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Hausa
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Sie ist wohl die bekannteste, am weitesten verbreitete und die meistgesprochene der tschadischen Sprachen überhaupt und bildet innerhalb des west-tschadischen Zweiges eine eigene Gruppe. Es handelt sich hierum um die Sprache eines Volkes in Nord- Nigeria und Süd-Niger, die aber als Verkehrs- und Handelssprache sich über zehn Länder zwischen dem Tschadsee und der Guinea-Küste erstreckt (Sudan, Tschad, Kamerun, Niger, Nigeria, Burkina Faso, Ghana, Benin, Togo und Demokratische Republik Kongo) und von mehr als 24,162 Mio. Menschen als Muttersprache sowie von nochmals rund 18 Mio. Nichtmuttersprachlern verwendet wird, vor allem in den Republiken Niger und Tschad.
Während der Kolonialzeiten wurde sie vielfach als militärische Kommandosprache, vor allem in Belgisch Kongo (heute: Demokratische Republik Kongo) und an der Goldküste verwendet. Sie nimmt in Afrika die zweite Stelle nach dem Swahili ein. Die größte Verbreitung findet sie mit den alternativen Bezeichnungen Hausawa, Haoussa, Mgbakpa, Habe, Abakwariga und Kado in Nigeria, wo sie etwa 18,525 Mio. Menschen als Erstsprache sprechen. Diese leben vor allem in den Regionen der Staaten Sokoto, Kaduna, Katsina, Kano, Bauchi, Jigawa, Zamfara, Kebbi und Gombe. Als Zweitsprache wird sie meist in der nördlichen Hälfte des Landes gesprochen. Die Sprache Barikanchi ist ein Hausa- Pidgin, welches nur im militärischen Bereich verwendet wird.
Unterdialekte des Ost-Hausa sind: Kano, Katagum und Hadejiya; des West-Hausa: Gobirawa, Sokoto, Katsina, Adarawa, Kebbawa und Zamfarawa und des Nord-Hausa: Arewa und Arawa. Das Abakwariga zählt zu einer separaten Untergruppe. Von rund 5 Mio. Menschen (1998) wird das Hausa in der Republik Niger verwandt. Die Erstsprachler leben im zentralen Niger, entlang der Grenze zu Nigeria sowie in den Städten im gesamten Land. Hierher gehören die Dialekte: Dawra, Katsina, Damagaram, Gobirawa, Aderawa, Arewa, Kurfey und Gaya.
Weiterhin leben ca. 489.000 Angehörige (2001) mit Hausa-Sprache im Norden der Republik Sudan, etwa 23.500 Angehörige (1982) verstreut in Kamerun, etwa 500 Angehörige (1991) in den Provinzen Boulgou und Gourma in Burkina Faso sowie in den Provinzen Atacora und Borgou in Benin und in kleinen Gruppen in der Republik Tschad, in der Zentralafrikanischen Republik, in der Republik Kongo, in Eritrea, in Ghana und in Togo. Das Standard-Hausa ist der Kano-Dialekt, der andere Hauptdialekt ist das Sokoto und unmittelbar zum Hausa gehört auch das Gwandara. Die Hausa-Sprache gehört zu den genus-differenzierenden Tonsprachen, hat aber vokabularische Gemeinsamkeiten auch mit den anderen tschadischen Sprachen.
Das lateinische Alphabet wird für die Schrift verwendet, nur in der islamisch-religiösen Literatur findet das arabische Alphabet Anwendung. Hausa besitzt zahlreiche Einflüsse aus der arabischen Sprache, den Berbersprachen, dem Kanuri, dem Yoruba, dem Songhai sowie auch aus dem Englischen. Das Volk der Hausa ist eine in den Savannen Nord- Nigerias, in Niger, im Tschad, über Burkina Faso bis in die Republik Sudan lebende große Bevölkerungsgruppe und zählt zu einem der bedeutendsten Völkern des mit „Sudan“ bezeichneten Gebietes in Afrika. Sie bilden in Nigeria etw 21% der Gesamtpopulation des Landes. Ihre besondere Bedeutung erlangten sie nicht nur wegen ihrer recht großen Anzahl, sondern vielmehr noch durch ihre politische Organisationsfähigkeit, ihre teilweise urbane Gesellschaftsstruktur, die Elemente des Feudalismus, der Despotie und der Bürokratie kombiniert, sowie durch ihr fast nationales Zusammengehörigkeitsgefühl.
