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Somali
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Als die Sprache des Volkes der Somal und gleichzeitige Amtssprache der Republik Somalia ist sie die wichtigste Sprache der Somali-Gruppe innerhalb der Ostgruppe der kuschitischen Sprachfamilie und wird von fast 7,8 Mio. Menschen (2000) in Somalia gesprochen. Ebenso wird sie auch in Teilen Äthiopiens gesprochen, hier von über 3,3 Mio. Menschen (2000) im Südosten des Landes, im Ogaden, der Somal-Region. Von ihnen sind über 2,878 Mio. Angehörige noch monolingual. Mehr als 420.350 Menschen (2000) sprechen im nördlichen Kenia sowie über 291.200 Menschen (2000) in Djibouti das Somali, und ein Teil auch in Jemen sowie in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Zum Somali gehören die Dialekte: Nord-Somali, Dir, Darot, Digil, Benadir, Af-Ashraaf (Ashraf), Maay, Degodia und Ogaden.
Innerhalb der verschiedenen Klane differieren sie etwas. Die Rahanwiin (Rahanweyn) sind eine große Klan-Konföderation im südlichen Somalia und sprechen Varianten des Maay- Dialekts (Zentral-Somali). Die Digil dagegen sind eine Klan-Konföderation, die Varianten des Zentral-Somali sprechen. Die Daarood sind ein großer Klan im Nordosten Somalias und in der Ogaden-Region von Äthiopien sowie im extremen Süden Somalias und ebenso im Nordosten Kenias, welche unterschiedlichste Dialekte sprechen. Die Dir sind ein Klan mit verschiedenen Unterstämmen in Djibouti, Äthiopien, in ganz Somalia und im Nordosten Kenias.
Die Gadabursi sind eine Abteilung der Dir und leben im Nordwesten Somalias und den angrenzenden Teilen Djiboutis und Äthiopiens. Sie sprechen allgemein das Nord-Somali. Die Isxaaq sind ein großer Klan, der im Nordosten Somalias gruppiert ist sowie einige in Djibouti und Äthiopien und sprechen Nord-Somali. Die Hawiye sind ein großer Klan, der im zentralen Süden Somalias lebt, in Teilen Äthiopiens und im äußersten Nordosten Kenias.
Die Nord-Abteilung (Habar Gidir) spricht einen Dialekt des Standard-Somali, genau wie auch der angrenzende Daarood-Klan, während die Süd- Abteilung der Hawiye (speziell die Abgaal und Gaaljaal) den Benadir-Dialekt sprechen. Die Ogaden sind der größte Klan innerhalb der Daarood-Klan-Familie und in Ost- Äthiopien, im äußersten Süden Somalias und im Nordosten Kenias verbreitet und sprechen verschiedene Formen des allgemeinen Nord-Somali. Der Begriff „Sab” ist ein zweideutiger Terminus, der von einigen Gelehrten gebraucht wird, um die verschiedenen Untergruppen der Klans zuzuordnen.
„Medibaan” ist eine Untergruppe innerhalb der Hawiye. „Benadir” gilt als eine ethnische Gruppe, die auf die Bewohner der Küstenstädte verweist, jene in Merka und Mogadischu, welche das Af-Ashraaf sprechen, eine unterschiedliche Variante, die nur begrenzt verständlich ist mit dem Standard-Somali. Die meisten von ihnen flohen nach Kenia infolge des vor einigen Jahren stattgefundenen und teilweise bis heute andauernden Bürgerkriegs. Das Somali besitzt eine verhältnismäßig komplexe Struktur, vor allem im Bereich der Syntax.
Früher wurde für sie die arabische Schrift sowie eine eigens für das Somali geschaffene verwendet. Da sich diese aber nicht durchsetzen konnte, wurde 1972 die lateinische Schrift zu seiner Widergabe verwendet. Das Volk der Somal ist eng verwandt mit den Afar und Saho. Sie bewohnen außer die nach ihnen benannte Republik auch den südlichen Teil Djiboutis, die Region Ogaden im Osten Äthiopiens und das nordöstliche Kenia. Die Volkwerdung der Somal vollzog sich vermutlich gegen dem Ende des ersten Jahrtausends n. Chr. Sie wurden schon sehr früh islamisiert und zeigten vor allem in den Küstenstädten einen sehr starken arabischen Einfluss.
Ihr Name leitet sich ab von einem alten Ahnherren aus dem Stamme des Propheten Mohammed, der SOMALI hieß. Bis etwa 1000 n. Chr. lebten sie als Feldbauern und Viehhalter im Norden des Osthorns von Afrika, von wo sie sich allmählich nach Süden ausbreiteten und dabei die negriden Vorbevölkerungen vertrieben oder aber unterdrückten. Im 12. Jh. berichtete der arabische Geograph IDRISI von Somali-Gruppen in der Gegend südlich von der heutigen Stadt Mogadischu. Zu dieser Zeit waren sie schon durch den Einfluss arabischer Händler und Kolonisten, die sich am Horn von Afrika niedergelassen und mit den Einheimischen vermischt hatten, islamisiert worden.
