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Deutsch
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Die deutsche Sprache bildet neben dem Englischen die Hauptsprache des westgermanischen Zweiges der germanischen Sprachgruppe innerhalb der indogermanischen Sprachfamilie. Die Geschichte der deutschen Sprache und ihre Verknüpfung mit den übrigen germanischen und indogermanischen Sprachen war seit JAKOB GRIMM ein Schwerpunkt in der Sprachforschung. Ihre Entwicklung vollzog sich in drei Perioden, die jeweils als eigenständige Epochen deutscher Sprachgeschichte angesehen werden.
Dazu gehören folgende Perioden der deutschen Sprache:
- Althochdeutsch (seit 750), Altsächsisch (800–1100);
- Mittelhoch- und Mittelniederdeutsch (1100–1500);
- Neuhochdeutsch (Frühneuhochdeutsch) (1350 bis 1500) und
- Niederdeutsch (Plattdeutsch) seit 1500.
Die einheitliche Aussprache des Deutschen wurde erst 1898 als Bühnensprache auf der Grundlage des oberdeutschen Konsonanten- und niederdeutschen Vokalstandes gültig festgelegt. Die einzelnen Dialekte der deutschen Sprache, die teilweise aber auch als separate germanische Sprachen aufgelistet werden, unterteilen sich in zwei Zweige:
a) Niederdeutsche Mundarten:
- Niederfränkisch - die niederfränkischen Mundarten sind in erster Linie in den Niederlanden und in Belgien verbreitet und stehen dem Niederländischen näher als dem Deutschen. In Deutschland zählt aber Ostfriesisch, das von etwa 11.000 Menschen (1976) in Schleswig- Holstein, Ostfriesland, rund um die Städte Oldenburg und Emden in Niedersachsen sowie im Saterland und im Jeverland gesprochen wird, dazu. Die lexikalische Similarität beträgt 77% mit Hochdeutsch und 74% mit Friesisch (West-Friesisch).
- Niedersächsisch - eine deutsche Mundart, die von etwa 10 Mio. Menschen (1996) in Deutschland verstanden wird, aber nur wenige sind von Geburt her Sprecher dieser Sprache. Sie ist in Norddeutschland, von Schleswig- Holstein bis in die untere Rhein-Region, unterhalb einer Linie von Aachen bis Wittenberg verbreitet und unterteilt sich einmal in Westniederdeutsch mit den Dialekten: Nordniedersächsisch, Schleswigisch, Holsteinisch, Westfälisch und Ostfälisch und in Ostniederdeutsch mit den Dialekten Mecklenburgisch-Vorpommersch, Märkisch-Brandenburgisch, Ost-Preußisch , wozu das Baltendeutsche gehört, eine deutsche Mundart, die mit der Umsiedlung der Deutschlandbalten in den Jahren 1940–42 heute nahezu ausgestorben ist. Die nördlichen Dialekte werden auch mit Plattdeutsch bezeichnet.
b) Mitteldeutsche Mundarten:
- Mittelfränkisch - mit den weiter untergeordneten Dialekten: - Ripuarisch (Kölsch, Kölnerisch) - eine deutsche Mundart, die von etwa 250.000 Menschen (1997) in Köln sowie in den umliegenden Gebieten gesprochen wird.
- Groningisch (Grunnings) - eine unterfränkische Mundart, die dem Niederländischen näher steht als dem Deutschen und von etwa 592.000 Menschen (2003) in der Provinz Groningen gesprochen wird. Als Dialekte der Mundart gelten: West-Groningisch (West-Gronings), Groningisch-Ost-Frisisch (Gronings-Oostfries), Veenkoloniaals und Westerwäldisch (Westerwold).
- Limburgisch (Limburger Platt) - eine Mundart, die von ca. 50% bis 90% der Population im Dreiländereck Deutschland, Niederlande und Belgien gesprochen wird. In Deutschland betrifft das die Städte Cleves, Aachen, Viersen und Heinsberg.
