Erhalten Sie täglich per Twitter News, Tips und Tricks zum Fremdsprachen lernen. Über 5700 begeisterte Fremdsprachenlerner folgen uns bereits.
Niederländisch
Diesen Artikel empfehlen
Eine germanische Sprache innerhalb der indogermanischen Sprachfamilie, die in den Niederlanden, dort „Holländisch“ genannt, von über 12,37 Mio. Menschen (2000) gesprochen wird. Die Gesamtpopulation in allen Ländern zusammen, die Niederländisch spricht, beträgt über 17,37 Mio. In Belgien heißt diese Sprache „Flämisch“. Ebenso sind die Reste der germanischen Dialekte, die in Nord-Frankreich, in der Gegend um Dünkirchen, gesprochen werden, historisch als Niederländisch zu betrachten.
Früher war das Niederländisch (Holländisch) in Indonesien neben dem Malaiischen die Amtssprache des Landes. Heute ist es von diesem verdrängt. Im 12. Jh. hat sich das Niederländische aus dem Altniederfränkischen zu einer eigenen Sprache entwickelt. Im gewissen Sinne zählt dazu auch das Afrikaans, eine Tochtersprache, die seit 1925 gleichberechtigte Sprache neben dem Englischen und gleichzeitig Staatssprache in der Südafrikanischen Republik ist. Die niederländische Sprache wird auch in Surinam (ehemals Niederländisch Guyana) und auf den Niederländischen Antillen gesprochen.
Man kann die niederländische Sprache zeitlich in drei verschiedene Formen unterteilen: das Altniederländisch: vom 9.–12. Jh., das Mittelniederländisch: vom 13.–16. Jh. und das Neuniederländisch: nach dem 16. Jh. Während die germanischen Dialekte des heutigen deutsch- niederländischen Sprachgebietes nach der Völkerwanderung noch ein Kontinuum mit allmählichen Übergängen bildeten, verdrängten die nach dem 16. Jh. sich weiter vereinheitlichenden hochdeutschen und niederländischen Schreibsprachen das Niederdeutsche, so dass es zwischen ihnen zu einer scharfen Scheide kam, die heute die Grenze zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Niederlanden bildet.
Im Süden Belgiens (Wallonien) sowie auch im Norden Frankreichs hatte bis ins 10. Jh. eine germanische (niederländische) Oberschicht bestanden, die dann später allmählich von der romanisierten Bevölkerung assimiliert wurde. Die französisch-niederländische Sprachgrenze verschob sich in Belgien nach und nach leicht nach Norden und so wurde Brüssel im 19./20. Jh. zu einer mehrheitlich französischsprachigen Insel in dem niederländischen Sprachgebiet. Die fortschreitende Französierung der Oberschicht hatte nun zur Folge, dass die gesprochene niederländische Sprache nur in Dialektform vorkam und die geschriebene Sprache differenzierte sich stärker und verlor dabei den Anschluss an die Entwicklung im Niederländischen.
Die kurze Wiedervereinigung in den Jahren 1815–31 konnte die Lage im Süden nicht entscheidend verändern, doch legte sie den Keim zur Flämischen Bewegung. Diese erreichte über eine Reihe von belgischen Gesetzen, dass Flandern seit dem späten 19. und im 20. Jh. allmählich wieder ein homogenes niederländisches Sprachgebiet wurde.
Diesen Artikel empfehlen