Dadurch hat auch ihre Sprache als Verkehrssprache in Westafrika eine so große Ausbreitung gefunden. Die Masse der Hausa sind einfache Feldbauern und Kleinviehzüchter, die für den Selbstverbrauch produzieren. Erst in zweiter Linie werden Marktprodukte angebaut, hier besonders Baumwolle und Erdnüsse. Die Hausa sind auch bekannt als geschickte Handwerker, deren Erzeugnisse, wie Textil-, Leder-, Seiler-, Töpfer- und Kunstschmiedearbeiten auf Dorfmärkten, aber auch in den Städten vertrieben werden. Durch die günstige Lage ihres Gebietes am südlichen Ende der großen Transsahara-Handelswege nehmen die Hausa seit Jahrhunderten eine wichtige Vermittlerrolle zwischen ihren nördlichen und östlichen Nachbarn und Schwarzafrika ein. Das spiegelt sich in zahlreichen Kulturelementen wie Musikinstrumenten, Kleidung und Waffen wider. Das äußere Erscheinungsbild der Hausa- Städte wird von Lehmbauten bestimmt.
Doch besonders eindrucksvoll zeigt sich die Meisterschaft der Hausa- Baumeister in Großbauten wie Palästen und Moscheen. Als leidenschaftliche Händler findet man die Hausa vom Westsudan bis Nordafrika und bis in die Republik Tschad. Seit ca. 1000 n. Chr. ist die Geschichte zahlreicher Hausa-Staaten mit städtischen Zentren überliefert. Die überwiegende Mehrheit der Hausa sind seit dem 14. Jh. islamisiert. Diese Entwicklung fand ihren Abschluss mit der Eroberung der Hausa-Staaten durch die fanatisch islamisierten Fulbe im Heiligen Krieg des OSMAN DAN FODIO im 19. Jh. Die islamisierten Hausa leben vor allem in den Gebieten von Kano, Zaria und Sokoto. Die Hausa- Gruppen, die nicht islamisiert wurden, von den Moslems als „Maguzawa“, „Arna“ oder „Azna“ bezeichnet, leben meist im Verbund patrilinearer Verwandtschaftsgruppen in kleinen Dörfern.
Seit dem 11. Jh. waren die heute islamisierten Hausa in mehrere große Stadtstaaten mit weitem Einzugsgebiet sowie mit differenzierter politischer, militärischer und religiöser Schichtung organisiert (Kano, Daura, Katsina, Zaria-Zazzau, Rano, Biram, Gobir). Hier mündete die wichtige transsaharische Karawanenstraße mit ihren intensiven Handelsverbindungen nach allen Richtungen. Die Autonomie der ursprünglichen Hausa-Staaten, die schon seit dem 11. Jh., aus der Sahara kommend, hier existierten, wurde durch die Fulbe-Eroberungen zwar gemindert, veränderte aber verhältnismäßig wenig ihre innere Struktur. Die Gesellschaftsordnung der Hausa kennt erbliche Berufsklassen, jedoch ist dieses Klassensystem so eng von einem Netz Abhängiger durchwoben, dass persönliche Bindungen fast gleiches Gewicht wie bürokratische oder erbständige Anrechte oder Verpflichtungen haben.
Die feudale Ordnung der Hausa wurde von der britischen Kolonialverwaltung durchgehend verändert. Sie definierte die Rolle des Patrons zu der eines Distriktverwalters um, damit wurden Feudalherren zu Gehaltsempfängern und Beamten. 1952 führte die britische Verwaltung auch das Prinzip der repräsentativen Wahlen ein. Die dadurch geschaffene politische Struktur wurde im wesentlichen zunächst von der Regierung des unabhängig gewordenen Staates Nigeria übernommen, wo die Mehrheit der Hausa heute leben und sie zur Zeit die größte ethnische Gruppe bilden. Seit Anfang des 20. Jh. bildet die Hausa-Region das nördliche Ende des von britischer Kolonialverwaltung eingeführten internen Wirtschaftskreislaufs in Nigeria. Kano City ist gegenwärtig neben Lagos, der einstigen nigerianischen Hauptstadt, die größte Industrie- und Handelsstadt des Landes. Bei der weiteren Verbreitung des Islam in Westafrika spielen in der Gegenwart die Hausa eine bedeutende Rolle.
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