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Feuerländer
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Eine Sammelbezeichnung für die heute bereits als fast ausgestorben geltende Urbevölkerung Feuerlands, wozu die Yámana (Fremdbezeichnung –› Yahgan ), Selk’nam (in der Yámana-Sprache: Ona) und Haux (Haush) , die sich untereinander sprachlich und kulturell erheblich unterschieden, gehörten.
Die Yámana-Sprache bildete einst mit fünf Dialekten eine eigene Sprachfamilie, während die Selk’nam und Haush mit den patagonischen Stämmen der Tehuelche zur Familie der Chon-Sprachen zusammengeschlossen wurden. Von dem Stamm der Selk’nam schon früh in den Südosten Feuerlands zurückgedrängt, ist über die Sprache und Kultur der Haush nur sehr wenig überliefert.
Noch Ende des 19. Jh. zählten die Feuerländer ca. 11.000 Personen, wurden aber durch rücksichtslose Verfolgung und von durch weiße Siedler eingeschleppte Krankheiten rasch dezimiert und sind heute als eigenständiges Volk nicht mehr vorhanden. Der einstige Lebensraum der Yámana (Yahgan) war die feuchtkalte und von Stürmen heimgesuchte Inselwelt an der Südwestseite Feuerlands.
Mit ihren Rindenkanus fuhren sie in kleinen Gruppen von wenigen Familien an der Küste entlang, weshalb sie auch als Wassernomaden bezeichnet wurden. Ihre Nahrung waren hauptsächlich Fische, Muscheln, Seesäuger und Vogeleier. Auf einer Erdunterlage führten sie in den Booten ein Feuer mit, das ihnen nicht nur zum Kochen, zum Wärmen und als Beleuchtung, sondern auch als Signal diente. Seinen Namen soll Feuerland solchen Signalfeuern verdanken.
Auf dem Lande errichteten die Yámana einfache Hütten, die sie nur mit Fell oder Gras bzw. Rinde abdeckten. Trotz des meist äußerst unwirtlichen Klimas bestand ihr Hauptkleidungsstück nur aus einem Cape, das sie aus Robbenfellen oder anderen Tierhäuten anfertigten und häufig eine Schulter freiließ. Meist gingen sie barfuß, nur bei längeren Fußmärschen wurden Mokassins aus Fellen getragen. Ihre in unseren Augen für dieses raue Klima als ungeeignet erscheinende Kleidung tat ihrer Gesundheit offensichtlich kaum Abbruch.
Krank wurden die Yámana erst mit der von den Missionaren eingeführten europäischen Kleidung. Die Selk’nam und auch die Haush bewohnten die große Feuerlandinsel. Sie betrieben vor allem Jagd auf das Guanaco, eine wildlebende Kamelart. Außerdem erlegten sie verschiedenes Kleinwild und Vögel, fischten und sammelten pflanzliche Nahrung. So wie die Yámana, wanderten auch die Selk’nam in kleinen Gruppen in ihren festgelegten Territorien umher, waren aber zu jenen im Unterschied ausschließlich zu Land unterwegs.
Als Kleidung trugen sie Guanacofelle. Kleine Hütten oder einfache Windschirme genügten ihnen als Behausung. Das einfache Kulturinventar verleitete manche Forscher in der Vergangenheit immer wieder dazu, die Feuerländer als „einfache Gesellschaften“ zu bezeichnen. Allerdings wird diese Charakterisierung durch das differenzierte soziale und religiöse Leben dieser Völker widerlegt. Die Feuerländer verehrten als höchstes Wesen einen im Himmel thronenden guten und wohlwollenden Gott, der jedoch kaum in die Belange der Menschen eingriff.
Neben diesem Schöpfer oder Besitzer der Welt kam auch Kulturheroen sowie verschiedenen Geistwesen gewisse Bedeutung zu. Die wichtigste Rolle im sozialen sowie im religiösen Leben spielte der Medizinmann. Er wurde unmittelbar zu seinem Amt berufen, bei den Yámana z.B. von den Geistern der Seetiere. Eine mehrmonatige Lehre bei einem erfahrenen Medizinmann schloss sich daran an.
Hauptaufgabe des Medizinmannes war die Krankenheilung, daneben oblag es ihm, bei Hungersnot Fischschwärme herbeizurufen oder einen Wal zum Stranden zu bringen. Bei den Selk’nam wurden die Knaben und bei den Yámana die Mädchen bei Eintritt in die Pubertät im Rahmen von großen Initiationsfeiern in ihren neuen Status eingeführt. Charakteristisch für die Feuerländer waren zudem die geheimen Männerfeiern, von denen die Frauen zwar ausgeschlossen waren, an denen sie aber gleichwohl als „Publikum“ bei den Auftritten der mit Körperbemalung und Rindenmasken als Geister verkleideten Männer indirekt beteiligt waren.
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