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Nambikuára
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Eigenständige Sprachfamilie bildendes südamerikanisches Volk, das ursprünglich im Quellgebiet der Flüsse Guaporé, Juruena und am Rio Roosevelt im nordwestlichen Teil des brasilianischen Bundesstaates Mato Grosso, besonders zwischen dem Rio Arinos und Xingú ansässig waren.
Sie unterteilen sich in:
- Nord-Nambikuára (Mamaindé) - mit etwa 136 Angehörigen (1999) in Mamaindé, Mato Grosso und in Latundê, Rondônia. Dialekte sind: Mamaindé, Negarotê, Tawanxte, Taxmainite, Taxwensite und Yalapmunxte (Lacondê, Latundê).
- Süd-Nambikuára - mit etwa 1.150 Angehörigen (2000) in etwa zehn Dörfern im Nordwesten von Mato Grosso, verstreut entlang des Highway von Porto Velho nach Cuiabá. Dialekte sind: Saxwentesu, Wakalitesu, Manduka, Khithaulhu, Serra Azul, Wasusu, Alatesu, Hahaintesu, Halotesu, Waikisu, Galera und Sarare.
- Sabanês (Sabones, Sabanê) - mit vielleicht noch 60 Angehörigen (1995) in Mato Grosso, die innerhalb der brasilianischen Bevölkerung integriert sind.
Die Nambikuára sind ein Volk von Jägern und Sammlern, die traditionell nur wenig Bodenbau betreiben. Anfang des 20. Jh. gab es noch mehrere Tausend von ihnen, heute sind sie zusammengeschrumpft auf etwa 1.145 Angehörige (2001). Die Kultur dieser erst Anfang des Jahrhunderts in Kontakt mit den Brasilianern getretenen Indianer war materiell besonders einfach. Umsiedlungen, Straßenbau und staatliche Siedlungsprojekte brachten sie an den Rand der Ausrottung. Die meisten von ihnen sind in wenigen Jahrzehnten an von der weißen Bevölkerung eingeschleppten Krankheiten zugrundegegangen.
Sie haben sich meist in der Nähe von Missionsstationen niedergelassen, stehen aber nur gelegentlich mit ihnen in Verbindung. Während der Regenzeit führen sie ein sesshaftes Leben als Brandrodungsbauern in den Galeriewäldern an den Flüssen und errichten dann dort provisorische Dörfer die kreisförmig um einen zentralen Platz angeordnet sind, in dessen Mitte das sogenannte Flötenhaus steht. Dann pflanzen sie Süßkassave, Mais und Maniok. Zur Erntezeit wird ein Ritual um sakrale Flöten abgehalten, die von den Frauen und Kindern verborgen gehalten werden.
Vermutlich wurde dieser Brauch einst von den benachbarten Paressi, einem Aruakstamm übernommen. Ein besonderes Fest ist auch der Aufnahme der Mädchen in die Gemeinschaft gewidmet. Diese werden damit zu heiratsfähigen Frauen. In der Trockenzeit leben die Nambikuára in kleinen Horden aufgeteilt, schlafen unter Schutzdächern, fischen und bestreiten in der Savanne das harte Dasein von Jägern und Sammlern. Bei der Heirat, bei der eine Kusine ersten Grades bevorzugt wird, werden Geschenke ausgetauscht.
Die Anführer haben manchmal mehr als nur eine Frau. Der einfachen materiellen Kultur der Nambikuára steht ein reichhaltiges spirituelles Leben gegenüber. Als höchstes Wesen gilt der Donner. Unabwendbare wie unerklärliche Dinge werden mit dem Ungeheuer „atasu“ in Verbindung gebracht, vor dem man sich durch das Abschleudern eines magischen Dolches zu schützen versucht. Charakteristisch ist der Glaube an die abstrakte Macht (nandé). Vor allem der Medizinmann kann als Medium dieser Kraft fungieren.
Nach dem Bau einer Bundesstraße und der Okkupation ihres Landes durch weiße Farmer wurden die Nambikuára gezwungen, in ein Reservat umzusiedeln mit aridem, unfruchtbarem Boden. Die daraus resultierende demographische Katastrophe der zu Beginn des Jahrhunderts noch einige Tausend zählenden Nambikuára ging anschließend als das „Biafra brasileiro“ durch die Presse.
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