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Kiribati
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Auch bekannt unter:
- Gilbert-Dialekte
- Gilbertesisch
- I- Kiribati
- Ikiribati
Die Kiribati-Gruppe der echten mikronesischen Sprachen der entfernten ozeanischen Untergruppe der zentral-ostozeanischen Sprachen bildende Sprache der ozeanischen Gruppe des ost-malaiisch-polynesischen-Zweiges der Zentral-Ostgruppe der austronesischen Sprachfamilie, die sich inzwischen neben dem Englischen zur Amtssprache des Inselstaates Kiribati entwickelt hat. Sie hat sich aus den Gilbert- Dialekten auf den Gilbert-Inseln, einem Teil des heutigen Staates Kiribati, sowie auf Nui der Ellice-Inseln (Tuvalu) und dem Makin-Atoll entwickelt und wird von ca. 58.320 Menschen gesprochen.
Kiribati wird auch von einzelnen Angehörigen auf den Fidschi-Inseln, sowie auf Nauru, Tuvalu, Vanuatu und den Salomonen gesprochen und somit steigt die Gesamtzahl der Sprecher insgesamt auf ca. 67.790. Dialekte sind: Nukunau, Onotoa, Nui, Kuria, Marakai und Banaba. Die Gilbertinsulaner sind größtenteils mikronesischer Herkunft. Die Leute von Makin, vom Norden, haben eine äußerst lange Geschichte von expansiven autokratischen Monarchien, ähnlich denen auf den Marshall-Inseln. Die Leute von Beru, vom Süden, die demokratischere Dorfräte und soziale Organisationen haben, sind kulturell eher polynesisch.
Viele der Einwohner Kiribatis sind Fischer. Die meisten sind Selbstversorger, die Kokospalmen, Pandanus und Brotfrucht anbauen. Überschüsse werden für Zeiten der Lebensmittelknappheit gespeichert. Die Bevölkerung stellt eine Art Sirup her (kamaimai), der aus kochendem Kokosnussschnaps gewonnen wird. Der größte Teil der Insulaner ist christlich. Trotzdem hängen sie dem alt überlieferten Bouru-Matang-Renga-Glauben an, der wahrscheinlich von den Molukkeninseln seinen Weg hierher nach Kiribati gefunden hat. Als matang gilt den Insulanern das Paradies im Westen, jenseits des Meeres.
Mit bouru bezeichnen sie einen Ort, an den die Geister kommen, die frei von Sünde sind, aber trotzdem matang nicht wiedergewinnen können. Terenga, die Nahrung der westlichen Ahnen, war wahrscheinlich die Droge Betel. Fast alle Inselbewohner glauben, dass Betel die Kost der hell- oder rothäutigen Götter des Volkes war. Auf den Gilbert-Inseln ist die Betelnuss nie gewachsen. Eine alte Überlieferung über die Betelnuss deutet auf eine Verbindung zwischen den Inseln der Gilbert- und Ellice-Kette sowie Indonesien, dem eigentlichen Zentrum des Betelkauens, hin. Die Insulaner der Gilbert- und Ellice-Inseln waren jahrhundertelang immer wieder in sehr blutige Kämpfe gegeneinander, gegen Tonganer und ganz besonders gegen die Samoaner verwickelt. Generationen hindurch tobten Blutfehden.
Es gab unter ihnen einen gewissen Kannibalismus, zumindest zerbissen siegreiche Krieger zeremoniell die Augäpfel ihrer Opfer, ein Brauch, der bis in das 20. Jh. hinein bestand. Erst mit der Pax Britannica, beschützt von der „weißhäutigen Dame von Matang“, „Kuini Kabitoria = Königin Victoria“, konnte sich das Volk der Inseln wieder sicher fühlen. Sie begrüßten die ersten Weißen, die im 18. und 19. Jh. bei ihnen eintrafen, als die legendären Männer von Matang. Sie legten Wert darauf, mit ihnen verwandt zu sein und begegneten ihnen mit einer stolzen Brüderlichkeit. Welchen Schaden die später kommenden Engländer auch sonst anrichteten, sie brachten auf diese Inseln wenigstens den Frieden und eine Verwaltung, die funktionierte. 1915 wurden die Inseln zur Kronkolonie erklärt. Am 12. 7. 1979 wurde die Verfassung der Republik Kiribati verkündet.
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