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Pipil
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Eine zur aztecoiden Gruppe der uto-aztekischen Sprachfamilie gehörende Volksgruppe in El Salvador, Nord-Honduras und Süd-Guatemala. Die Pipil waren vom 12. bis 16. Jh. ein Vorposten der Expansionswelle von Nahuatl sprechenden Völkern aus Mexiko nach dem Südosten. In dem von ihnen eroberten Gebiet fand eine gegenseitige kulturelle Durchdringung zwischen den Pipil und neuen Nachbarn statt, wie beispielsweise den Lenca, durch die einerseits die Kultur der heute in der Bevölkerung der Mestizen aufgehenden Lenca teilweise mexikanisiert, andererseits auch die der Pipil den mittelamerikanischen Verhältnissen angepasst wurde.
Gegen die spanische Eroberung wehrten die Pipil sich verbissen. Sie wurden erst besiegt, als etwa die Hälfte ihres Volkes umgekommen war. Die Lenca, ebenfalls erst nach einem hartnäckigen Widerstand unterworfen, erhoben sich dann einige Jahre danach erneut unter der Führung ihres Häuptlings LEMPIRA , der heute in Honduras als Nationalheld gilt, und nach dem die Landeswährung benannt worden ist. Die indianischen Dörfer wurden nach der Unterwerfung unter nominellen Schutz der spanischen Krone gestellt, der ein Aufgehen in der Mestizenbevölkerung bis etwa zur Unabhängigkeit Mittelamerikas verhinderte. Heute sind die Pipil weitgehend in der Bevölkerung der Mestizen integriert.
Knapp 200.000 Angehörige zählt die ethnische Gruppe, aber ihre Sprache ist nahezu ausgestorben. Der Übergang zu den Weißen ist fließend. Sie sind Kleinbauern und Landarbeiter, die für die eigene Ernährung Mais anbauen und für den Markt Kakao, Tabak und Baumwolle. Die Lenca entwickelten eine recht vitale europäisch-indianische Mischkultur, in deren Rahmen die Pipil ihre Nahuatlsprache aufgaben. Nur wenige von ihnen benutzen sie heute noch.
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