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Moken
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- Zum Moklen-Zweig der malaiischen Gruppe gehörende malaiisch-polynesische Sprache, die von etwa 7.000 Angehörigen (1993) im Mergui-Archipel vor der Halbinsel Malakka, auf Dung und anderen kleinen Inseln im Süden Myanmars gesprochen wird und stark malaiisiert ist. Die Sprecher verwenden eine Anzahl malaiischer Dialekte, die sich stark unterscheiden.
Für Malaien ist es oft schwer, die Moken zu verstehen. Selbst unterschiedlichen Gruppen angehörende Moken haben oft Schwierigkeiten mit der Verständigung untereinander. Eine unbekannte Anzahl Angehöriger lebt an der Westküste im Süden Thailands, auf Phuket, in Phangnga, Krabi und Ranong. Zum Moken gehören die Dialekte Dung, Ja-It und L’be. Die Moken-Bevölkerung lebt sehr primitiv als Seenomaden auf Booten, aber gelegentlich lassen sie sich auch auf den Inseln in dem Gebiet nieder.
„Moken“ oder „Mawken“, was von den Wörtern „oken = Salzwasser“ und „lemo = eintauchen“ abgeleitet wird, ist die Eigenbezeichnung der Seenomaden vor der Küste Myanmars, während sie von den Birmanen „Selong“ oder „Selon“ genannt werden, bei den Thailändern „Chao-Nam = Wasserleute“ oder „Chau Ko’ = Inselleute“ heißen und im Malaiischen als „Orang Laut = Seeleute“ bezeichnet werden. Trotzdem beziehen sich die thailändischen und malaiischen Bezeichnungen nur gelegentlich auf die Moken, bezeichnen aber meist ihnen verwandte Gruppen von sesshaften Küstensammlern, die weiter im Süden leben.
Lediglich die Gruppe der „Orang Selitar“ vor der Südwestspitze der malaiischen Halbinsel weist einen dem der Moken vergleichbaren Boots-Nomadismus auf. Die Moken des Mergui-Archipels, einer sich von Norden nach Süden erstreckenden, über 200 Inseln umfassenden Inselkette zwischen der birmanischen Küste und den weiter westlich gelegenen Andamanen, leben während des trockenen NO-Monsuns in den Monaten November bis April überwiegend familienweise auf ihren bis zu 10 Meter langen und nur mit Windschirmen überdeckten Einbäumen.
Während dieser Zeit betreiben sie Fischfang, meistens mit dem Speer, tauchen nach Perlen und suchen die Umgebung der westlichen Felseninseln nach Seegurken und Mollusken ab. Da es auf den Inseln des Mergui-Archipels nur sehr wenig Quellen gibt, muss auf jedem Wohnboot ein Wasservorrat gehalten werden. Auch Abfälle werden solange mitgeführt, bis sie wieder einmal an Land kommen. Sie werfen sie niemals ins Meer, um nicht etwa Haie auf ihre Spur zu locken.
Zur Zeit des regenreichen SW-Monsuns halten sich die Moken an den Stränden auf den Lee-Seiten der festlandsnahen Inseln auf, wo sie ihre Boote überholen, Strandwürmer, Muscheln und Schalentiere sammeln und auch mal in den nahegelegenen Wäldern auf die Jagd gehen. Die einzelnen Moken- Gemeinschaften, die aus Gruppen von meist 5–10 Booten bestehen, unterhalten recht enge Beziehungen zu chinesischen und malaiischen Händlern, von denen sie im Austausch gegen Meerestiere, Perlen, Waldprodukte und Pandanus-Matten sich mit Reis, Salzfisch, Alkohol und Opium (von dem sie in den letzten Jahren in wachsendem Maße abhängig geworden sind) eindecken.
Die Moken sind kleinwüchsig, haben eine recht hohe Stirn, welliges, jedoch kein gelocktes Haar und eine dunkelbraune Haut. Sie sind zierlich, aber auch muskulös und es lassen sich chinesische, malaiische und Negrito- Typen unterscheiden. Sowohl Männer als auch die Frauen tragen den Sarong – die Männer statt dessen zuweilen einen Lendenschurz. Die Oberkörper beider Geschlechter sind aber stets unbekleidet. Ihre traditionelle Religion, die aus Schamanismus gepaart mit Geistervorstellungen besteht, spielt im Leben der Moken nur eine geringe Rolle. Die Moken entstammen offenbar dem Bereich der Malakka-Straße.
Ihre mündliche Überlieferung deutet darauf hin, dass sie ursprünglich auf dem Festland lebten, dass sie jedoch ständig unter Verfolgung und Ausbeutung durch die Malaien zu leiden hatten, so dass sie immer weiter nordwärts wanderten und schließlich ihr unstetes Dasein auf dem Meer begannen. Ihre Geisteshaltung ist sehr typisch für ein Flüchtlingsvolk. Sie sind misstrauisch gegenüber Fremden. Die Vorliebe für eine ungebundene Lebensweise auf dem Meer und die Scheu gegenüber Fremden ist bei den Moken so tief verwurzelt, dass die Versuche, sie in festen Küstendörfern anzusiedeln, bisher nur selten dauerhaften Erfolg hatten.
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