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Dakota
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Ein sprachlich zur Dakota-Mandan-Gruppe innerhalb der Mississippi- Tal-Gruppe der Yuchi-Siou-Sprachfamilie gehörendes nordamerikanisches Indianervolk, das sich in mehrere Stämme untergliedert. Sie waren wohl das bekannteste, größte und mächtigste Indianervolk aus der Sprach- und Völkerfamilie der Yuchi-Siou im zentralen Prärie- und Plainsgebiet überhaupt und werden heute allgemein als „Sioux“ bezeichnet.
Kulturell und sprachlich unterteilen sie sich in drei große Hauptgruppen:
- Santee (östliche Sioux, Dakota) (–› auch Santee) - ihr Dialekt ist das Dakota, sie gliedern sich in folgende Unterstämme: Mdewakantonwan (Mdewakanton) (= die am Geistersee wohnen) , Sisseton (= Bewohner der Fischgründe), Wahpeton (= die unter Blättern wohnen) und Wahpekute (= die auf Blätter schießen) . Die Santee lebten einst am Santee River im heutigen South Carolina und wanderten erst nach 1716 nach Minnesota aus.
- Teton (westliche Sioux, Lakota) - ihr Dialekt ist das Lakota und ihr Name bedeutet (= Präriebewohner). Sie sind die „eigentlichen“ und durch zahlreiche Filme oder Abenteuerromane bekannt gewordenen „Sioux“. Diese Bezeichnung ist eine französische Abkürzung aus dem Wort „Nadowessiou“, was ein Schimpfname ist, den ihnen die verfeindeten Ojibwa gaben und der so viel wie „Schlangen“ oder „Feinde“ bedeutete. Daraus entstand dann durch die Übernahme in die englische Sprache die Verballhornung „Sioux“. Sie nannten sich selbst „Ochente Chakowin = Sieben Ratsfeuer“ , da sie sich früher aus sieben eng verwandten Stämmen zusammensetzten, die untereinander niemals Krieg führten und daher auch den Namen „Dakota = Verbündete“ trugen.
Sie bestanden aus den Lakota sprechenden Stämmen der: Brulé - mit ihrer Eigenbezeichnung: „Sichangu = Menschen mit verbrannten Schenkeln“ , heute im Rosebud-Reservat; Hunkpapa - heute ebenfalls im Rosebud-Reservat; Oglala (Ogallallah) - heute in Wyoming sowie im Pine-Ridge-Reservat im US- Bundesstaat South Dakota; Minnekonjou - was von „Mnikowoju = die am Wasser pflanzen“ herrührt; Sans Arcs - Eigenbezeichnung: „Itazipcho = Stamm ohne Bogen“; Sihasapa (Blackfoot) - der Name bedeutet „Sioux- Schwarzfüße“ ; Two Kettle - mit der Eigenbezeichnung „Oohenunpa = Zwei Kessel“. Heute werden insgesamt 103.255 Menschen in den USA ethnisch zu den Sioux gerechnet (1990), davon gibt es rund 6.000 Sprecher des Lakota.
- Yankton (Wiciyela-Gruppe, Nakota) - ihr Dialekt ist das Nakota; zu dieser Gruppe gehören die eigentlichen Yankton (= die am Ende wohnen) und die Yanktonai (= die kleinen Bewohner am Ende) am Missouri, die heute in einer Reservation bei Fort Peck leben. Früher gehörten zu ihnen auch die –› Assiniboine. Die Stämme, die den Dhegiha-Dialekt sprechen (–› Dhegiha-Gruppe) und die südlichen Plains bewohnten, werden nur aufgrund dieser sprachlichen Verwandtschaft als Süd-Sioux bezeichnet. Diese Stämme waren jedoch unabhängige Völker und hatten mit den drei großen, oben aufgelisteten Dakota Gruppen äußerst wenig zu tun. Die Stämme der Teton-Dakota waren einstmals die mächtigste Konföderation nordamerikanischer Indianer aus der Sioux-Sprachfamilie im Kulturareal der Plains, zwischen dem Areal des Mississippi/Missouri und den Rocky Mountains.