- Luxemburgisch (Moselfränkisch, Letzeburgisch, Lëtzebuergesch) - eine deutsche Mundart, die vorrangig in Luxemburg verbreitet ist, aber auch in Deutschland, von der Ahr bis zum Hunsrück, im Siegerland, Westerwald und dem Südwestrand Westfalens gesprochen wird. Ihr eng verwandt sind auch die Dialekte von Thionville in Frankreich (Lothringen) und die deutsche Mundart der Siebenbürger Sachsen in Rumänien.
- Rheinfränkisch - mit den weiter untergeordneten Dialekten: - Hessisch - das einen Übergangsdialekt östlich des Mainzer Raums bildet, der sich bis hinein in den niederdeutschen Bereich erstreckt. - Mainfränkisch - das vor allem entlang des Main, inklusive der Stadt Mainz, bis unweit westlich von Frankfurt gesprochen wird.
- Pfälzisch (Rheinpfälzisch) - eine Mundart, die vom Gebiet des Main-Neckar-Zusammenflusses, über Worms bis über die französische Grenze gesprochen wird. Dort gehört das Lothringische dazu. Eng verwandt sind auch die deutschen Mundarten der Banater Schwaben in Rumänien, der Russlanddeutschen und der Deutschen, die in Pennsylvania (USA) leben.
- Obersächsisch - eine deutsche Mundart, die von etwa 2 Mio. Menschen (1998) im Südosten Deutschlands gesprochen wird. Der Verbreitungsraum liegt zwischen Dresden, Leipzig, Chemnitz in Sachsen und Halle in Sachsen-Anhalt. Ein besonderer Unterdialekt hierzu ist das Erzgebirgische.
- Thüringisch - ein deutscher Übergangsdialekt vom Sächsischen zum Niederdeutschen, der etwa zwischen Saale und Weser gesprochen wird. In West-Thüringen haben sich Elemente des Niederdeutschen in der Aussprache erhalten.
- Schlesisch - eine deutsche Mundart, die im ehemaligen deutschen Gebiet Schlesien, heute Polen, verbreitet war, mit dem Zentrum Breslau. Das Schlesische reichte aber auch nach Nordböhmen und Nordmähren sowie bis nördlich über Guben, Züllichau und Posen hinaus. Hinzu kamen Sprachinseln in der Slowakei (Zips) sowie in Ost- und Westpreußen.
c) Oberdeutsche Mundarten:
- Alemannisch - eine deutsche Mundart, die die größte Verbreitung im Nordosten Frankreichs findet, wo sie vor allem mit dem Dialekt Elsässisch (Alsacien) etwa 1,5 Mio. Menschen sprechen. Ebenso ist sie aber auch in SW- Deutschland, im südlichen Baden-Württemberg, in der deutschen Schweiz und in Liechtenstein sowie im österreichischen Vorarlberg mit den Dialekten Hoch- und Niederalemannisch verbreitet.
- Bairisch (Bayrisch, Bairisch-Österreichisch) - eine deutsche Mundart, die in Süd-Deutschland von etwa 246.050 Menschen (2000) und in Österreich von etwa 6,983 Mio. Menschen (2000) gesprochen wird. Dialekte sind wie folgt verteilt: Nord-Bairisch von Regensburg im Norden bis nach Nürnberg und östlich bis West-Böhmen in Tschechien, Zentral-Bairisch im Südosten Bayerns bis südlich der Donau und in Niederösterreich sowie in Salzburg sowie Süd-Bairisch in den Bayrischen Alpen, in Tirol, der Steiermark, in Kärnten sowie der Heanzian- Dialekt des Burgenlandes, Carinthia in Norditalien und die bis 1941 deutsche Sprachinsel Gottschee im heutigen Slowenien.
- Mócheno - eine oberdeutsche Mundart, die von etwa 1.900 Menschen (1992) in Norditalien gesprochen wird. Diese leben mit etwa 400 Angehörigen in Fierozzo, 1.000 Angehörigen in Palú und 460 Angehörigen in Gereut im Valle del Fersina im Trentino. Die Namen der Dialekte entsprechen den Namen der Lokalitäten ihrer Verbreitung. Die Sprecher verstehen zum größten Teil Bairisch oder auch Hochdeutsch.
