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Juden
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(hebräisch = Jehudi – Pl. Jehudim): In der Bibel sind mit der Bezeichnung „jehudi“ die Bewohner des im Süden Jerusalems befindlichen Reiches Juda oder der Provinz Judäa gemeint. Aufgrund der führenden Stellung Judäas nach dem babylonischen Exil wurde „Jude“ zur allgemeinen Bezeichnung für die Angehörigen Israels. Die Juden sind Angehörige der jüdischen Religion, bilden jedoch weder ethnisch noch historisch eine Einheit. Allein die aus der Religion begründeten Regeln, die auch den Alltag aller gläubigen Juden gleichermaßen prägen, liefern eine vereinheitlichende Struktur. Da die jüdische Religion zu den ältesten in ununterbrochener Folge ausgeübten Religionen gehört, könnte in den Juden eines der ältesten Völker der Welt gesehen werden.
Was die Juden von anderen altorientalischen Völkern unterschied, war nicht etwa, dass sie ihre Geschichte und Lebensweise mit einem besonderen Gott verbanden – diese religiös verankerte Abgrenzung war allgemein üblich – sondern dass ihre religiösen Oberhäupter und Propheten immer wieder erklärten, es gäbe keinen anderen Gott außer Jahwe. Ihre religiös-kulturelle Entwicklung ist geprägt von der durch die Diaspora bedingte ständige Existenz als Minderheit. Die heiligen Schriften – die in der Tora enthaltenen fünf Bücher Moses, die prophetischen und historischen Bücher – enthalten die Lehre sowie auch die historische Überlieferung der Juden.
Sie waren immer und überall in Hebräisch verfasst. Trotz der seit über 2000 Jahren höchst unterschiedlichen Geschichte der verstreuten jüdischen Gemeinden beriefen sich alle Juden auf die in der Tora überlieferten Frühgeschichte. So wie die Geschichte anderer semitischer Völker, zu denen auch die Juden zählen, ist auch ihre aus jener Zeit Stammesgeschichte, und es war die väterliche Abstammungslinie, die über die soziale Ordnung in der Gemeinschaft entschied. Einer der drei Erzväter, Jakob, der Sohn von Isaak, der wiederum der Sohn von Abraham war, erhielt im Laufe seines sehr wechselvollen Lebens den Namen „Israel = Streiter Gottes“. Seine zwölf Söhne wurden zu Ahnherren von zwölf Stämmen. Die Gesamtheit ihrer Nachfahren nannte sich „Beni Israel = Kinder Israels“ oder auch „Beth Israel = Haus Israel“.
Um die Wende vom 2. zum 1. Jahrtausend v. Chr. einte König Saul die zwölf Stämme und gründete den Staat Israel und seine Nachfolger gründeten die Hauptstadt Jerusalem. Bereits im Mittelalter bildete sich die heute noch bestehende Teilung in orientalische (aschkenasische) Juden in Mittel- und Osteuropa und sefardische Juden in Spanien heraus. Sie sind weit über Europa, Asien und Amerika verstreut. Besonders alt sind die jüdischen Gemeinden in Nordafrika, wo ganze Stämme von Berbern konvertierten und es eine städtische jüdische Kultur gab. Immer wieder waren Juden aus Spanien nach Marokko geflohen, so im 6. und 7. Jh., am Ende des 14. Jh. und Ende des 15. Jh. Die Verfolgung und Vertreibung der Juden im 19. Jh. und der sich in ganz Europa ausbreitende moderne Antisemitismus, dem im 20. Jh. der Genozid durch die Nationalsozialisten folgte, wobei in Deutschland rund 6 Mio. Juden ermordet wurden, führten zu der Gründung mehrerer jüdischer Vereinigungen, die sich gegenseitig unterstützten und auch nach Land für die Verfolgten suchten.
Schon Ende des 19. Jh. begann sich in Mittel- und Osteuropa der Zionismus, die moderne jüdische Nationalbewegung herauszubilden, die Palästina zu dem Land aller Juden erklärte. In der Balfour-Deklaration verpflichtete sich 1917 Großbritannien, in Palästina eine nationale jüdische Heimstatt einzurichten. Die seit Ende des 19. Jh. dort eingewanderten Juden nannten Palästina „Erez Israel = Land Israel“. Sie gründeten Siedlungen (kibbuziem) und versuchten, einen jüdischen Staat aufzubauen, in dem die Regeln des Judentums gelten sowie auch seine Sprache, das Hebräische gepflegt werden sollte, das für diesen Zweck bearbeitet werden musste. Seit 1948 gibt es diesen Staat Israel mit jährlich wachsender Bevölkerung und ständig abnehmender Zahl christlicher und muslimischer Araber.
Nach der Gründung des Staates Israel wanderten viele Juden aus Osteuropa, vor allem aus der Sowjetunion, und die meisten Juden aus den arabischen Ländern dahin aus, was im Laufe der Zeit in dieser Region zu immer mehr Spannungen mit den palästinensischen Araber. führte und zur heutigen Zeit in der blutigen Intifada seitens der Palästinenser und der Geltendmachung israelischer Machtentfaltung seinen Höhepunkt findet. Noch ist eine friedliche Lösung der Streitigkeiten zwischen beiden Volksgruppen im Nahen Osten bei weitem nicht in Sicht.
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