Erhalten Sie täglich per Twitter News, Tips und Tricks zum Fremdsprachen lernen. Über 5700 begeisterte Fremdsprachenlerner folgen uns bereits.
Mískito
Diesen Artikel empfehlen
Ein mittelamerikanischer Volksstamm, deren Sprache zur Gruppe der Misumalpa-Sprachen rechnet, die äußerlich einen starken afrikanischen Einschlag aufweisen. Sie leben mit etwa 29.000 Angehörigen in den sumpfigen Küstenebenen des östlichen Honduras, im Departement Gracias a Dios an der Mündung des Rio Patuca und mit etwa 154.400 Angehörigen (1993) in Nikaragua. Dort bewohnen sie die Lagunas de las Perlas, welche allgemein als die Moskitoküste bekannt sind.
Vor allem bevölkern sie die Autonome Region Nord-Atlantik im Departement Zalaya, mit einer Konzentration in Puerto Cabeza und in Städten und Dörfern wie San Carlos (Río Coco), Prinzapolka, Tronquera, Waspam, Leimus, Bocana de Paiwas, Karawala, Sangnilaya, Wasla, Sisin, Rosita, Bonanza, Siuna, Bihmuna und entlang des Río Coco sowie auch die Autonome Region Süd-Atlantik. Ihre Sprache unterteilt sich in die Dialekte: Honduras- Mískito (Mam), Tawira (Tauira), Baymuna (Baldam), Wanki und Cabo (Kabo). Die Sprache ist ziemlich weitverbreitet und obwohl in den Schulen nur Spanisch gelehrt wird, wird sie von fast allen gesprochen und auch verstanden.
Auch viele Mestizen und von den Spaniern abstammende Menschen lernen Mískito. Die Sprache steht dem Sumu Mayangna am nächsten. Der Dialekt Wangki ist vor allem rund um Puerto Cabeza verbreitet und die anderen Dialekte sind verstreut im Südwesten der Region. Die Mískito sind Brandrodungsbauern, die ungiftigen, süßen Maniok anbauen, etwas Viehzucht und Fischerei betreiben und sich auch von wildwachsenden Früchten ernähren. Sie sind in exogamen Verwandtschaftsgruppen organisiert. Die Männer bestreichen sich ihren Körper mit schwarzer Farbe, die ihnen zum einen als Schmuck, aber auch als Schutz gegen Insekten dient.
Die Mískito verbündeten sich im 18. Jh. mit den Briten teils gegen die Spanier, aber auch gegen die Indianer des Hinterlandes. Mitte des 18. Jh. organisierten sie sich in einem Element traditionellen Kazikentums unter der Schirmherrschaft des britischen Königreichs zu einem von den Briten als „Protektorat“ anerkannten Staatsgefüge. Es gewährte vielen entflohenen Negersklaven Zuflucht und geriet dadurch immer mehr in Kontrastellung zu den Briten. 1786 überließ Großbritannien das Protektorat den Spaniern und billigte den Einfall spanischer Truppen, die das Land völlig verwüsteten.
Nach jahrzehntelangem Abwehrkampf der Mískito erkannte Spaniens Nachfolger Nikaragua das Königreich 1838 als wiederum britisches Protektorat an, auf das die Briten jedoch im Jahre 1860 verzichteten. In all dieser Zeit waren die Mískito de facto unabhängig. Erst gegen Ende des 19. Jh. wurden sie schließlich unterworfen. Aus ihrem jahrhundertlangen Freiheitskampf bewahrten sie sich eine Ablehnung der spanisch-katholischen Welt gegenüber, die später dann auch zu Auseinandersetzungen mit der sandinistischen Regierung in Nikaragua führte. Viele von ihnen sprechen als Zweitsprache nicht Spanisch, sondern Englisch und der Protestantismus ist unter ihnen weit verbreitet.
Diesen Artikel empfehlen




