leben.
Es
gibt in Thailand 4,704 Mio. Muttersprachler des Standard-Thai, die aber
ethnisch Chinesen sind. Diese bilden rund 80% der in Thailand lebenden
Chinesen (1984). Das sprachliche Zentrum ist die Hauptstadt Bangkok. Der
Khorat-Dialekt ist vor allem im Kreis Nakhon Ratchasima, südlich des
Sprachgebietes der Lao verbreitet. Die ältesten Quellen des Thai gehen
auf das 13. Jh. zurück. Heute noch gibt es einen erhebliche Unterschied
zwischen den sogenannten drei Stilarten (Existenzformen) der
Schriftsprache, der archaischen Hofsprache, der stark europäisierten,
d.h. mit vielen europäischen Lehnwörtern durchsetzten, komplizierten
Pressesprache und schließlich der Prosasprache, die der Umgangssprache
am meisten angepasst ist.
Die Varianten oder teilweise auch
Dialekte des Thai in den peripheren Gebieten werden bisweilen als
relativ selbständige Sprachformen betrachtet, teilweise werden auch
nicht-thailändische, vor allem laotische Dialekte hier mit einbezogen.
Dieses hängt weitgehend damit zusammen, dass eine Reihe von
thailändischen Gebieten eine eigenständige, lange isolierte, Entwicklung
hinter sich haben und der Großteil der Bevölkerung von der
Schriftsprache nicht angesprochen wurde.
Zu diesen Varianten gehören:
- Isaan (Thai Isaan, Isan, Issan, NO-Tai) -
mit etwa 15 Mio. Angehörigen (1983), wovon ca. 1 Mio. in Bangkok lebt
und der Rest in den 17 Provinzen im Nordosten des Landes, die auch die
Bezeichnung Isaan trägt. Das Kalerng ist ein Unterdialekt in Sakon Nakhon und Nakhon Phanom. Unterdialekte sind: Nord-Isaan, Zentral-Isaan (Kalerng, Kaleung , Kaloeng) sowie das Süd-Isaan.
Die Bevölkerung nennt sich „Isan”, etwa 88% verwenden das Isaan zu Hause, 1% verwendet Zentral-Thai und etwa 11% verwenden beide Varietäten.
- Thai Yuan (Nord-Tai, Lanna, Lan Na, Lanatai, „Yuan”, Phyap, Phayap, Payap, Kammüang, Myang, Kam Mu’ang, Mu’ang, Kammyang, Khon Myang, Khon Mung, Tai Nya, La Nya, West-Laotisch)-
mit etwa 6 Mio. Angehörigen (1983) im Norden Thailands, in den
Provinzen Chiang Mai, Chiang Rai, Mae Hong Son, Hot, Lamphun, Lampang,
Nan, Phayao, Phrae, Uttaradit und Tak.
Zugehörende Unterdialekte sind:
Nan, Bandu und Tai Wang, wobei das Nan sich am meisten von den anderen unterscheidet. Die Bevölkerung bezeichnet sich mit „Khon Mung” und hört den Namen „Yuan” nicht
gern. Etwa 9.400 Angehörige (2000) leben in der oberen Mekong-Provinz
sowie in der Provinz Sayaboury im Nordwesten von Laos.
- Pak Tai (Süd-Tai, Pak Thai, Paktay, Dambro) - mit etwa 5 Mio. Angehörigen (1990), wovon ca. 1,5 bis 3 Mio. (2001) oder sogar mehr „Muslim Tai” genannt
werden. Sie leben insgesamt in 14 Provinzen des Landes, die Muslim Tai
vor allem in den Provinzen Chumporn, Nakorn Srithammarat, Phattalung,
Songkhla, Ranong, Phanga, Phuket, Krabi, Trang und Satun.
Unterdialekte sind:
Tak Bai (Tai Tak Bai) und Thai Malay (Tai Islam).
Zum Teil ist die Bevölkerung stark mit Malaien oder Negritostämmen
vermischt. Sie betreiben vorwiegend Nassreisanbau und züchten Rinder.
Ebenso sind sie als Kautschukpflanzer und Fischer tätig. Sie sprechen
einen etwas veränderten Dialekt des Thai, der in
„Maschinengewehrschnelle herausgeschossen” wird, wie die Thai selber
sagen, und am Ende eines jeden Satzes in einem hochgezogenen Ton
kulminiert.
Der auch zum Süd-Tai gehörende Dambre-Dialekt wird im Kreis Nakhon- Si Thammarat und auf der Insel Pukhet gesprochen und das Samsam an
der Westküste der Halbinsel Malakka. In diesen südlichen Varianten
wurden malaiische Lehnwörter aufgenommen, da diese Bevölkerungsgruppe
ursprünglich malaiische Sprachen gesprochen haben. Die Einsilbigkeit der
– wie auch aller anderer Tai-Sprachen monosyllabischen Struktur – des
Thai wird durch die sehr zahlreichen Lehnwörter aus dem Sanskrit und
Pali stark überdeckt.
Das Volk der Thai ist zwischen dem späten
11. und Anfang des 12. Jh. in das heute thailändische Gebiet
eingedrungen und hat nach und nach die Herrschft der lokalen
Mon-Khmer-Völker gebrochen. Ende des 13. Jh. wurden viele Thai unter R
AM K AMHAENG , dem Fürsten von Sukhothai, geeinigt. Aus dieser Zeit
stammt auch die erste Thai-Inschrift. Aus epigraphischen Belegen geht
hervor, dass die Thai schon im 13. Jh. von den Mon den
Theravada-Buddhismus übernahmen, der bis in die heutige Zeit die
vorherrschende Religionsform geblieben ist.
Das politische
Zentrum des Reiches der Thai verschob sich von Sukhothai, im oberen
Bereich der Chaophraya- Menam-Ebene, südwärts. Ayutthaya, das in der
Mitte des 14. Jh. gegründet wurde, erblühte als die neue Hauptstadt der
Thai und wurde zum bedeutenden Handelszentrum, das auch ein wichtiges
Depot für den Seehandel mit China und Japan darstellte. Im 16. und 17.
Jh. gelangten Inder, Perser, Araber und Europäer nach Ayutthaya, das so
zu einem Ort kosmopolitischer Begegnung wurde. Nach der Zerstörung
Ayutthayas durch die Birmanen wurde die neue Hauptstadt in der zweiten
Hälfte des 18. Jh. weiter nach Süden, nach Krungthep (dem heutigen
Bangkok) verlegt.
Im 19. Jh., als die Kolonialmächte
wetteiferten, Südostasien unter sich aufzuteilen, verlor das Reich große
Gebiete an Französisch-Indochina und an das englische Malaya. Durch
eine geschickte Politik gelang es den Thai jedoch – später aber deshalb,
weil die Region von Franzosen und Briten als Pufferzone benutzt wurde
–, als einziger Staat Südostasiens der Kolonialherrschaft zu entgehen.
Lange Zeit war der König von Siam alleiniger Herrscher im Land, doch
seit dem Staatsstreich von 1932 unterwarf er sich einer Verfassung und
der Regierung. Erst im Jahre 1939 wurde die als pejorativ empfundene
jahrhundertealte Bezeichnung „Siam” ersetzt durch den einheimischen Namen „Muang Thail = Land der Thai”.
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