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Korsisch
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Ein mittelitalienischer Unterdialekt, der heute teilweise auch als eine eigene romanische Sprache ausgezeichnet wird, mit reichlichen französischen Einflüssen, der von etwa 341.000 Menschen (2001) auf der Mittelmeerinsel Korsika gesprochen wird. Die Gesamtpopulation der Korsen in allen Ländern beträgt rund 402.000 Angehörige. Seit dem 11. Jh. bereits wurde das Korsische von den Sprachen der jeweiligen Herrscher überlagert. Es ist mittlerweile standardisiert und gilt auch als Kirchensprache. Dialekte des Korsischen sind: Sartenais, Vico-Ajaccio, Nord-Korsisch (Cape Cors, Bastia) und Venaco.
Vermutlich sind die Korsen aus einer Vermischung von Iberern, Ligurern, Karthagern, Etruskern, Römern, Mauren, Franzosen und Italienern hervorgegangen. Bis in das Jahr 1735 lebten die Korsen unter der sich öfters gegenseitig ablösenden Fremdherrschaft der Pisaner, Aragonesen und Genuesen. Nach dem Befreiungskrieg 1730–1735 gegen Genua gaben sich die Korsen ein freiheitliches Grundgesetz, das Exekutive, Legislative und Judikative voneinander trennte. Im Jahre 1768 verkauften die Genuesen die Insel an Frankreich. Der berühmteste Korse, NAPOLEON BONAPARTE, wurde 1769 in Ajaccio, dem Hauptort, geboren.
Nachdem die Insel zu Frankreich gehörte waren die Korsen trotz formaler Gleichheit wirtschaftlich stets benachteiligt. Der Grund dafür lag einerseits in der traditionellen Politik weniger, aber mächtiger Familienklans, die auf ihren Machterhalt ausgerichtet war, andererseits in der zentralistischen Verwaltung in Paris, die nur mit Hilfe der Klans Korsika beherrschen zu können glaubte. Lange Zeit war auf Korsika die Blutrache verbreitet. Ungesühnte Beleidigungen schmähten die Ehre und das Ansehen einer Familie, die nur noch durch den Tod des Beleidigers wiederhergestellt werden konnte. Durch die Flucht in das dichte Buschland (macchia) entzog sich der Rächer meist der Bestrafung durch die Behörden und der Verfolgung durch die Familie des Ermordeten, die sich dann ihrerseits an einem Familienmitglied des Geflohenen rächte.
Heute leben die Korsen in der Hauptsache von der Landwirtschaft sowie vom Tourismus. Aber gerade in der Landwirtschaft führt die Benachteiligung der Korsen zu Verbitterung und Gewalt. Seit Ende der 1960er Jahre organisierten sich in zunehmendem Maße verschiedene politische Gruppierungen und kämpfen noch bis in die Gegenwart für die Unabhängigkeit der Insel von Frankreich, was z.T. auch terroristische Aktivitäten entwickelte. Mit der Teilautonomie von Frankreich erhielt Korsika 1982 mehr wirtschafts- und verkehrspolitische Kompetenzen. Doch die Zahl der Gewalttaten militanter Kräfte unter der Führung der FLNC (Front National de Libération de la Corse) stieg trotz deren Verbot in den 80er und 90er Jahren noch weiter an.
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