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Tasmanier
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Mit diesem Begriff werden die einstigen Ureinwohner der südlich vor Australien gelegenen Insel Tasmanien bezeichnet. Die bestehenden Rätsel um dieses Volk werden wohl nie mehr völlig gelöst werden können. Die zu den Australiden gehörenden Tasmanier gehörten linguistisch zum tasmanischen Zweig der australisch-tasmanischen Sprachen, der heute bereits seit langem ausgestorben ist. Viele Linguisten sind der Meinung, dass es mindestens fünf verschiedene Gruppen innerhalb der tasmanischen Sprachen gab.
Heute weiß man allerdings, bis auf ein paar Wortlisten, nichts mehr über ihre Sprachen und ihre Grammatik. West-Tasmanier konnten Ost- Tasmanier nicht verstehen und betrachteten sie als Fremde. Die Bevölkerung wurde im allgemeinen als recht klein beschrieben, mit einer schwarzen Haut und lockigem Haar und sie sahen ganz anders aus als die australischen Aborigines. Auch wurden ihre Sprachen von den Aborigines nicht verstanden und die Technik des Nahrungserwerbs war eine andere.
Die in Australien lebenden Wildhunde, die Dingos, waren den Tasmaniern unbekannt. Heute ist man auf historische Dokumente angewiesen, wenn man Näheres über diese Menschen erfahren will. Die europäische Besiedlung begann 1803 mit der Errichtung der britischen Strafkolonie. Schon sehr bald aber setzte ein beispielloses Kesseltreiben gegen die Tasmanier ein, das bereits im Jahre 1825 zu ihrer systematischen Vernichtung führte. 1854 lebten noch 16 Tasmanier auf der gesamten Insel, 1865 starb der letzte Mann und 1876 die letzte Frau. Man nannte sie „Truganini, die Schönheit von Bruni”.
Die brutale Ausrottung dieses Volkes innerhalb nur einer Generation ist bis heute wohl der traurige Höhepunkt in der Geschichte des europäischen Kolonialismus. Die Tasmanier waren wie die Aborigines Wildbeuter, aber ihre materielle Ausrüstung war noch einfacher als deren. Vielleicht war sie die einfachste überhaupt, die man von den verschiedenen wildbeuterisch lebenden Völkern kennt. Sie gingen vollkommen nackt und jagten mit einfachen Einstabspeeren und Holzkeulen, die sowohl als Grabstock wie auch als Wurfgeschoss dienten.
Sie konnten Feuer zwar transportieren, aber nicht herstellen. Ihre Steinwerkzeuge waren einfache Abschläge von Kernstücken und nicht geschäftet. Speerschleudern, Bumerangs, Netze, Körbe oder Fischhaken, wie sie die Aborigines kannten, waren ihnen völlig unbekannt. Über ihre Gesellschaft und Religion lässt sich heute kaum noch etwas sagen. Ursprünglich gab es etwa 4.000 Bewohner der Insel, die in der Regel Zugang zu den reichen Ressourcen der Küste hatten.
Die jeweiligen Gruppen waren exogam in dem Sinn, dass eine Frau nur einen Mann aus einer anderen Gruppe heiraten konnte und dann zu ihm zog. Über ihre Religion ist noch weniger bekannt. Im Westen und im Süden Tasmaniens wurden die Toten verbrannt, und ihre Asche wurde häufig in Fellbeuteln mitgenommen. Im Zentrum legte man die Toten in hohle Bäume oder begrub sie unter einem Steinhaufen.
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