- Schwäbisch - eine deutsche Mundart, die von etwa 820.170 Menschen (2000) im Südwesten Deutschlands, in Württemberg, dem Ostteil von Baden-Württemberg, in Schwaben und im westlichen Bayern gesprochen wird. Es ist eine Variation des Alemannischen und ist zum Hochdeutschen unterschiedlicher als das Bairische. Das Schwäbische im Schwarzwald differiert zu dem auf der Schwäbischen Alb.
- Schweizerisch (Schwyzerdütsch) - eine deutsche Mundart des Hochalemannischen mit etwa 4,215 Mio. Menschen in der Schweiz (1990). Die Gesamtpopulation in allen Ländern beträgt etwa: 6,044 Mio. Menschen. Weitere Unterdialekte sind die von: Bern (Bärndütsch), Zürich, Luzern, Basel, Obwald, Appenzell, St. Gallen, Graubünden-Grisons (Valserisch) und Wallis. Es werden 20 bis 70 Varietäten von Unterdialekten aufgelistet, die manchmal sehr vom Hochdeutschen abweichen und kaum verständlich sind.
- Walser (Waliserisch) - eine deutsche Mundart des Alemannischen, die in der Schweiz ca. 10.000 Menschen (2004), einer Gesamtpopulation in allen Ländern von 22.780 Angehörigen, sprechen. Das Verbreitungsgebiet in der Schweiz ist: Bosco-Gurin, Kanton Tessin; Wallis, Simplon; Graubünden, Obersaxen; Valsertal (Vals, St. Martin); Safiental (Valendas, Versam, Tenna, Safien); Rheinwald (Medels, Nufenen, Splngen, Sufers, Avers, Hinterrhein); Schanfigg (Arosa, Langwiesn); Albula (Mutten, Schmitte Wiesen); Landquart (Davos, Klosters, Furna, Says, St. Antonien, Valzeina). Auch in Österrreich wird sie von etwa 8.080 Menschen (2000) in Vorarlberg (Grosses Walsertal: Blons, Fontanella, Raggal, St. Gerold, Sonntag, Thüringerberg); Kleinwalsertal (Mittelberg); Brandnertal (Brand); Montafon (Silbertal); Reintal (Laterns); Tannberg (Schricken, Lech, Warth); Tirol: Paznauntal (Galtür) gesprochen. Ebenso sprechen sie ca. 1.300 Menschen (1995) in Liechtenstein, in Triesenberg, inklusive Saminatal und Malbun.
Die deutsche Sprache wird von mehr als 100 Mio. Menschen gesprochen. Sie steht an sechster Stelle der am meisten gesprochenen Sprachen in der Welt und wird außerhalb Deutschlands auch in Österreich, der Schweiz, Luxemburg (mit vielen französischen Wörtern durchsetzt), in Elsass-Lothringen, in Südtirol (Provinz Bozen) und in Belgien mit vielen Dialekten angewandt. In Transsylvanien (Siebenbürgen), in Rumänien, leben ebenfalls etwa 400.000 Deutsche (in den letzten Jahren ist allerdings diese Zahl, hier wie auch in den anderen osteuropäischen Ländern, wegen starker Auswanderung nach Westeuropa, vor allem nach Deutschland, sehr zurückgegangen).
Weiterhin lebt auch ein gewisser Teil an deutschsprachiger Bevölkerung in verschiedenen Ländern des ehemaligen Ostblocks, vor allem in der Ukraine, in Russland und in Kasachstan sowie auch in den USA und in mehreren südamerikanischen Ländern. Am Ende der Ära der Völkerwanderung siedelten sich die wichtigsten deutschen Stämme, wie die Sachsen, Franken, Thüringer, Alemannen und Baiern bereits dort an, wo sie auch heute noch, wenn auch manchmal mit einem anderen Namen, leben. Die Überbevölkerung Deutschlands vom 12. bis zum 14. Jh. hatte eine große Wanderbewegung zur Folge, an der alle deutschen Stämme mehr oder weniger stark beteiligt waren. Dabei wurden die Gebiete östlich der Elbe und Saale, die von den westslawischen Stämmen vergleichsweise nur sehr dünn besiedelt waren, besetzt und eingedeutscht.
