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Kreen-Akroré
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- Ein südamerikanischer Volksstamm, der zur Sprachfamilie der Gê gehört und bis in die sechziger Jahre des 20. Jh. noch unbekannt war. Erst 1973 sind sie erstmals mit den Weißen in Berührung gekommen. Ihr Wohngebiet liegt im Xingú-Park im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso, wo sie mit etwas über 200 Angehörigen (2000) leben. Ihre Sprache liegt dem Canela wesentlich näher als dem Cayapó. Die Kreen-Akroré schlafen dichtgedrängt auf dem Boden in wandlosen, großen Unterkünften, die mit Bananenblättern gedeckt sind.
Sie betreiben keinen Brandrodungsfeldbau wie ihre Nachbarn, sondern legen kunstvoll geometrische Gärten an, in denen sie Bananen und Mais anbauen. Bei vielen Indianern Zentralbrasiliens gibt es eine alte Sage von einem Stamm furchtbarer Riesen. Das erste Zeichen, dass diese riesenhaften Menschen auch in Wirklichkeit existieren, stammt aus den frühen sechziger Jahren, als eine wissenschaftliche Expedition plötzlich am Rio Iriri, in einem Gebiet, wo man bisher annahm, dass es dort keine Indianer gäbe, plötzlich von unbekannten Indianern überfallen wurde. Zu etwa der gleichen Zeit hatten die in der Nachbarschaft leben Jäger des langhaarigen und ebenfalls zur Gê-Sprachfamilie gehörenden Txukahamae- Stammes auch eine Begegnung mit diesen Menschen, die sie dann „Kreen-Akroré = Menschen mit kurzen Haaren“ nannten.
Die ersten, die diese furchtbaren Riesen finden und befrieden sollten, waren die Brüder ORLANDO und CLAUDIO VILLAS BOAS , die Gründer des Nationalparks am Rio Xingú. Sie kamen in der Nähe des Rio Peixoto- Azevedo in ein Lager der Kreen-Akroré, das aber kurz vorher verlassen wurde. Um ihre friedlichen Absichten kundzutun, falls die Indianer zurückkämen, hinterließen sie verschiedene Geschenke im Dorf. Die Indianer kamen im Schutze der Dunkelheit zurück, fanden die Geschenke und boten im Austausch Affenfleisch, Pfeile, Keulen und Steinäxte an. Die Keulen waren schön geschnitzt und verziert und so riesig, dass nur körperlich sehr große Menschen sie schwingen konnten.
Und tatsächlich sind die Mitglieder des Stammes der Kreen-Akroré gegenüber ihren Nachbarn im Durchschnitt um 30–50 cm größer. Persönliche Kontakte wurden dann aber erst einige Jahre später, zuerst von den Brüdern VILLAS BOAS und später auch von anderen Weißen, mit diesem Volksstamm geschlossen und Ende der siebziger Jahre wurden sie dann in den entstandenen Nationalpark am Rio Xingú umgesiedelt, wo sie in der Nachbarschaft mehrerer anderer, zu ihrer Sprachfamilie gehörender, aber auch sprachlich und kulturell fremder Stämme friedlich zusammenleben können.
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