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Fidschi
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Eine eigene Gruppe bildende Sprache der zentralpazifischen Untergruppe der zentral- ostozeanischen Sprachen der ozeanischen Gruppe des ost-malaiisch-polynesischen-Zweiges der Zentral- Ostgruppe der austronesischen Sprachfamilie, die mehr als 330.440 Menschen (1996) auf Viti Levu und Vanua Levu, den beiden Hauptinseln des pazifischen Inselstaates Fidschi, sowie auf weiteren kleineren Inseln, wie Kandavu, dem Lau-Atoll, Ngau, Lomaiviti, den Yasawa- Inseln, den Waya-Inseln u.a. sprechen.
Auch auf Vanuatu, Nauru und Neuseeland wird ein geringer Teil Fidschi gesprochen. Die Schriftsprache der Fidschianer heißt Ba’u (Bau) und wurde entwickelt auf der Basis des Ba’u-Dialektes im Süden von Viti Levu mit dem Zentrum um die Hauptstadt Suva. Ba’u ist sehr ähnlich dem Standard-Fidschi, und wird traditionell als Lingua franca innerhalb der Fidschi-Inseln verwendet. Die Sprache ist ziemlich reich an Dialekten, die von Insel zu Insel meist verschieden sind.
So unterscheidet man: Kadavu (Ono, Nabukelevu, Tavuki), Südost-Viti-Levu (Waidina, Lutu, Nandrau, Naimasimasi), Ba’u (Bauan, Mbau), Zentral-Vanua- Levu (Baaravi, Seaqaaqaa, Nabalebale, Savusavu), Nordost-Viti- Levu (Namena, Tokaimalo, Lovoni), Nordost-Vanua-Levu (Labasa, Dogotuki Saqani, Korolau), Südost-Vanua-Levu (Navatu-C, Tunuloa, Naweni, Baumaa) und West-Vanua-Levu (Navatu-B, Soolevu, Bua, Navakasiga).
Der Südteil von Vanua Levu hat verschiedene Dialekte, die ähnlich dem Ba’u sind und auch im Nordteil von Vanua Levu sowie auf den nachbarschaftlichen Inseln spricht die Bevölkerung eine dem Ba’u ähnliche Variante. Der Fidschi-Archipel liegt im Grenzbereich zwischen Melanesien und Polynesien. In der Vergangenheit wurden anhand archäologischer, physisch-anthropologischer, linguistischer sowie ethnologischer Kriterien immer wieder Versuche unternommen die Fidschi-Inseln mal mehr der melanesischen Kultur und mal wieder mehr der polynesischen zuzuordnen.
Nachdem dies aber nicht eindeutig gelang, teilte man die Inselgruppe in zwei Bereiche. Das Gebiet der Fidschi-Inseln wurde, nach den neuesten Forschungsergebnissen zu urteilen, im Verlauf mehrerer Migrationswellen besiedelt, von denen die erste vermutlich mit melaniden Einwanderern vor ungefähr 3.500 Jahren den Archipel erreichte. Diese Bevölkerungsgruppe wurde später von polynesischen Einwanderern beeinflusst, jedoch weder auf allen Inseln des Archipels noch in allen Regionen in gleichem Umfang.
Für die Fidschianer selbst sind diese Überlegungen und Schlussfolgerungen, die die Wissenschaftler beschäftigen, ob nun ihre Kultur mehr dem melanesischen oder dem polynesischen Typ zuzuordnen ist, eher nebensächlich. Wesentlich wichtiger ist für sie die Frage, ob jemand ein „Fidschianer“ ist und somit Anspruch z.B. auf Land hat. Ein Bewohner der Insel Rotuma ist beispielsweise kein Fidschianer und jemand, der von der Insel Rabi stammt auch nicht. Selbstverständlich ist eine Person, deren Vater und Mutter fidschianischer Abstammung sind, auch ein Fidschianer und somit ein „taukei = Mensch“ oder „Besitzer des Landes“.
Ist nur der Vater Fidschianer so sind die Kinder zwar auch Taukei, aber man unterscheidet sie schon von den anderen. In einem Fall, wo nur die Mutter Fidschianerin ist und der Vater nicht, so sind auch die Kinder keine Taukei. Die große Hauptinsel Viti Levu wird von den meisten Fidschianern als das Festland angesehen, alle anderen werden schlicht als „die Inseln“ bezeichnet. Viele Frauen vom „Festland“ würden niemals einen Mann heiraten, der von einer Insel stammt. Selbst innerhalb von Viti Levu werden gewisse Unterschiede gemacht. Menschen aus dem Landesinneren gelten beispielsweise als „kai colo = rückständig“.
Von den Inseln des Fidschi-Archipels sind nur 105 ständig bewohnt. Viele unbewohnte werden aber von den Fidschianern als zeitweiliger Wohnsitz oder zum Anbau von Obst und Gemüse benutzt. Ebenso kommen sie während der Saison des Schildkrötenfangs auf diese Inseln. In der heutigen Zeit sind einheimische Fidschianer gegenüber Einwanderern aus anderen Ländern, vor allem aus Indien, China und Europa sowie gegenüber anderen Pazifikinsulanern in der Minderheit. Die meisten von ihnen führen ein Gemeinschaftsleben im Dorf und viele arbeiten in der Zucker- oder Goldindustrie.
Die Hauptmasse der städtischen Einwohner jedoch bilden die Inder, deren große Bevölkerungszunahme seit einigen Jahren zu starken sozialen und politischen Spannungen führt. Die eingeborenen Fidschianer sind Christen, obwohl noch sehr viele althergebrachte Tabus und Totems lebendig sind und die meisten ihrer alten Bräuche bewahrt blieben. Fünfzig Jahre Aufklärung und der Mut der Missionare hat auf den Fidschi-Inseln den Brauch des Kannibalismus ausgerottet.
Die Fidschianer waren wohl die gefräßigsten Kannibalen auf der Erde und wahrscheinlich konnten sie ihre langen Seewanderungen auch nur mit der Hilfe des Menschenfleisches überleben. Die Geschichte der Inseln ist nicht sehr bewegt. 1643 entdeckte sie A. J. TASMAN . Im 19. Jh. bildete sich ein unabhängiges Königreich heraus, das 1874 britische Kolonie wurde, im Jahre 1966 die Selbstverwaltung erhielt und 1970 unabhängig wurde.
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