Die slawische Bevölkerung wurde entweder gewaltsam unterworfen oder dort, wo die deutschen Siedler von einheimischen Fürsten ins Land gerufen worden waren, auf eine friedliche Art assimiliert. Auf solche Weise bildeten sich im Laufe der Zeit die deutschen Neustämme: Mecklenburger, Pommern und Brandenburger im Norden, Obersachsen, Sudetendeutsche und Schlesier im Süden, Ost- und Westpreußen und Baltendeutsche im Osten. Der aufkommende Bevölkerungsdruck im beginnenden Industriezeitalter führte im 19. Jh. zu einer erneuten Auswanderungswelle, die sich diesmal vorwiegend nach Nord- und Südamerika, aber teilweise auch nach Süd- und Südwestafrika richtete. Die Katastrophe des Zweiten Weltkrieges hatte zur Folge, dass aus den deutschen Ostgebieten jenseits der Oder-Neiße-Linie alle dort ansässigen Deutschen aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Das betraf Ost- und Westpreußen, die meisten Pommern und Schlesier, Sudetendeutsche und einen Teil der Brandenburger. Im gleichen Zug wurden auch die deutschen Bewohner der osteuropäischen Staaten Ungarn und Jugoslawien bis auf äußerst geringe Reste vertrieben.
Dazu kam eine Binnenwanderung innerhalb Deutschlands. Drei Millionen Menschen flohen vor der kommunistischen Herrschaft in der damals sowjetisch besetzten Zone in die BRD. Diese Bewegung fand erst 1961 mit dem Bau der Berliner Mauer und der Befestigung der Zonengrenze durch die DDR ein jähes Ende. Die wirtschaftliche Prosperität der Bundesrepublik bewirkte schließlich, dass seit dem Ende der fünfziger Jahre bis heute mehr als 7 Mio. Ausländer (vorwiegend als Gastarbeiter aus Griechenland, Italien, Spanien, Portugal, dem ehemaligen Jugoslawien und besonders aus der der Türkei) ins Land gekommen sind, hier blieben und Familien gründeten. Die heutige Situation in Deutschland ist, dass die Bevölkerung immer mehr abnimmt, da die Sterberate um einiges höher als die Geburtenrate liegt. Das heutige Österreich gehörte im Römischen Reich zu den Provinzen Raetia, Noricum und Pannonia und war vor allem von Völkern wie den Rätern, Kelten und Illyrern bewohnt. Später drangen vom Norden und Westen Germanen (Baiern und Alemannen) und vom Süden und Osten Awaren, Ungarn und Slawen ein.
Die heutigen Österreicher stellen im wesentlichen die östliche Gruppe des bairischen Stammes der Germanen dar. Nur die Bewohner Vorarlbergs sind Alemannen. Schweizer gibt es seit 1291, als die drei Urkantone Uri, Schwyz und Unterwalden miteinander einen „ewigen Bund“ zur Aufrechterhaltung ihrer Freiheit schlossen. Andere Bauerngemeinschaften und Städte im Alpen- und Voralpenland zwischen Deutschland, Frankreich und Italien schlossen sich diesem Bund an und setzten sich gegen alle Anfeindungen durch Habsburger, Burgunder und Franzosen zur Wehr. Seit 1516 verfolgte das Land eine Politik der Neutralität, die 1815 allgemein anerkannt wurde. Dadurch hat die Schweiz seitdem nur noch einen Bürgerkrieg, den sogenannten „Sonderbundskrieg“ von 1847, geführt. In der Schweiz gelten neben der deutschen Sprache auch das Französische, Italienische und das Rätoromanische als Amtssprachen. Die Schweizer sind demgemäß von sehr verschiedener Herkunft.
Jedoch die Deutschschweizer, die ca. 70% der Gesamtbevölkerung ausmachen, sind Alemannen. Im folgenden soll noch auf zwei besondere Gruppen der deutschen Bevölkerung außerhalb Deutschlands hingewiesen werden: Wolgadeutsche: Darunter sind die Nachkommen der deutschen Siedler zu verstehen, die auf Einladung der Zarin KATHARINA II. 1763–1774 im russischen Reich ansässig wurden und die damit die älteste Gruppe der deutschen Siedler in Russland sind. Das Manifest der Zarin von 1763 zur Anwerbung von Kolonisten hatte vor allem in Hessen, Nord-Bayern, Nord-Baden, in der Pfalz und im Rheinland Erfolg. Die Einwanderer wurden zur Kultivierung der Steppen an die untere Wolga, in die Gouvernements Saratow und Samara gebracht, wo etwa 100 neue Dörfer entstanden. Obwohl die erhoffte günstige Entwicklung zunächst ausblieb, wurden auch später noch Deutsche in anderen Teilen des russischen Reiches angesiedelt, deren Nachfahren die Mehrheit der heutigen Russlanddeutschen stellen.
