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Dogon
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Eine separate Sprachfamilie innerhalb der Niger-Kongo-Sprachen bildende Sprache, deren Sprecher, das Volk der Dogon, im Südteil des großen Nigerbogens und am Südrand der Sahara, zwischen den Kreisen Bandiagara, Douentza und Hombori in Mali sowie oberhalb der Falaise, einem Steilabfall, der nordöstlich der Stadt Djénné auf einer Länge von über 200 km verläuft, und in der unterhalb der Falaise gelegenen Gondoebene, am oberen Weißen Volta bis zum Kreis Ouahigouya in Burkina Faso, im Grenzgebiet zu Mali lebt.
In Mali werden Radiosendungen in Dogon ausgestrahlt. Die Sprache der Dogon unterteilt sich in folgende Gruppen:
- Bangeri Me Dogon (Numadaw) - mit etwa 1.200 Angehörigen (1998), das in sieben Dörfern im äußersten Nordwesten des Plateaus gesprochen wird. Numadaw könnte sich auf das Ethnonym „Nononke“ beziehen.
- Bondum Dom Dogon - mit ca. 24.700 Angehörigen (1998) entlang der Nordgrenze des Plateaus, getrennt von dem Areal des Tommo So bis zu der südlichen und hauptsächlich unbewohnten Ebene östlich von Dia und der tiefen Klamm, die westwärts von Dia bis zur Klippe verläuft, an der das Plateau endet. Das Dorf Borko ist etwa das Zentrum dieses Sprachareals. Dialekte sind Kindjim und Nadjamba.
- Dogul Dom Dogon - mit etwa 15.700 Angehörigen (1998) in 14 Dörfern, etwa 20 km nordöstlich des Ortes Bandiagara mit Nandoli als Zentrum. - Donno So Dogon (Kamba So) - mit etwa 45.300 Angehörigen (1998) rund um Kamba und Donno So und rund um Bandiagara. Dialekte sind Kamma So und Donno So . Es ist ähnlich dem Tommo So.
- Jamsay Dogon (Dyamsay Tegu) - mit ca. 130.000 Angehörigen (1998) in einem großen, wenig bewohnten Gebiet östlich der Ausdehnung der Dogon-Klippen nach Burkina Faso hinein. Die Dialekte sind: Domno, Gono, Bama und Guru. Der Grad der Verständigung zwischen den einzelnen Dialekten ist aber unbestimmt.
- Kolum So Dogon (Edyenge Dom, Idyoli Donge, Piniari) - mit etwa 24.000 Angehörigen (1998) in einem Areal zwischen Sevare und Bandiagara, in der Pinia-Region. Dialekte sind Mombo (Helabo, Miambo) und Ambange (Ampari) .
- Tene Kan Dogon (Tene Tingi) - mit etwa 127.000 Angehörigen (1998) von Bankass bis in die Nähe von Koro. Dialekte sind: Tengu Tingi, Togo Kan, Sagara und Guimini Kan .
- Tomo Kan Dogon - mit etwa 132.800 Angehörigen (1998) in einem großen Gebiet südwestlich von Bankass in Mali sowie auch in Burkina Faso. Die Sprache ist unterschiedlich zum Tommo So (Tombo).
- Toro So Dogon (Dogoso, Bomu Tegu, Toro So) - mit etwa 50.000 Angehörigen (1998) entlang der Klippe von Yendoumman bis Idyeli. Es ist unterschiedlich zum Dogoso und Dogosé in Burkina Faso.
- Toro Tegu Dogon (Tandam) - mit vielleicht 2.900 Angehörigen (1998) etwa 80 km östlich von Douentza, in ungefähr 15 Dörfern entlang einer gepflasterten Straße. Die Dogon sind ein westafrikanisches Bauernvolk, die von den Fulbe den Namen „Habe“ oder „Habbe = Heiden“ erhielten. Ihre Eigenbezeichnung ist „Kado“. Der Lebensunterhalt der Dogon wird größtenteils durch den Anbau (Hackbau) von Hirse gewonnen, der vielfach im Terrassenfeldbau und mit einer intensiven Düngung vorgenommen wird. Heute werden auch Mais und Reis sowie Baumwolle, Indigo, Henna, Tabak, Melonen und Hanf als Marktprodukte angebaut, um wiederum Salz, Trockenfisch, Fleisch und Stoffe einzuhandeln.
