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Semang
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- Eine austroasiatische Bevölkerungsgruppe, deren Sprachen die Nordgruppe der Asli-Sprachen bilden. Die Semang bilden eine ethnische Gruppe, die mit ungefähr 3.000 Angehörigen (1984) im Nordosten der malaiischen Provinz Kedah, nahe der thailändischen Grenze leben, wo sie folgende Namen tragen: Kensiu, Kenseu, Kensieu, Kensiw, Moniq, Monik, Mendi, Negrito, Ngok Pa, Orang Bukit oder Orang Liar.
Rund 300 Angehörige von ihnen leben auf thailändischer Seite in der südlichen Provinz Yala sowie in Phattaloong, Satun und Narathiwat, wo zu ihrer Vielzahl von Namen noch folgende hinzukommen: Sakai, Moni, Menik, Kenta, Kintak, Kintaq Bong, Tonga, Mengo, Tiong, Mos, Mawas, Belubn und Kenta-Bong.
Zu den Dialekten, die die Semang sprechen, gehören:
Ijoh (Ijok), Jarum, Jeher (Sakai Tanjong von Temongoh), Kedah (Quedah), Ulu Selama, Kensiu Batu, Kensiu Siong, Plus und Kentaq Nakil.
Die Bezeichnung „semang” bedeutet in der Sprache der Khmer „Sklave, Mittelloser”, und wird für primitive Negritos verwendet. „Semang” wird auch verwendet, um die westliche Gruppen der Asli-Völker von den östlichen zu unterscheiden, die „Pangan” genannt werden. Eine weitere Gruppe der Semang (Tiefland-Semang, Orang Benua, Sakai) leben mit etwa 10.000 Angehörigen (1989) auf Bintan, einer zum indonesischen Riau-Archipel südöstlich von Singapur gehörenden Insel.
Sie werden auch als „Orang Benua” bezeichnet und zu ihrer Sprache gehört der Dialekt Newbold’s Semang. Dort scheint es zwei bis drei Gruppen in unterschiedlichen Standorten zu geben, welche diesen Namen gemeinsam benutzen, wovon eine Gruppe eine malaiische ist. Die Semang sind eine Gruppe von Negritos, die zusammen mit den ebenfalls austroasiatischen Senoi und den austronesischen Jakun die Ureinwohner der Malaiischen Halbinsel bilden und in den oft dichten Regenwäldern im tiefen Inneren dieser beheimatet sind. Vor rund 2.000–3.000 Jahren waren sie wahrscheinlich in weiten Gebieten Südostasiens, insbesondere auf der Malaiischen Halbinsel verbreitet.
Sie wurden dann von den Malaien, die von den Inseln auf das Festland kamen, in ihre heutigen Rückzugsgebiete abgedrängt. Heute existieren nur noch einzelne Gruppen in entlegenen und unzugänglichen Waldgebieten im Norden Malaysias, an der Grenze zu Thailand. Ihre Sprache haben sie in den zurückliegenden Jahrtausenden der Nachbarschaft von den Senoi übernommen. Sie gliedern sich in mehrere lose Verwandtschafts- und Dialektgruppen, die zusammen heute die Nordgruppe der Asli-Sprachen bilden. Sie sind kleinwüchsig, haben Kraushaar und ein dunkle Haut.
Entgegen früherer Annahmen sind sie jedoch nicht mit den afrikanischen Pygmäen verwandt. Die Semang sind typische Wildbeuter des tropischen Regenwaldes. Sie schweifen in kleinen Horden von kaum mehr als 20 Individuen als Jäger und Sammler durch ein begrenztes Territorium. Mit der Außenwelt kommen sie höchst selten in Berührung. Sie leben in Schutzhütten aus Blättern und ernähren sich von den Früchten des Dschungels und von Tieren, die sie noch heute mit Pfeil und Bogen oder dem Blasrohr erlegen. Sie stellen auch Fallen auf und fangen Fische mit dem Speer oder aber mit Hilfe von betäubenden Pflanzengiften.
Der für die Semang nützlichste Rohstoff ist der Bambus. Sie stellen daraus Kochgeräte, Musikinstrumente, Köcher, Pfeile, Angelzeug und viele andere Gebrauchsgegenstände her. Das Gift für die Pfeilspitzen wird aus dem Harz des Spho- Baumes gewonnen. Dringt es unter die Haut eines Säugetiers, wirkt es tödlich. Einige Semang kultivieren auch etwas Bergreis, Mais oder wenige andere Früchte. Ihre Hauptanhrung bilden jedoch die von ihnen auf der Jagd erbeuteten Tiere, meist Kleinsäuger, wie Flughunde, Bambusratten, Eichhörnchen, Stachelschweine und mit besonderer Vorliebe Affen.
Ein Lager der Semang kann zwischen drei und einem Dutzend aus mit Farnwedeln verbundenen Baumschösslingen gebauten Schutzhütten bestehen, in denen jeweils zehn bis sechzig Menschen wohnen. Wenn ein junger Semang ins heiratsfähige Alter kommt, wählt er ein Mädchen, begibt sich zu ihrem Vater und bietet ihm Geschenke an oder verdingt sich bei ihm, wenn er arm ist, als Arbeitskraft. Dann baut sich das junge Paar für die Flitterwochen eine Unterkunft im Wald abseits der Gruppe. Für ihre Tänze bemalen sich die Männer Gesicht, Brust und Rücken mit Rußstreifen.
Während die Frauen mit den Händen oder auf kleinen Trommeln den Rhythmus schlagen, bilden die Männer einen Kreis, schnellen ab und zu vorwärts, springen sich gegenseitig an, umarmen sich und trennen sich wieder. Dann hüpfen sie von einem Bein auf das andere und klatschen sich auf die Oberschenkel, während sie singen und schreien. Die Semang kennen Mythen über die Schöpfung, den Kosmos und das Jenseits. In der Natur gilt für sie alles als beseelt.
Das Heer der Geister wird vom Donnergott „Karei” angeführt. Ihm zu Ehren bringen die Semang, wenn sie ihn für erzürnt halten, ein Blutopfer dar. Dabei bringt man sich eine kleine Wunde nahe dem Schienbein bei, mischt daraufhin das entnommene Blut mit Wasser und schleudert es in die Luft. Die Semang stehen in Malaysia – wie alle Orang Asli – unter staatlichem Schutz, so dass ihre Existenz nicht unmittelbar bedroht zu sein scheint.
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