Die Wolgadeutschen erhielten damals das Recht auf eine Selbstverwaltung; dabei war Deutsch Verwaltungssprache. Später verloren sie wieder den Sonderstatus. Nach der russischen Oktoberrevolution wurde das Gebiet der Wolgadeutschen 1918 autonom. Im Jahre 1924 wurde es eine Autonome Sozialistische Sowjetrepublik, doch die Hoffnung auf eine gesicherte Selbstbestimmung wurde bald darauf durch die sowjetische Nationalitätenpolitik zerstört. Trotz der großen Verluste in der Bevölkerung durch den Bürgerkrieg und die Hungersnot 1921/22 erlebte die Wolgarepublik einen kurzen Aufschwung. Zu Beginn der 30er Jahre setzten jedoch die stalinistischen Zwangsmaßnahmen gegen die Russlanddeutschen ein und nach Ausbruch des deutsch-sowjetischen Krieges im Jahre 1942 wurden die 400.000 Wolgadeutschen in ihrer Gesamtheit der Kollaboration beschuldigt und nach Sibirien und Mittelasien deportiert. Auch nach ihrer Rehabilitierung 1964 blieb ihnen eine Rückkehr jedoch verwehrt.
Seit den 70er Jahren konnten Tausende Wolgadeutsche aussiedeln. Sie kamen nach Deutschland und mussten hier erst wieder die deutsche Sprache erlernen. Viele sehen in der Wiederherstellung der Wolgarepublik eine Alternative zur Aussiedlung, doch ist diese kaum zu realisieren. In den letzten Jahren siedelte der größte Teil von ihnen, besonders die Jugend, um. Siebenbürger Sachsen: ( –› auch Donauschwaben ) Deutsche Volksgruppe im Karpatengebiet Rumäniens, deren Vorfahren auf die Einladung des ungarischen Königs G ÉZA II. um 1150 nach Siebenbürgen einwanderten. Die Siedler erhielten dort uneingeschränkte wirtschaftliche und soziale Freiheiten und verfügten ganz allein über den vom König zugeteilten Grund, den sogenannten „Königsboden“. 1224 bestätigte der „Goldene Freibrief“ ihre Privilegien, die ihnen bis ins Jahr 1876 politische Eigenständigkeit garantierten. Die Siebenbürger Sachsen stammten hauptsächlich aus dem Rhein- und Moselgebiet. Der Name „Sachsen“ bezieht sich auf eine noch ungeklärte Bezeichnung als „Saxones“ in lateinischen Urkunden.
Die Siebenbürger Sachsen gründeten zahlreiche Dörfer und Städte, wie die später bedeutenden Handels- und Gewerbezentren Herrmannstadt (Sibiu) und Kronstadt (Braºov). Infolge der Lutherischen Reformation entstand ihre evangelische Landeskirche, die zugleich auch ihr deutschsprachiges Schulwesen trug. Nach Verlust ihrer politischen Autonomie wurde sie Symbol der Einheit der Siebenbürger Sachsen. Mit eigenem Dialekt, dem Siebenbürgisch-Sächsischen, und einer reichen Volkskultur sind sie eine ethnische Gruppe mit starkem Selbstbewusstsein. Die Verbindung mit der deutschen Sprache und Kultur wurde bewusst gepflegt. Die Existenz der Siebenbürger Sachsen in ihrem alten Siedlungsgebiet ist jedoch gefährdet. Zählten sie 1930 etwa 240.000 Personen, so lebten nach der Aussiedlungswelle in den Jahren 1990 und 1991 nur noch 30.000 Siebenbürger Sachsen in Rumänien.
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