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Newari
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Eine eigenständige Sprache mit eigener Schrift innerhalb der tibeto-himalayischen Sprachen des tibeto-birmanischen Sprachzweiges. Sie wird von weit mehr als 825.450 Menschen (2001) in einer ethnischen Population von fast 1,257 Mio. Angehörigen inklusive über 1,245 Mio. Newar sowie über 11.500 ethnischen Pahari in Nepal gesprochen. Viele Frauen sind monolingual. Das Newari ist das Verständigungsmittel einer intellektuell und literarisch dominierenden ethnischen Gruppe in Nepal.
Sie wird in Zentral-Nepal, hauptsächlich in und um die Hauptstadt Kathmandu, besonders aber in Patan (Lalitpur) und Bhadgaon (Bhaktapur) sowie in vielen kleineren Städten der nördlichen Hälfte Nepals von der Westgrenze bei Baitadi bis nach Dharan Bazar im Osten, in Enklaven in Pokhara, Silgarh, in Orten zwischen dem Fluss Arun und dem Dudh-Kosi sowie im Süden bei Butwal gesprochen. Ebenso gibt es einige Sprecher in Sikkim und West Bengal, in Bettiah in Bihar sowie auch auf den Andamanen.
Dem Newari zugehörende Dialekte sind: Sindhupalchok Pahri (Pahri, Pahari), Dolkhali (Dolakha), Kathmandu-Pathan- Kirtipur, Baktapur, Totali, Citlang und Baglung. Das Dolkhali von Dolakha und Pahri von Sindhupalchok können nach GENETTI 1994 auch separate Sprachen sein. Dolakha, Totali und Pahari sind recht konservativ in der Linguistik, Kirtipur ist eng verwandt dem Kathmandu. Die Baktapur-Bevölkerung kann das Kathmandu am besten verstehen. Es existieren einige vokabularische Differenzen zwischen Hindu- und buddhistischen Sprechern. Bereits aus dem 12./13. Jh. liegen Schriftzeugnisse dieser Sprache vor.
Das Newari war vor der Ankunft der indogermanischen Gurkhas Staatssprache in Nepal und eine weitverbreitete Kultur- und Literatursprache. Es wurde dann ab der zweiten Hälfte des 18. Jh. von den nepalesischen Eroberern verboten, so dass daraufhin innerhalb von 200 Jahren viele Newar das indoarische Nepali angenommen haben. Dadurch blieben nur einzeln verstreute Sprachinseln, vor allem in den Stadtgebieten erhalten, die keine große Perspektive mehr haben, obwohl das Newari heute wieder sehr gepflegt wird. Literarische Quellen dieser Sprache sind seit dem 14. Jh. belegt.
Die Sprecher des Newari sind die ethnische Gruppe der Newar, eine der Hauptbevölkerungen Nepals. Sie siedeln vorwiegend im Kathmandutal und sind berühmt für ihre Architektur. Als Handwerker und Händler leben sie aber auch in vielen anderen Gegenden des Landes. Sie betreiben einen intensiven Ackerbau, der mit einer Stadtkultur verquickt ist. Seit langem schon stehen die Newar unter dem kulturellen Einfluss Indiens. Nach der Überlieferung soll der Buddhismus schon im 1. Jh. v. Chr. in dieser Region eingeführt worden sein.
Spätestens seit der Guptazeit (4.–6. Jh.), wurden die Newar von Indien beherrscht. Ab etwa dem 12. Jh. setzten sich Rajputen im Nepaltal fest und begründeten einige Kleinstaaten (–› Gurkha). Unter der Malla-Dynastie regierten die Newar ab 865 in Mittelnepal, das sie ab dem 13. Jh. 600 Jahre lang fast vollständig dominierten. Wirtschaftliche Basis war neben dem Reisanbau bis ins Jahr 1950 hinein der Transhimalaya-Handel. 1769 eroberten die Gurkhas ihr Gebiet und unterwarfen die einheimische Bevölkerung. Seither sind die Newar dem hinduistisch dominierten Staatsapparat untergeordnet.
Heute ist der Anbau von Reis und Gemüse auf Bewässerungsfeldern und die Viehzucht in seiner Bedeutung für die Subsistenz der Newar-Bevölkerung nur noch zweitrangig. Die Newar führen ein typisches Stadtleben, sind meist Händler und Geschäftsleute. Sie leben meistenteils in Haushalten mit Großfamilien. Eine Besonderheit sind die religiösen Familienvereinigungen (guthi), die vielfältige kultische und soziale Aufgaben haben und darüber hinaus über privaten Landbesitz verfügen. Vereine mit eigenem Ver mög en, wie beispielsweise Ländereien und einer geschäftlichen, sozialen, religiösen oder anderer öffentlichen Zielsetzung vereinigen Nachbarn und Verwandte zu Identitäts- und Aktionsgruppen. Die Newar heiraten oftmals Verwandte.
Schwesternheiraten, Scheidung und Wiederverheiratung sind sehr verbreitet. Zudem gibt es eine sogenannte Scheinheirat von Mädchen mit dem Gott der Ernte und der Fruchtbarkeit (narayn). Jungverheiratete Ehepartner ziehen gewöhnlich zur Familie des Mannes. Als Frau des unsterblichen Narayn kann jede Newar-Frau nach Gutdünken ihren Ehemann verlassen und ebenso wird eine Ehefrau auch nicht als Witwe betrachtet, wenn ihr irdischer Ehemann stirbt. Durch ihre Einstellung zur Heirat unterscheiden sich die Newar entschieden von den Nepali sprechenden Kasten. Für die Newar ist die Heirat ein Bund, den jede Partei auf Wunsch lösen kann. Ein jeder Newar gehört einer exogamen Patrilinie an, die für Trauerfeste und in Hinsicht auf die Gottesverehrung bedeutsam ist.
Ihr Glaube ist eine Mischreligion. Rituale und Kultstätten verbinden buddhistische mit hinduistischen Elementen und alle beide sind noch tantrisch überformt. Hinduistische und buddhistische Newar besitzen viele Gemeinsamkeiten, feiern vielfach dieselben Feste und verehren die gleichen Heiligtümer und Gottheiten. Wichtig im Leben vieler Newar ist heute das Kastensystem. Eine starke Hinduisierung führte zur Kastengliederung nach Beschäftigungen selbst bei jener Newar-Minderheit, die sich nach wie vor zu ihrer angestammten buddhistischen Religion bekennt.
Etwa 30 verschiedene Kasten werden gemäß ihrer Reinheit entweder nach dem Beruf oder aber dem religiösen Status unterschieden. Darüber hinaus ist die buddhistische oder hinduistische Orientierung bedeutsam. Innerhalb dieser Kasten wird meist auch geheiratet. Monogamie ist die übliche Eheform der Newar, nur Reiche können sich mehrere Frauen halten.
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