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Lakandon
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Eine mittelamerikanische Indianerbevölkerung, die zur Maya-Gruppe der Maya- Quiché-Zoque-Sprachfamilie gehört und mit etwa 500 bis 700 Angehörigen in Najá, Lanjá San Quintín, Metzaboc und Betel im mexikanischen Bundesstaat Chiapas, am Rio Usumacinta, in der äußersten Südostecke Mexikos, an der Grenze zu Guatemala lebt. Die Lakandon sind eines der wenigen Völker, die dem in neuerer Zeit allseitig einsetzenden Europäisierungsprozess bisher weitgehend noch entgehen konnten.
Trotzdem sind auch sie in ihrer Unberührtheit bedroht, besonders durch Holzfäller, die mit modernen Transportmitteln immer weiter in ihr Gebiet vorstoßen, aber ebenso durch Missionare und in der Gegenwart vor allem durch den Tourismus. Die Lakandon sind ein verhältnismäßig kleines Volk, das in Familiengruppen verstreut in dem bergigen und dichtbewaldeten Gebiet lebt, das eingeschlossen ist von den drei Flüssen, dem Lacantún, dem Usumacinta und dem Jatate.
Sie kennen keine zentrale Führung. In dem weiten Gebiet liegen ihre Dörfer (caribals) oftmals einige Tagesmärsche voneinander entfernt. Diese sind versteckt in kleinen künstlichen Lichtungen angelegt und häufig nur auf dem Wasserweg oder auf verschlungenen Pfaden, die kein Fremder kennt, zu erreichen. Auf Grund ihrer Lebensformen und der natürlichen Gegebenheiten ihres Lebensraumes ist es den Lakandon bisher gelungen, die Verbindung mit der Außenwelt auf ein Mindestmaß zu beschränken. Die Geschichte ihrer Herkunft ist nicht genau bekannt.
Wahrscheinlich sind die Maya irgendwann im Mittelalter von einem äußeren Feind angegriffen und ihre Städte, wie z.B. Palenque und Yaxchilán erobert worden. Die Oberschicht dieser Städte ist dann nach Yucatán im Norden geflohen, während die unteren Schichten dagegen in den dichten Wäldern der weiteren Umgebung Zuflucht suchten. Von ihnen stammen die heutigen Lakandon ab. Darauf weist vor allem der Name, den sie sich selber gaben „massewal = untere Klasse, Arbeiterschicht“, ein Wort, das aus der Nahuatl-Sprache stammt. Die Lakandon-Bevölkerung zeichnet sich durch einen selbstsicheren Stolz aus.
Sie sind relativ kleinwüchsig, ihre Haut hat einen goldfarbenen Ton und ihre Haare fallen meist lang auf ihre Schultern herab. Ihre Stirn ist häufig recht abgeflacht, was von dem Tragen der schweren Lasten mit Hilfe von Stirnbändern oder Riemen herrührt. Die Frauen schmücken sich mit Halsketten aus bunten Kugeln oder Beeren und die Männer tragen oft einen Nasenschmuck. Früher waren die Lakandon lediglich Jäger und Sammler, heute treiben sie vorrangig Feldbau zur Selbstversorgung. Vor den Pflanzarbeiten bauen sie mitten auf die Felder neue Häuser, was aber eigentlich nur ein wenig mehr als schützende Dächer sind. Vier gabelförmige Pfosten tragen das Rahmenwerk für das Giebeldach, das fast bis zum Boden reicht, aber die Stirnseiten offen lässt.
Es ist mit Palmblättern bedeckt. Mais bildet ihr Grundnahrungsmittel. Dazu essen sie Kassave, Süßkartoffeln, Bohnen, Kürbiskerne, Tomaten, Schildkröteneier, Fische und Krustentiere. In den Wäldern jagen sie Tapire, Wildschweine, Vögel und Affen als ihre Fleischnahrung. Die Frauen der Lakandon sind ebenso stark wie ihre Männer und verrichten beinahe die gleichen schweren Arbeiten. Doch sind bei ihnen noch immer die Reste der alten, ehemals weitverbreiteten Furcht vor den verderblichen Einflüssen des Weiblichen lebendig. Daher werden auch ihre Frauen von den meisten religiösen Riten ausgeschlossen. Auch dürfen Pfeile und Bogen, die von den Männern mit einer sehr großer Sorgfalt hergestellt werden – Pfeile bekommen eine Spitze aus Feuerstein – nicht von Frauen berührt werden, da sie sonst, ihrer Ansicht nach, unbrauchbar werden.
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