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Kroatisch
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- Eigentlich ist unter dieser Bezeichnung der westliche Dialekt des serbokroatischen Zweiges der slawischen Sprachen innerhalb der indogermanischen Sprachfamilie zu verstehen. Das Kroatische bildete einst zusammen mit dem Serbischen die jugoslawische Staatssprache, die allgemein unter dem Begriff „Serbokroatisch“ bekannt war. Die kroatische Sprache unterscheidet sich von der Serbischen vor allem im lexikalischen Bereich, aber auch in einigen auf dem Balkan äußerst selten gebräuchlichen Konstruktionen, wie etwa der Infinitivkonstruktion.
Das Kroatische wurde immer schon in lateinischer Schrift wiedergegeben, während die serbische Sprache immer in kyrillischer Schrift geschrieben wurde. Nach der im Dezember des Jahres 1990 verkündeten Verfassung ist das Kroatische in der Lateinschrift die Staatssprache der im Sommer 1990 entstandenen Republik Kroatien. Die Kroaten stellten in der ehemaligen jugoslawischen Republik Kroatien die größte Bevölkerungsgruppe. Fast eine Million leben außerhalb Kroatiens, nach dem 1991 ausgebrochenen Bürgerkrieg vor allem in dem kroatisch regierten Teil Bosnien-Herzegowinas.
Haupteinkommen der Kroaten spielt heute wieder der Tourismus an der dalmatinischen Küste. Der Einfluss der romanischen Zivilisation und Kultur macht sich nicht nur auf religiösem Gebiet bemerkbar – die Kroaten sind in der Regel römisch- katholischen Glaubens – sondern auch in sehr vielen Bereichen der materiellen Kultur. Dies betrifft insbesondere die Region der dalmatinischen Küste, die unter anderem lange von Venedig beherrscht wurde. Die anderen Teile Kroatiens unterstanden mit Unterbrechungen seit dem Mittelalter bis 1918 der Donaumonarchie. Nach der Niederlage Ungarns gegen die Osmanen bei Mohács im Jahre 1526, wurde Kroatien geteilt, und der Süden wurde Teil des Osmanischen Reiches.
Gegen die osmanische Invasion wurde in Slawonien die sogenannte Militärgrenze, die „Krajina“ errichtet (1538–1881), innerhalb derer sich auch viele Serben ansiedelten. Im Jahre 1918 wurde dann das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen, der erste jugoslawische Staat, gegründet. Er brachte den Kroaten die erwünschten Freiheiten ebenso wenig wie später das sozialistische Jugoslawien. Als Gegenkraft gegen die zentralistischen Bestrebungen des serbisch dominierten Staates wurde die Ustascha-Partei gegründet, deren Ziel die Schaffung eines eigenständigen Großkroatien war und, von MUSSOLINI und HITLER unterstützt, konnte sie 1941 den „Unabhängigen Staat Kroatien“ ausrufen, in dem die Angehörigen aller anderen ethnischen Gruppen von Staatsämtern ausgeschlossen waren.
Ihre Ideologie lebte in der jüngsten Zeit wieder auf und verstärkte die ohnehin vorhandenen Spannungen zwischen Kroaten und Serben. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Kroatien eine der sechs Teilrepubliken im föderativen Staat Jugoslawien, die unter J. B. TITO zusammengehalten wurden. Am 25. 6. 1991 erklärte das kroatische Parlament die Unabhängigkeit. Die daraus resultierenden Auseinandersetzungen mit der von Serbien dominierten jugoslawischen Bundesregierung entwickelte sich dann zu dem blutigen Bürgerkrieg, der erst 1992 durch UNO- Friedenstruppen beendet wurde.
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