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Ostseefinnen
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Eine zum Zweig der finno-ugrischen Sprachen der uralischen Sprachfamilie gehörende Bevölkerung, zu der neben den Finnen, Kareliern, Esten, Ishoren und Wepsen auch die vom Aussterben bedrohten Ingrier, die im Jahre 1989 nur noch 820, die Liven nur noch 226 und die Woten sogar nur noch 60 Angehörige zählten. Die Ostseefinnen siedelten bereits vor 2000 bis 3000 Jahren in dem Gebiet zwischen Ladoga-See in Russland und der Ostsee.
Die ostseefinnische Sprachperiode dauerte etwa 1000 Jahre. Die einzelnen Sprachen stehen einander sehr nahe, wobei Karelisch dem Finnischen am nächsten ist. Die ostseefinnischen Völker betrieben seit jeher Landwirtschaft, Fischfang, Jagd und Seefahrt. Die östlichen Völker, also die Karelier, Wepsen, Ingrier und Woten, sind in ihrer Kultur- und Lebenswelt sowie auch in der Sprache, und da vor allem im Wortschatz, stark von den Russen beeinflusst worden und sie sind orthodoxen Glaubens.
Die westlichen Ostseefinnen, wozu die eigentlichen Finnen, Esten und Liven gehören, wurden mehrheitlich von Germanen und Balten beeinflusst und gehören der protestantischen Kirche an. Vor allem die Liven sind stark lettisiert. Im 19. Jh. erschienen neben einer livischen Grammatik Wörterbücher und religiöse Übersetzungen. Nach 1930 gab es für eine kurze Zeit livischsprachigen Unterricht. Mit der Unterstützung von Finnland wurden Schulbücher, religiöse Literatur und Sammlungen von Volkspoesie in Livisch veröffentlicht. Nach 1939 wurde in Livisch, Ingrisch und Wotisch nichts mehr gedruckt. Die Ingrier und Liven haben sich eine reiche Volksdichtung bewahrt, und die Woten kennen noch bemerkenswerte traditionelle Hochzeitsgesänge.
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