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Mazedonisch
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Eine südslawische Sprache der indogermanischen Sprachfamilie, die dem Bulgarischen sehr nahesteht. Sie ist die offizielle Sprache in der heutigen Makedonischen Republik (einer einstigen Teilrepublik des ehemaligen Jugoslawiens) und ebenso die Nationalsprache der mazedonischen Angehörigen in den angrenzenden Gebieten Bulgariens, Griechenlands und Albaniens. Mit dem serbischen Einfluss seit etwa dem 14. Jh. in Phonetik und Lexik bekam das Makedonische immer mehr eine Zwischenstellung zwischen Serbisch und Bulgarisch.
Trotz der Versuche einiger Schriftsteller des 19. sowie Anfang des 20. Jh., eine makedonische Nationalliteratur zu schaffen, gelang es Makedonien erst 1944, sich eine eigene Schriftsprache zu geben. Es verwendet mehrheitlich das kyrillische Alphabet. Wie in sämtlichen slawischen Sprachen in Jugoslawien wurde Mazedonisch stark „internationalisiert“ d.h. lateinische und serbische Wendungen wurden künstlich in die mazedonische Sprache eingepflanzt, um sie so vom Bulgarischen abzugrenzen. Aufgrund der großen Ähnlichkeit zum Bulgarischen und weil lange Zeit keine mazedonische Schriftsprache bestand, wird häufig das Mazedonische als bulgarischer Dialekt angesehen.
Dagegen betonen viele Mazedonier ihr Bereich als Ausgangspunkt für die Entwicklung des Altkirchenslawischen bzw. Altbulgarischen vor über 1000 Jahren. Diese Argumentationen lieferten dann auch die Grundlage für frühere gegenseitige Bereichsansprüche des Südslawischen Staates/Jugoslawien und Bulgariens. Das Mazedonische ist mittlerweile eine voll ausgebaute und für Äußerungen in allen Lebensbereichen gerüstete moderne Sprache. Auch wenn eine Verständigung mit den Sprechern des Bulgarischen problemlos möglich ist, werden mittlerweile beide Idiome als eigenständige südslawische Sprachen angesehen.
Im Rahmen der nicht auf genealogischer Sprachverwandtschaft, sondern auf Sprachkontakt durch räumliche Nähe begründeten Sprachbund-Theorie gehört das Mazedonische zum Sprachbund der Balkansprachen. In Griechenland wird diese Sprache nur mit dem Terminus „Slawisch“ bezeichnet. Einige Griechen sehen in dem Namen „Mazedonisch“ einen Angriff auf ihre nationale Integrität. Das kommt daher, dass Mazedonien (oder Makedonien) auch der Name einer Region in Nordgriechenland ist. Das Volk der Makedonier (Mazedonier), mit der Eigenbezeichnung „Makedonci“, bildet mit etwa 2,2 Mio. (= 66,5%) den Hauptbestandteil der Bevölkerung der heutigen VR Makedonien.
Daneben leben über 200.000 in Bulgarien und über 70.000 in der als Makedonia bezeichneten nordwestlichen Provinz Griechenlands. Durch jüngere Auswanderung leben Sprecher auch in Slowenien, Kanada, Ungarn sowie in Deutschland (ca. 75.000). In Makedonien selbst leben große türkische und albanische Minderheiten sowie zahlreiche slawische Muslime. Seit der slawischen Besiedlung des Gebietes im Laufe des 6./7. Jh. bedienen sich die Makedonier einer slawischen Sprache. Die ethnische Zugehörigkeit der vorslawischen makedonischen Bevölkerung lässt sich nicht eindeutig bestimmen. Die Makedonier werden in der Literatur sowohl den Thrakern und Illyrern als auch den Griechen zugerechnet. Von den Griechen wurden sie jedoch als „Barbaren“ betrachtet.
Der makedonische König PHILIPP II. (369–336 v. Chr.) eroberte Griechenland und sein Sohn ALEXANDER DER GROSSE (356–323 v. Chr.) konnte das Perserreich unterwerfen und drang bis nach Indien und Ägypten vor. Im Jahre 146 v. Chr. wurde Makedonien römische Provinz und nach 395 n. Chr. geriet es abwechselnd unter byzantinische, bulgarische und serbische, seit dem 14. Jh. unter osmanische Herrschaft. Infolge der Balkankriege wurde Makedonien zwischen Griechenland, Serbien und Bulgarien aufgeteilt. Das Gebiet der heutigen Republik Makedonien kam 1913, nach dem zweiten Balkankrieg an Serbien und ging dann 1918 im jugoslawischen Königreich auf. Das serbische Hegemoniestreben rief jedoch bald die Opposition der makedonischen Bevölkerung hervor.
Vom bulgarischen Gebiet aus versuchte die bereits seit 1893 bestehende IMRO (Innere Makedonische Revolutionäre Organisation) mit teilweise terroristischen Mitteln, ein selbständiges oder autonomes Gesamt-Makedonien zu konstituieren. Erst 1934 gelang es dem bulgarischen Militär, begleitet von einer außenpolitischen Annäherung an Jugoslawien, die Zerschlagung der IMRO. Im Zweiten Weltkrieg wurde Makedonien von Bulgarien besetzt und 1945 wurde der an Serbien gefallene Teil nun eine Teilrepublik innerhalb Jugoslawiens, und die im Südwesten Bulgariens und im Nordwesten Griechenlands lebenden Makedonier wurden indes nicht als Nationalität anerkannt. Nach dem Zerfall Jugoslawiens bemühte sich die demokratisch gewählte Regierung um die Anerkennung Makedoniens als einen unabhängigen Staat.
Griechenland aber erklärte, einen solchen Staat erst dann anzuerkennen, wenn der Name „Makedonien“ geändert wird, da sie von Seiten des neuen Staates irredentistische Ansprüche auf die gleichnamige griechische Provinz befürchteten. Da der nun international anerkannte Staat nicht auf den Namen Makedonien und auf bestimmte Embleme, die an die antike Dynastie ALEXANDER DES GROSSEN erinnerten, wie der „Stern von Vergina“, verzichten wollte, blieben gewisse Spannungen zwischen beiden Ländern weiterhin bestehen. In einem Interimsabkommen am 13.9.1995 verzichtete schließlich die VR Makedonien auf die Verwendung des Sterns von Vergina in ihrer Staatsflagge und bekannte sich zu gutnachbarlichen Beziehungen gegenüber Griechenland, worauf dieses nunmehr Makedonien völkerrechtlich anerkannte.
Im Februar 1998 setzte im benachbarten Kosovo die Eskalation zwischen Serben und Albanern ein. Da es auch in Makedonien eine recht große Anzahl an Albanern gibt, kam es bald auch hier zu Spannungen, die sich nach den Flüchtlingsdramen noch vergrößerten. Nach dem Einmarsch der UNO-Friedenstruppen konnte die Situation zunächst wieder entspannt werden, doch die andauernde ethnische Separierung der Gesellschaft in Makedonier und Albaner stellte ein großes Problem dar. 2001, im zehnten Jahr der staatlichen Existenz, eskalierte das schon lange gespannte Verhältnis zwischen den Makedoniern und der albanischen Minderheit im Lande. Die Kämpfe griffen auf fast das gesamte Land über. Am 13. August des gleichen Jahres kam es schließlich zum Friedensvertrag von Ohrid, doch schwelten die Konflikte zwischen den beiden Volksgruppen im Untergrund weiter.
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