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Filipinos
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Die Sammelbezeichnung für die allgemeine Bevölkerung der Philippinen zum einen und im engeren Sinne die Bezeichnung der seit langem christlichen Völker, die über 90% der Gesamtbevölkerung der Philippinen ausmachen und linguistisch zum Tagalog des Zentral-Philippinen-Zweiges der meso- philippinischen Gruppe gehören. Seit dem Beginn des 20. Jh. hat sich die Bevölkerungszahl des philippinischen Archipels, der 7.100 Inseln umfasst, annähernd versiebenfacht.
Das heute politisch dominierende Volk sind die über 16 Mio. Menschen zählenden Tagalen, deren Sprache, Tagalog, zugleich auch die Nationalsprache des Landes ist. Sie bewohnen vor allem den Zentralteil der Insel Luzon, die flächenmäßig die größte des Archipels ist, sowie die Küsten von Mindoro. Im Zentrum ihres Gebietes liegt die Hauptstadt Manila. Das größte Volk der Philippinen sind die Bisaya mit über 25 Mio. Menschen, die auf den zentralen Inseln Samar, Leyte, Bohol, Panay, Cebu und Negros sowie im Norden von Mindanao leben. Die kleineren Völker der Filipinos leben alle auf Luzon. Die Bicol, mehr als 7 Mio., siedeln im Südosten und auf den vorgelagerten Inseln.
Im Norden wohnen die über 8 Mio. Iloko, aber auch die zahlenmäßig weitaus kleineren Völker der Pangasinan, Kapampangan (Pampanggan), Sambal und Ibanag (Cagayan). Zusammen mit den Sprachen der Jung-Indonesier bilden die Sprachen der Filipinos den westlichen Zweig der weitverbreiteten austronesischen Sprachfamilie. Die Vorfahren der heutigen Filipinos und der Indonesier kamen höchstwahrscheinlich vor 6.000 Jahren aus dem südlichen China. Sie ließen sich zuerst auf Taiwan nieder und besiedelten danach im 3. Jahrtausend v. Chr. die Philippinen.
Die Einwanderer waren die Träger einer jungsteinzeitlichen Kultur, lebten in festen Siedlungen, betrieben Bodenbau und hielten Haustiere. Ebenso war ihnen das Flechten und Töpfern bekannt sowie der Bau seetüchtiger Boote. Die einheimische Urbevölkerung wurde von den Neuankömmlingen assimiliert oder wie die Aëta ( Ayta ) in die Bergländer vertrieben. Spätestens um 300 v. Chr. begann die Zeit der Metallverarbeitung. Vor mehr als 1000 Jahren bestanden schon enge Kontakte mit China. In dieser Zeit beeinflussten die buddhistischen Königreiche Sumatras und die hinduistischen Reiche der Javanen die Kultur auf den Philippinen. Dies zeigt sich auch in den Sprachen der Tagalen und Bisaya, in denen sich Lehnworte aus dem Sanskrit finden, die vor allem das politische und geistige Leben betreffen.
Die Tagalen, Bisaya und auch andere Völker entwickelten eine eigene Schrift nach indischem Vorbild. In dieser Zeit scheint es auch zu der ersten Staatsgründung gekommen zu sein. Bereits damals dürfte sich der Unterschied zwischen den Filipinos und den Bergvölkern, wie den späteren Igorot im Inneren von Luzon und den Bukidnon im zentralen Mindanao, herausgebildet haben. Mit dem Jahr 1521 begann eine neue Epoche für die Philippinen, FERNADO MAGELLAN erreichte die Inseln und nahm sie für Spanien in Besitz. Er gab ihnen den Namen „Archipel de St. Lazarus“. Später taufte der Admiral des zweiten Geschwaders den Archipel in „Islas Felipinas“ um. Jedoch gelang es den Spaniern erst im Jahre 1564, sich endgültig hier festzusetzen und mit der rigorosen Missionierung zu beginnen.
Im 15. Jh. hatten seefahrende Malaien den islamischen Glauben auf die Inseln gebracht. In der Gegend von Manila gab es beispielsweise einen islamischen Staat, der im Jahr 1570 von den Spaniern unterworfen wurde. Nach der spanischen Eroberung konnte sich der Islam dann nur noch bei den Moros auf Mindanao und auf einigen Inseln im Süden behaupten. Das römisch-katholische Christentum ist seither bei den Filipinos fest verankert Im 19. Jh. kam zu mehreren Aufständen, da sich eine Unabhängigkeitsbewegung begann herauszubilden. Märtyrer und Symbol dieses Strebens ist seitdem der 1896 von den Spaniern hingerichtete Arzt JOSÉ RIZAL. Heute zeigt sich die spanische Vergangenheit nur noch in der barocken Volkskunst. Die spanische Sprache ist fast völlig verschwunden.
Die Philippinen kamen im Jahre 1898, nach dem Spanisch-Amerikanischen Krieg in den Besitz der USA. Entgegen einem Versprechen wurde das Land erst im Jahre 1946 mit einer Verfassung nach US- amerikanischem Vorbild unabhängig, nachdem es zwischenzeitlich (1941–1944/45) von Japanern besetzt worden war. Das heutige Staatswesen der Filipinos hat mit beträchtlichen innenpolitischen Schwierigkeiten zu kämpfen, die teilweise durch die Einbeziehung der jungen Nation in die internationale Politik sowie eine repressive Innenpolitik verursacht wurden. Vor allem im Süden des Landes kommt es immer wieder zu politischen Konflikten mit separatistischen Bewegungen auf der Insel Mindanao, die unter Autonomierecht steht.
Weit schwerwiegender sind aber die militärischen Konflikte mit islamischen Rebellen im Süden des Landes, vor allem der Gruppe „Abu-Sayyaf“, der Kontakte nachgesagt werden zur islamistischen Terrorgruppe „Jamaa Islamiya“, die angeblich wiederum in Verbindung mit dem Terrornetz der al-Qaida stehen soll. Das moderne Leben mit seiner ständig wachsenden Industrie und seinen Dienstleistungen beschränkt sich weitgehend auf die Regionen um die Hauptstadt Manila und einige andere große Städte des Landes. Die meisten Filipinos leben auch heute noch in Dörfern und bestreiten ihren Lebensunterhalt als einfache Reisbauern. Unter dem Mantel des Christentums spielen auch weiterhin Geister und Dämonen eine Rolle bei den einzelnen Gruppen der Filipinos, die es für die Fruchtbarkeit der Felder sowie zum Schutz vor Krankheiten günstig zu stimmen gilt. In der Folklore und den Traditionen der Filipinos finden sich noch manche Reminiszenzen an die prähistorische Vergangenheit.
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