Schafe und Ziegen, Hühner und Bienen werden als Haustiere gehalten, ebenso Großvieh und Pferde, aber diese mehr aus Prestigegründen. Handwerker gehören bei den Dogon gesonderten Kasten an. Holzschnitzerei ist besonders entwickelt. Vor allem sind bei ihnen Kultfiguren und das Maskenwesen sehr stark ausgeprägt. Auch bei den Touristen sind die Tänze der Dogon mit den „Kanaga-Masken“ recht bekannt, deren brettartiger Aufbau an ein Lothringerkreuz erinnert. Die Gesellschaft der Dogon ist reich geschichtet. Mit zu der oberen Schicht gehören neben den Regierenden auch die Ackerbauern, unter ihnen stehen kastenartig Handwerker. Die Beschneidung ist nur bei Ackerbauern üblich.
Eine politische Zentralgewalt haben die Dogon noch nie gekannt. Ihre Dörfer stellen die größeren Einheiten dar und bestehen aus patrilinearen Großfamilien. Sie sind überwiegend an unzugänglichen Felshängen gebaut und bestehen aus sogenannten Lehmkastenhäusern, die aus Steinen und Lehm errichtet werden und zusammen mit einem Lehmkuppelspeicher, der mit Strohdach gedeckt ist, eine Gesamthöhe von bis zu sechs Metern erreichen. Die Kultbauten sind mit allerhand symbolischen Zeichen und Halbreliefs aus Lehm verziert.
Die Dörfer werden von einem Ältestenrat regiert, jedoch gibt es außer dörflichen Funktionären auch noch ein religiöses Oberhaupt, den „Hogon“, der religiöse Zeremonien durchführt aber ebenso oberster Richter ist. Insignien seines Amtes sind sein Stab und der Stein, den er um seinen Hals trägt und der von Hogon zu Hogon vererbt wird. Er trägt auch besondere Kleidung und wohnt in einem abgesondert stehendem Haus, das vom Dorf unterhalten wird. Dieser Hogon ist für die Weitergabe sowie die Auslegung der mythischen Überlieferungen, die unwahrscheinlich vielfältig sind verantwortlich.
Vor allem die Schöpfungsmythen der Dogon sind erstaunlich differenziert. Jeder Bereich im Leben der Dogon, ob es der gesellschaftliche, häusliche, wirtschaftliche oder sonst einer ist, steht dauernd in Beziehung zu ihrer Mythologie und der Vorstellungswelt, die ihrem Dasein die Maßstäbe gibt. Das landwirtschaftliche Jahr beherrscht den Kalender der Dogon. Es beginnt mitten im Oktober mit der Ernte der Hirse, die von sämtlichen Kindern und Enkeln des Feldeigentümers eingebracht und mit einem großen Fest gefeiert wird.
Die wichtigste soziale Einheit ist die erweiterte Familie, die früher Gemeinschaftsfelder bewirtschaftete. Die Dörfer der Dogon stehen auf den Felsen des Dogon-Plateaus, um das kostbare Ackerland freizulassen. Oft liegen sie dicht am Rande der Felswand oder an Spalten. Manche Dörfer sind nur sehr schwer erreichbar. Es gibt gemeinsame Getreidespeicher, Altäre und Brunnen. Die Familien leben in umzäunten Gehöften zusammen.
Die Häuser sind gewöhnlich rechteckig und aus Lehm errichtet, oft mit flachen Wohndächern über den größeren Räumen. Männer und Frauen durchlaufen während ihres Lebens fünf Altersklassen. Alle 60 Jahre findet bei ihnen ein besonderes Maskenfest, das „Sigi“-Fest statt, das die Menschen von der Unordnung befreien soll, die durch Verbotsübertretung eines Ahnen entstand. Ihre Toten bestatten die Dogon in Felshöhlen.
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