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Serbisch
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Eine zur indogermanischen Sprachfamilie gehörende südslawische Sprache, die ein Zweig des Serbokroatischen im ehemaligen Jugoslawien war. Sie unterscheidet sich vom Kroatischen vor allem durch die kyrillische Schrift. Ihr Verbreitungsgebiet ist die heutige Jugoslawische Republik (nur noch aus Serbien und dem Kosovo bestehend), wo sie die allgemeine Amtssprache bildet, in dem 2006 selbständig gewordenem Land und bisher zu Jugoslawien gehörendem Montenegro sowie in einem Teil von Bosnien und Herzegowina. Erst nach dem Zusammenbruch Jugoslawiens wurden wieder die beiden Sprachen Kroatisch und Serbisch voneinander stärker unterschieden, die bis dahin die gemeinsame Bezeichnung Serbokroatisch hatten.
Die zu den Südslawen gehörende Bevölkerung der Serben mit der Eigenbezeichnung „Srbi” wird von den Ungarn wegen seiner Herkunft aus dem Gebiet um den Fluss Raška auch „Rászok” genannt. In der ehemaligen jugoslawischen Republik Serbien lebten 1986 etwa 6,2 Mio. Serben, in Teilen von Bosnien-Herzegowina 1,3 Mio. und in Kroatien 500.000. Die Anzahl hat sich nach dem Krieg in den einzelnen Ländern sehr stark verändert. Die Serben wurden nicht nur in religiöser Hinsicht – sie sind in der Regel serbisch-orthodox –, sondern auch kulturell und geistig stark von Byzanz beeinflusst.
Dem Mönch SAVA (1175–1235), Sohn des Fürsten STEFAN NEMANJA , gelang es, die serbische Kirche von der byzantinischen zu trennen. Seither ist sie autokephal. Der mittelalterliche serbische Staat hatte gegen starke Nachbarn wie Bulgarien, Byzanz und Ungarn zu kämpfen. Unter D UŠAN (1308–1355), dem „Zaren der Serben und Griechen” erlangte er seine größte Ausdehnung. Nach dessen Tod geriet dann das Gebiet allerdings unter die Herrschaft der Osmanen. Infolge der osmanischen Eroberung kam es zu starken Fluchtbewegungen der Bevölkerung nach Österreich und Ungarn.
Mit Hilfe dieser serbischen Bevölkerung wurde die sogenannte Militärgrenze (krajina) errichtet. Die ungarischen Serben waren es schließlich auch, die in das inzwischen zum Osmanischen Reich in einem suzeränen Verhältnis stehenden Kernserbien ihre Nationalidee trugen. Zusammen mit den panslawistischen Kroaten und Slowenen schufen die Serben 1918 den lang ersehnten Staat der Südslawen (Jugoslawien, von „Jug = Süden”), in dem sie der politisch dominierende Teil waren. Der Mangel an demokratischen Strukturen begünstigte bei den anderen Völkern das Gefühl, unterdrückt zu sein.
Diese gewaltige Dominanz der Serben, die sich auch im später sozialistischen Jugoslawien fortsetzte, und die Besetzung der oberen militärischen Ränge mit Serben, waren, neben der Bewahrung der Interessen der kommunistischen Nomenklatura, wichtige Ursachen für den Ausbruch des Bürgerkrieges im Jahre 1991, der zum Balkankrieg führte und Jugoslawien in seine Teilstaaten auseinanderbrechen ließ.
Das angeblich harmonische Zusammenleben und die Toleranz der verschiedenen Ethnien innerhalb des Vielvölkerstaates Jugoslawien war eine jugoslawische Legende. Bereits während der Regierungszeit unter TITO war nicht unschwer zu erkennen, dass es zwischen den einzelnen Volksgruppen nur ein Nebeneinander gab. Die Dörfer waren damals schon monoethnisch und die Städte zerfielen in ethnisch definierte Teile.
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