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Karajá
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Bedeutendster Volksstamm aus der südamerikanischen Familie der Karajá-Sprachen mit etwa 2.500 Angehörigen (1999). Sie sind die Erbfeinde der Chavante und leben als Flussindianer längs des Rio Araguaia in den brasilianischen Staaten Tocantins und Pará, vor allem auf der Insel Bananal, die als die größte Flussinsel der Welt gilt, sowie auch an den Grenzen des Bundesstaates Mato Grosso. Ihre Eigenbezeichnung ist „Ynã = Mensch“.
Die Karajá decken ihren Nahrungsbedarf vor allem durch Fischfang sowie durch das Sammeln von Schildkröteneiern. Die Männer der Karajá betreiben nebenher auch den Brandrodungsfeldbau zum Anbau von Maniok, Mais und Bananen. In der Trockenzeit siedeln die Karajá in leichtgebauten Hütten auf Sandbänken, in der Regenzeit auf höher gelegenen Flussufern. Die Dörfer an den Flussufern bestehen aus rechteckigen Häusern mit geschweiften Dächern.
Jedes dieses Dörfer besitzt ein Männerhaus, das durch den Dorfplatz vom Hauptteil des Dorfes getrennt ist. Wenn ein Mann verheiratet ist (vorzugsweise mit einer Kusine mütterlicherseits), lebt er bei der Familie seiner Frau. Die Würde des Oberhauptes des Dorfes geht vom Vater auf den Sohn über. Bei der Abhaltung von größeren Zeremonien vereinigen sich mehrere Dörfer miteinander. Das rituelle Leben ist bei den Karajá sehr ausgeprägt. Der gesamte Lebenszyklus, insbesondere Geburt, Knabeninitiation und Tod, wird von ausladenden Zeremonien begleitet, wobei der jeweilige Statuswechsel des Individuums durch eine Veränderung des äußeren Erscheinungsbildes, wie die Tätowierung, Tonsur oder Tracht signalisiert wird.
In der heutigen Zeit sind zu den prächtigen Maskentänzen in zunehmendem Maße, gegen Eintrittsgebühren auch Touristen zugelassen. Nach Fertigstellung der relativ nahen brasilianischen Hauptstadt Brasília, im Jahre 1960, belebte der daraufhin geförderte Tourismus das künstlerische Schaffen des Karajá-Stammes. Die verschiedenen Webarbeiten sowie Keramikartikel, aber in erster Linie die von den Frauen gefertigten „Litjoko“-Tonpuppen, deren Aussehen an die üppigen Formen der Werke der französischen Bildhauerin NIKI DE SAINT-PHALLE erinnern, stellt für die Indianer eine bedeutende Einnahmequelle dar. Nach wie vor dienen jedoch diese Puppen den Karajá als ein sogenanntes „pädagogisches Spielzeug“ zur Integrierung der Kinder in die Gesellschaft.
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