Die Somali des mittelalterlichen Staates Yifat-Adal bedrohten mehrfach das christliche Äthiopien. Zayla an der nördlichen Somali-Küste war zwischen dem 13. und dem 16. Jh. die Hauptstadt dieses Staates. Im Zuge ihrer Südexpansion vertrieben sie im 19. Jh. die Oromo nach Westen. Zwischen 1885 und 1897 wurden die Somal von auswärtigen Kolonialmächten unterworfen und ihre Gebiete von Italien, Großbritannien, Frankreich und Äthiopien aufgeteilt. Von den zahlreichen Aufständen, die sie gegen die neuen Herren führten, ist der Kampf von MAHAMMAD ABDILLE HASAN, des „verrückten Mullah”, zwischen 1900 und 1920 gegen die Briten besonders bemerkenswert.
Die Somal gelten als ein stolzes und kriegerisches Volk. Im Kampf gegen italienische und britische Kolonialherren taten sie, als freiheitsliebende Krieger, sich besonders hervor – eine Tradition, die die nachkoloniale Staatsbildung bis heute belastet und die Bürgerkriegswirren von 1991/92 mit herbeigeführt hat. 1960 schlossen sich die Territorien, die zuvor unter italienischer und britischer Herrschaft standen, zur Republik Somalia zusammen, die die Vereinigung aller ihre Sprache sprechenden Menschen in einem Staat zu einem Grundsatz seiner Politik erklärte. Diese Tatsache führte zu latenten oder offenen Konflikten mit Djibouti, Äthiopien und Kenia, die sich nun in ihrem territorialen Besitzland bedroht fühlten.
Im Jahre 1977 gelang es der „Westsomalischen Befreiungsfront” (WSLF) mit Hilfe der Armee Somalias, in Äthiopien das gesamte Ogaden-Gebiet zu besetzen. Zwar gelang es den Äthiopiern im folgenden Jahr in einer von der Sowjetunion und Kuba massiv unterstützten Gegenoffensive, die Somal wieder zurückzuwerfen, nicht jedoch die Tätigkeit der WSLF-Freischärler einzudämmen und eine uneingeschränkte Kontrolle über die umkämpften Gebiete zu gewinnen.
Durch die Kampfhandlungen und durch die zwischen 1973 und 1976 durch Dürren verursachten Hungersnöte waren nahezu 1 Mio. Somal gezwungen, in Flüchtlingslagern zeitweilig Zuflucht zu suchen. Bis in die Gegenwart ist das Volk der Somal auf die Haltung von Dromedaren, Fettschwanzschafen sowie Ziegen spezialisiert, weiter im Süden sogar von Rindern, und mit ihrer nomadisierenden Lebensweise den ariden Steppengebieten ihres Lebensraumes bestens angepasst.
So bestreiten die meisten Somal den Unterhalt ihres Lebens als Wanderhirten. Die kuppelförmigen Behausungen der Nomaden bestehen nur aus einem Holzgestänge, über das Matten ausgebreitet werden. Sie lassen sich auf den nomadischen Wanderungen innerhalb von kurzer Zeit abbauen und mitsamt Hausrat auf Kamele verladen. Neben der kulturell hochgeschätzten Viehhaltung spielt aber in einigen Gegenden auch der Feldbau eine wirtschaftlich bedeutende Rolle.
Allerdings wird dieser traditionell den sozial niedriger stehenden Gruppen der Vasallen (sab) überlassen, die teils von unterworfenen bantusprachigen Stämmen gestellt werden. Größere Konzentrationen feldbautreibender Somal finden sich in den Flussgebieten des Webi Shebeli und des Djuba (Juba), wo auch künstlich bewässert wird. Angebaut werden vor allem Sorghum, Mais, Bohnen, Reis, Bananen und Zuckerrohr. Zentren des Handels mit dem Inneren Nordostafrikas sind seit alter Zeit die Küstenstädte, wie z.B. Zayla, Berbera, Hafun, Mogadischu und Kismayu, die alle stark von arabischen Einflüssen geprägt sind.
Das Meer mit seinem Fischreichtum hat bis in die Gegenwart für die Ernährung kaum eine größere Rolle gespielt. Der Jagd gingen vornehmlich die Mitglieder der verachteten Handwerkerkasten nach. Bemerkenswert ausgeprägt ist bei den Somal ein genealogisches Bewusstsein, d.h. die Kenntnis der Ahnenreihen der väterlichen Linie, die durchweg auf arabische Stammväter zurückgeführt werden. Sie vermitteln die Kenntnis über die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe. Als Sozialeinheiten, die das Leben des Alltags bestimmen, treten außer den Klanen vor allem die Gruppierungen hervor, denen bei den häufig auftretenden Konflikten die Schlichtung und im Falle von Totschlag die Zahlung des Blutgeldes obliegt.
Das Leben eines Mannes ist hundert Kamele wert und das einer Frau fünfzig Kamele. Obgleich seit Jahrhunderten der Islam die alleinige Religion der Somal ist, hat er das Leben der Nomaden nicht sehr tiefgreifend gewandelt. Bis in das 20. Jh. bestand bei einigen Gruppen die Verpflichtung, dass ein Mann, bevor er heiraten durfte, einen menschlichen Gegner oder ein gefährliches Wild getötete haben musste. Entgegen den muslimischen Regeln behielten die ländlichen Somal auch die Klan- Exogamie bei und bewahrten Vorstellungen und Praktiken einer vorislamischen Epoche. Ausgeprägt ist namentlich in den Städten der Glaube an Geistwesen (zar), die vor allem in Frauen einkehren und ekstatische Zustände hervorrufen können.
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