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Tahitisch
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Zum tahitischen Zweig der polynesischen Sprachen der zentralpazifischen Untergruppe der zentral-ostozeanischen Sprachen der ozeanischen Gruppe des ost-malaiisch-polynesischen Zweiges gehörende Sprache der Zentral-Ostgruppe der austronesischen Sprachfamilie, die mehr als 117.000 Menschen (1977) auf Tahiti und den Gesellschaftsinseln (Französisch Polynesien) sprechen. Sie hat sich zu einer Schriftsprache entwickelt. Tahitisch ist Lingua franca für den Tuamotu-Archipel, für die Marquesas-Inseln, für die Gambier-Inseln und andere kleine Inseln, dazu: Tubuai (auf der Inselgruppe Tubuai, Rurutu, Vavitao u.a. südlich der Tahiti-Inseln).
Die lexikalische Similarität beträgt 85% mit Rarotonga und 76% mit Hawaiisch. Die Bewohner der im mittleren Südpazifik gelegenen Gesellschaftsinseln werden nach der größten Insel, nach Tahiti, mit der Hauptstadt Papeete benannt, die 1767 von dem Briten SAMUEL WALLIS entdeckt wurde. Der britische Seefahrer JAMES COOK erforschte den Archipel ab 1769. Die Lebensgrundlage der Tahitier beruhte vor allem auf dem Bodenbau sowie dem Fischfang. Ihre materielle Kulturausstattung war sehr schlicht, technisch gesehen erhob sie sich nicht einmal über den Stand der Steinzeit.
Die Verhältnisse im gesellschaftlichen und religiösen Bereich waren dafür um so komplexer. Die tahitische Gesellschaft war in ein erbliches System mit drei Klassen untergliedert, in Adlige, Landbesitzer und Hörige. Der Adel leitete seinen Herrschaftsanspruch aus unmittelbar göttlicher Herkunft ab. Landrechte wurden ausschließlich vererbt. Das Reich war in eine ganze Reihe autonomer Bezirke unterteilt, die vielfach untereinander Kriege führten. Als einzige Ozeanier hatten die Tahitier große pyramidenförmige Tempelanlagen errichtet, die bis zu 15 Metern hoch waren und aus Tuff- und Kalkstein bestanden.
Sie bildeten ihre politischen Zentren und durften nur von Priestern aus der Adelsschicht betreten werden. Die polytheistische Religion sicherte die Macht der Priester und bot auch gleichzeitig ihren Familien ihre Freiräume durch zahlreiche individuelle Schutzgottheiten. Klassenübergreifend war der Kulturbund der „arioi”, dem jeder beitreten konnte, vorausgesetzt er blieb kinderlos. Der Bund gliederte sich in sieben Ränge, lediglich die obersten Ränge waren dem Adel (ari’i) vorbehalten. Der Kriegsgott Oro galt als der Begründer dieses Ordens.
Zu Ehren dieses Kriegsgottes praktizierte der Bund die verschiedensten Kulte. Er trat mit mythischen Tänzen, Schauspielen sowie Ringkämpfen an die Öffentlichkeit. Die Arioi waren als Zeichen ihrer Mitgliedschaft tätowiert. Archäologische Daten weisen darauf hin, dass die Polynesier die Gesellschaftsinseln schon in den letzten Jahrhunderten vor der Zeitwende erreicht hatten und für lange Zeit die Verbreitung der polynesischen Kultur von hier aus ihren Anfang nahm. Aus der Bauweise der steinernen Kultanlagen – vor allem die Insel Raiatea stellte in alter Zeit ein geheiligtes Zentrum dar – kann geschlossen werden, dass die Kultur der Tahitier im wesentlichen schon seit dem 14. Jh. entwickelt war.
Die schon frühen Schilderungen, die über Tahiti nach Europa gelangten, waren außerordentlich euphorisch und wenig sachbezogen. Sie erweckten im zivilisationsmüden Abendland meist schwärmerische Phantasien und eine wirklichkeitsfremde Südseeromantik entstand, die z.T. noch bis in die Gegenwart hineinwirkte. Heute ist von der angeblichen Südseeherrlichkeit, abgesehen von einer beeindruckenden Landschaft, wenig übriggeblieben. Die politische Geschichte der Gesellschaftsinseln war bis zur Ankunft der Europäer durch Kriege oder ständige Reibereien zwischen den verschiedenen Häuptlingen der Distrikte charakterisiert, die auf einer der Inseln die Vorherrschaft zu erzielen suchten.
Die an ihre strengen Monarchien gewöhnten Europäer verhalfen im 18. Jh. dem Herrscher TU, der später POMARE genannt wurde und der Distriktherrscher ihres Landungsplatzes Matavai war, zur Alleinherrschaft über die Insel Tahiti. 1842 wurde Tahiti durch den französischen Admiral DUPETIT THOUARS formell für Frankreich in Besitz genommen. Im Jahre 1880 verzichtete POMARE V. auf seinen Herrschaftsanspruch und übertrug seine gesamten Machtbefugnisse offiziell der französischen Regierung. 1888 wurden die Inseln Huahine, Raiatea und Borabora französische Kolonie.
Das naturverbundene Leben der Südseeinsulaner ist unter dem Einfluss der Europäer binnen kurzem zerstört worden. Eingeschleppte Krankheiten, wie Pocken, Tuberkulose u.a. brachten vielen Tahitiern den Tod. Der Alkohol wirkte zersetzend und trug entscheidend zur Zerstörung der althergebrachten Sitten und Gebräuche bei. Im Jahre 1830 bereits war die Zahl der Tahitier auf 9.000 gesunken. Heute sind die meisten Tahitier Angehörige der römisch-katholischen Kirche und politisch sind ihre Inseln ein Teil des Territoriums „Französisch Polynesien”.
Dazu gehören ca. 130 Inseln, die sich über eine Meeresfläche von rund 4 Mio. km² verteilen. Neben den Gesellschaftsinseln werden noch die Tuamotu-, Marquesas-, Gambier- und Austral-Inseln zu diesem Territorium gerechnet. Ein Teil dieses Gebietes, um das Mururoa-Atoll ist in der heutigen Zeit ein Militärstützpunkt und Testgebiet französischer Atombomben. Die traditionelle polynesische Kultur hat sich nur noch in sehr wenigen Details erhalten und dient vorwiegend als Touristenspektakel.
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