Erhalten Sie täglich per Twitter News, Tips und Tricks zum Fremdsprachen lernen. Über 5700 begeisterte Fremdsprachenlerner folgen uns bereits.
Griechisch
Diesen Artikel empfehlen
Separate und eine der ältestbezeugten Sprachen innerhalb der indogermanischen Sprachfamilie. Sie ist für die Rekonstruktion der indogermanischen Grundsprache daher besonders wichtig. Die Bezeichnung „Griechisch“ wird heute meist nur noch für die Sprache Altgriechisch verwendet. Will man jedoch die heute in Griechenland gesprochene Staatssprache bezeichnen, wird allgemein der Ausdruck Neugriechisch verwendet. Das Neugriechische hat sich bereits im 16. Jh. über das Mittelgriechische, dieses wiederum aus der Koine, der Gemeinsprache des Altgriechischen, welches im 4. Jh. aus dem Attischen Dialekt des Altgriechischen entstand, entwickelt.
Das Neugriechische ist gekennzeichnet durch das Nebeneinander der „Dimotiki“ (Volkssprache) und der „Katharewusa“ (Reinsprache), die beide auf die Koine zurückzuführen sind, sich aber erheblich unterscheiden. Die Aussprache beider Sprachformen, die sich von der in Deutschland üblichen Erasmischen Aussprache des Altgriechischen unterscheidet, entstand schon in den letzten Jahrhunderten v. Chr. Schon in der Koine wurden die Vokale und die Diphthonge wie im heutigen Griechisch ausgesprochen. In der Deklination ist der Dativ bis auf wenige Ausnahmen verlorengegangen. Er wird ersetzt durch präpositionale Wendungen. Deklinationssysteme sind auf wenige Schemata verringert und das Verb hat Infinitiv und Optativ eingebüßt.
Die Syntax ist im Sinne eines stark analytischen Satzbaus vereinfacht worden. Das Neugriechische wurde sehr wenig beeinflusst von der Slawenüberflutung und der Türkenherrschaft. Etwa über 10 Mio. sprechen es in Griechenland und davon über 500.000 auf Zypern. Dort ist es neben dem Türkischen die Amtssprache. Das Altgriechische dient in der heutigen Zeit nur noch als eine Sprache der Wissenschaft, ähnlich wie auch das Latein. Die Schrift des Neugriechischen ist die altgriechische geblieben, die gegen Ende des 11. Jh. v. Chr. der phönikischen Schrift entnommen wurde. Nach verschiedenen Ergänzungen und unter der Zunahme von verschiedenen Akzenten entstand nun aus der Minuskel des 17. Jh. unter der Anlehnung an die lateinische die neugriechische Schreibschrift.
Die Griechen sind das älteste europäische Kulturvolk und bewohnen seit über 3.000 Jahren den südlichen Zipfel der Balkanhalbinsel und die Ägäischen Inseln. Von den Römern „Graeci“ genannt, nannten sie sich selbst seit dem 7 Jh. v. Chr. „Hellenen“. Die Herkunft des Namens „Griechen“ ist unbekannt. Trotz einer Jahrtausende anhaltenden Überfremdung durch andere Völker, wie Germanen, Slawen, Romanen und Türken, haben sie sich ihr Volksbewusstsein, vor allem aber ihre Sprache erhalten. Die sprachlichen Unterschiede zwischen dem Altgriechischen und den beiden neugriechischen Formen sind, verglichen mit den Unterschieden zwischen Lateinisch und Italienisch verhältnismäßig gering. Der schwerste Schlag in der neueren Zeit war für die Griechen der griechisch-türkische Krieg (1920–22) und dessen Folgen.
Danach wurden durch MUSTAFA KEMAL (später: ATATÜRK) mehr als eine Million Griechen aus Kleinasien, aus einem Gebiet, in dem ihre Vorfahren schon um 1.000 v. Chr. sesshaft waren, vertrieben. Diese Tatsache schürte zwischen beiden Ländern eine bis zur heutigen Zeit reichende Zwietracht.
Diesen Artikel empfehlen




