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Igorot
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Eine Sammelbezeichnung für eine Reihe altindonesischer Bergvölker, die im Inneren des nördlichen Teils der philippinischen Insel Luzon leben. Sie sind sprachlich mit den Filipinos verwandt. Ihr Name wurde ihnen einst von den Spaniern gegeben und hat die Bedeutung „Hinterwäldler“. Sie hatten einst vergeblich versucht, diese Stämme zu unterwerfen. Zu den Igorot zählen solche Völker wie die: Ibaloi, Bontoc, Ilongot, Ifugao, Itneg, Isnag, Gaddang, Kalinga, Kankanay u.a. Die Igorot betreiben intensiven Bodenbau. Bei den nördlichen Stämmen, den Gaddang und den nördlichen Kalinga wird im Brandrodungsverfahren Trocken- oder Bergreis angebaut.
Die südlichen Stämme dagegen kultivieren Reis auf bewässerten Feldern an steilen, terrassierten Berghängen. Die Igorot konnten ihre tief in der prähistorischen Vergangenheit wurzelnde Kultur, trotz der einhergehenden Veränderungen auf den Philippinen in den letzten tausend Jahren, weitgehend bewahren. So sind ihre Terrassenbauten aus schweren Mauern aus Geröll erbaut, die bis zu 15 m Höhe erreichen können und bei Feldflächen von oft nur 3 m Breite ein besonders faszinierendes Phänomen ihrer Kultur darstellen.
Sie ermöglichen den Reisanbau auf bewässerten Feldern an steilen Berghängen bis auf 1.700 Metern Höhe. Das Terrassensystem der Ifugao gilt als das größte der Welt. Die Länge der Terrassenmauern betragen ca. 19.000 km. Neben Reis bauen die Ifugao auch Bohnen, Getreide, Erbsen und Süßkartoffeln an. Sie leben meist in kleinen verstreuten Weilern, nahe der sorgsam gehüteten Felder. Die Verwandtschaftsgruppe ist die wichtigste soziale, wirtschaftliche sowie politische Einheit. Im Gegensatz hierzu siedeln die Stämme der Bontok, Kankanai und Nabaloi in großen, fast stadtartig erscheinenden Dörfern.
Die wiederum sind in Bezirke (ato) unterteilt, die über jeweils eigene Kultstätten, über eigene Jungen- und Mädchenhäuser verfügen. Jeder ato wird von einem Ältestenrat regiert. Das Religionssystem der Igorot ist ausgeprägt polytheistisch. Allein die Ifugao kennen über 150 verschiedene Götter, die auf konkrete Aufgaben spezialisiert sind und die von ihnen meist in Ressort-Gruppen zusammengefasst werden. Im Mittelpunkt der Religion stehen Ahnenkult und Kopfjagd. Letztere war vor allem ein Mittel zur Erhöhung des Sozialprestiges. Die Anführer einer Siedlungsgemeinschaft mussten immer auch erfolgreiche Kopfjäger sein.
Die Kolonialherrschaft der Spanier (1565 bis 1898) hatte auf der Insel Luzon keinerlei Auswirkungen auf Kultur und Lebensweise der Igorot. Diese hatten bis zum Ende des 19. Jh. nur wenige Außenkontakte. Es waren die Amerikaner (1899–1946), die mit ihrer systematischen „Pazifierung“ begannen, d.h. mit der Unterdrückung der Kopfjagd. Neben den Igorot zählen auf der im Süden gelegenen Insel Mindanao die Völker der Bagabo, Bilaan, Manobo, Bukidnon und Sabuanun auch zu den altindonesischen Stämmen der Philippinen.
Ihre Gesamtzahl beträgt auf Mindanao über 600.000 Angehörige. Obwohl sie von den Igorot auf Luzon weit entfernt leben, ähneln sie diesen in Wirtschaft, Religion und Gesellschaftsstruktur. Auch die Mangyan auf Mindoro und die Tagbuanan auf Palawan werden kulturell zu den Altindonesiern gerechnet. Neben diesen gibt es verschiedene altindonesische Ethnien auf den Philippinen, die zu den ältesten Siedlergruppen im Archipel gehören. Es sind kleinwüchsige, dunkelhäutige Negrito-Gruppen, die ursprünglich reine Wildbeuter waren, so die –› Aëta auf Nord-Luzon und die –› Batac auf Palawan.
Sie haben heute aber vielfach den Feldbau und die auch die Haustierhaltung von ihren Nachbarstämmen übernommen. Erst im Jahre 1971 wurden auf Mindanao die wildbeuterischen –› Tasaday entdeckt. Die Altindonesier leben noch heute isoliert von der Masse der christlichen Filipinos. Sie sind marginale Gruppen in Rückzugsgebieten und ihr Lebensraum sind schwer zugängliche, infrastrukturell wenig erschlossene Bergregionen im Inneren der großen philippinischen Inseln. Die Jungindonesier dagegen, Christen sowie auch Muslime, siedeln vor allem an der Küste, in Flachländern und auf weitflächigen Hochebenen.
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