Erhalten Sie täglich per Twitter News, Tips und Tricks zum Fremdsprachen lernen. Über 5700 begeisterte Fremdsprachenlerner folgen uns bereits.
Shona
Diesen Artikel empfehlen
1) Ein zum Südzweig der Bantusprachen gehörender Unterzweig im größten Teil Simbabwes, außerdem südlich des unteren Sambesi, in den Provinzen Manica und Sofala in Moçambique mit: Shona – der offiziellen Sprache in Simbabwe, sowie den Sprachen Nambya, Manyika, Ndau (Sofala) – die dem Shona sehr nahestehen. Die Bevölkerung lebt zu einem Drittel in Simbabwe und zu zwei Dritteln in Moçambique.
2) auch (Chishona, „Swina”) - Die bedeutendste zum Shona-Unterzweig des Südzweiges gehörende Bantusprache, die auch die bedeutendste Sprache in Simbabwe ist, die hier allein etwa 10,663 Mio. Menschen (2000) inklusive 4,5 Mio. Karanga (2000), 1,7 Mio. Korekore (2000), 3,2 Mio. Zezuru (2000) und 1,3 Mio. eigentlichen Shona (Mashona) sprechen. Shona bildet in Simbabwe die Amtssprache des Landes. In erster Linie ist sie im zentralen Mashonaland verbreitet. Weiterhin wird sie von etwa 30.220 Menschen (2000) in der Zentralprovinz Sambias, in Mumbwa sowie auch an der Grenze zu Simbabwe und ebenso von einigen Tausend Menschen in Malawi gesprochen.
Zum Shona zählen die Dialekte mit dazugehörenden Subdialekten:
Karanga (Chikaranga) mit: Duma, Mhari (Mari), Ngova, Nyubi, Govera und Jena; Korekore (Nord-Shona, Goba, Gova, Shangwe) mit: Budya, Gova, Tande, Tavara, Nyongwe, Pfunde und Shan Gwe; Zezuru (Chizezuru, Wazezuru, Bazezuru, Bazuzura, Mazizuru, Vazezuru) mit: Gova, Shawasha, Mbire, Tsunga, Kachikwakwa, Harava, Nohwe, Njanja, Nobvu und Kwazwimba (Zimba) sowie das eigentliche Shona mit: Toko, Hwesa und Rozwi (Chirozwi, Rozvi, Ruzwi).
Letztere sprechen aber den Karanga-Dialekt, da sie keine eigene Sprache besitzen. Die verwandten Sprachen Ndau und Manyika sind teilweise mit dem Shona verständlich. Die Bezeichnung „Swina” ist ein abwertender Name. Innerhalb der vielen Dialekte bildete sich 1929 eine Hochsprache „Shona (Chishona)” heraus. Vom 12. bis zum 16. Jh. wurden in den Shona- Reichen steinerne Resistenzen errichtet, nach denen das alte Zimbabwe-Reich sowie auch später der heutige Staat Simbabwe benannt wurden („dzimba dza mabwe = Häuser aus Stein”). Später zerfielen die Shona-Reiche in viele kleine Häuptlingstümer.
In der Kolonialzeit bis in das Jahr 1980 hinein wurden die Shona im Rahmen eines Apartheidsystems in Reservate eingesperrt, um Platz für zahlreiche weiße Siedler zu schaffen. Der erste und der zweite „Chimurenga”, wie man die antikolonialen Widerstandsbewegungen im Jahre 1896/97 und 1965 bis 1980 nannte, organisierten sich unter Berufung auf Traditionen wie etwa das „Pungwe-Fest” und unter Mitwirkung von Medien, die zu den Ahnengeistern (svikiro) in Kontakt traten. Die meisten Shona bekennen sich zu traditionellen religiösen Vorstellungen, deren Grundlage die Ahnenverehrung ist. Die Häuptlingsposition ist in Rechtssprechung, Bodenzuteilung und lokaler Verwaltung gesetzlich verankert.
Garten- und Ackerbau, vor allem der Anbau von Mais und Hirse, bilden neben der Rinderzucht die wirtschaftliche Grundlage des Volkes. Rinder spielen im sozialen Leben der Shona eine sehr bedeutende Rolle, beispielsweise als Brautpreis, in religiösen Riten oder als Maßstab für den Wohlstand. Die Dörfer der Shona bestehen aus mehreren Gruppen von Kegeldachhäusern und Vorratsbauten, die jeweils untereinander verwandten patrilinearen Familien gehören. In der internen Verwaltung der Dörfer waren bei den Shona von jeher sowohl Klane als auch Patrilineages maßgeblich.
Die traditionelle politische Organisation der Shona- Bevölkerung, die einst auf Häuptlingstümern aufgebaut war, mit patrilinear erblichen Führungspositionen, ist heute neuen Strukturen gewichen, die bedeutenden Anteil an der Schaffung des modernen Staates Simbabwe hatten. Das Zunehmen der städtischen Lebensweise und die Modernisierung des Erziehungswesens haben traditionelle Institutionen zwar verändert und abgeschwächt, ohne aber alle traditionellen Religions-vorstellungen oder den Glauben an Zauberei und Hexerei zu verdrängen. Das Christentum ist durch starke Missionierung vorgedrungen. Die Shona bilden in Simbabwe das staatstragende Volk. Am 1.6.1979 wurde aus der ehemaligen Kolonie Süd-Rhodesien die nun unabhängige Republik Simbabwe-Rhodesien proklamiert, die international nicht anerkannt wurde.
Der radikale Flügel der Nationalbewegung, aus der von den Shona gebildeten ZANU (Zimbabwe African National Union) des R. MUGABE und der von den Ndebele gebildeten ZAPU (Zimbabwe African People’s Union) des J. NKOMO bestehend, lehnte jede Zusammenarbeit mit den Weißen ab und beteiligte sich nicht an den Wahlen. Die von diesem Flügel gebildete Patriotische Front führte von den Nachbarstaaten Sambia und Moçambique einen Guerillakrieg gegen das weiße Regime des IAN SMITH und die Nachfolger. Ende 1979 kam es dann auf britische Initiative zu einem Waffenstillstand. Die 1980 abgehaltenen Parlamentswahlen gewann MUGABES ZANU, die eine Koalitionsregierung mit NKOMOS ZAPU unter Einschluss zweier weißer Minister bildete.
Am 18.4.1980 wurde nun Simbabwe unabhängig. Nur wenig später zeigten sich Stammesrivalitäten, die bisher vom gemeinsamen Kampf verdeckt waren. Die von der ZAPU repräsentierten Ndebele fühlten sich gegenüber dem von R. MUGABE vertretenen Mehrheitsvolk der Shona benachteiligt. Ihre Rebellion wurde gewaltsam unterdrückt, NKOMO wurde schrittweise entmachtet und ging zeitweise außer Landes. MUGABE und die ZANU blieben dabei die Sieger und er wurde zum Staatspräsidenten mit exekutiven Befugnissen gewählt.
NKOMO trat danach wieder mit in die Regierung ein, nachdem die beiden Parteien sich zur ZANU-PF zusammengeschlossen hatten. 1990 und 1996 wurde MUGABE jeweils wiedergewählt. Im Jahre 2000 kam es durch militante Anhänger des Präsidenten zu mehreren gewaltsamen Besetzungen von Farmen weißer Eigentümer, die eine Welle des Entsetzens, auch bei den weißen Farmern anderer Länder Afrikas auslösten.
Diesen Artikel empfehlen