Die Sioux galten als die Beherrscher der nordamerikanischen Plains und Prärien, und waren daher unter allen anderen Stämmen des Kontinents am meisten gefürchtet. Mit einer ursprünglichen Bevölkerung von etwa 30.000 Menschen waren die Sioux außerdem einer der größten Volksstämme Nordamerikas. Die Zentral-Dakotastämme (Yankton und Yanktonai waren in überwiegender Weise Bodenbauer im mittleren Missouri-Tal. Sie lebten in festen Dörfern und zogen nur im Sommer gemeinsam zur Bisonjagd auf die offene Prärie. Die Stämme der östlichen oder Santee-Dakota wohnten in den Wäldern am westlichen Teil des Lake Superior, wo sie überwiegend von Wildreis lebten, der in den vielen Seen und an den seichten Ufern des Lake Superior in großen Mengen wächst.
Ebenfalls wurden ausgiebig Jagd und Fischfang betrieben. Gelegentlich zogen einzelne Gruppen zur Bisonjagd auf die offenen Prärien. Die westlichen Dakotastämme, die unter ihrem Namen „Teton-Dakota“ oder bei den Weißen allgemein als die „Sioux“ galten, hatten, nachdem sie sich von den Santee getrennt hatten und danach auf die Prärien gezogen waren, inzwischen das von den Spaniern in Amerika eingeführte Pferd übernommen und waren nomadische Bisonjäger geworden. Die Oglala galten als die typischen Repräsentanten des kriegerischen Plains-Indianertums, das für viele Europäer und Amerikaner zum Inbegriff des Indianertums überhaupt geworden ist. Diese Plains- Indianer lebten in Lederzelten (tipi). Ihre materielle Kultur entsprach ganz ihrem nomadischen Leben. Sie trugen Lederbekleidung, besaßen nur wenig Gegenstände, die aus Holz waren, keine zerbrechliche Töpferware, Schmuck aus Tierknochen und Stachelschweinborsten, die gefärbt und abgeplattet auf Kleidung, Lederbehälter und Schilden appliziert wurden (Quillwork).
Importierte Perlen ersetzten ab etwa1800 das Quillwork. Die soziale Hierarchie der Plains-Stämme beruhte auf individuellen Leistungen (bei der Bisonjagd, auf dem Kriegspfad, in der Visionssuche usw.), bei den sesshaften Stämmen der östlichen Dakota dagegen spielten vererbter Status und Eigentum eher eine entscheidende Rolle. Mit der Ausbreitung des Plains-Indianertums im 18. Jh. wurde auch die Gesellschaftsform der sesshaften Dakota durch das Wertsystem dieser dynamischen Plainsnomaden stark beeinflusst. In der Zeremonie des Sonnentanzes, dem wohl wichtigsten religiösen Fest der Plains-Indianer, kulminierten der Schutzgeistglaube und Visionssuche. Neben den Kriegerbünden, die die gesellschaftlichen Normen bestimmten und für ihre Einhaltung sorgten, gab es bei den sesshaften Dakota-Stämmen Medizin- oder Geheimbünde, deren Hauptaufgabe es war, Krankheiten zu heilen.
In ihren Händen lag oft die wirkliche politische Macht des Stammes. Grundlage der Sozialstruktur der Dakota bildete der sogenannte „Tiyospe“, eine Großfamilie, die gemeinsam dem jagdbaren Wild hinterher zog. Die Sioux glaubten an einen alles beseelenden, allmächtigen Gott „Wakan Tanka“, oder auch „das große Geheimnis“. Die Verletzung der Jagdvorschriften zog die Zerstörung des Tipi und des persönlichen Besitzes nach sich. Während der Beisetzung eines Verstorbenen fügten sich meist die Trauernden Schnitte in die Haut zu. Im 16. Jh. zogen die Dakota von den hochgelegenen Gegenden der Plains hinunter zu den Quellgebieten des Mississippi, da sie sich mit den Cree im Krieg befanden. Im 17. Jh. setzten sich die Dakota aus kleineren lokalen Gruppen von Waldlandindianern im Gebiet des heutigen Minnesota zusammen. Sie ernährten sich von Klein- und Großwild sowie wildem Reis. Um die Mitte des 17. Jh. verdrängten die algonkinischen Ojibwa in anhaltenden schweren Kämpfen die östlichen Dakota aus Wisconsin nach Westen.
Die Zentral-Dakota ihrerseits wurden aus Minnesota auf die Plains, in das Gebiet der heutigen Staaten von North und South Dakota abgedrängt. 1851 gaben die östlichen Dakota in Minnesota fast ihr ganzes Land auf und erhielten eine Reservation zugesprochen, die sie jedoch bald wieder räumen mussten. Gegen Ende des Jahres 1862 erhoben sich die in Minnesota lebenden östlichen Dakota (Santee) unter der Führung von L ITTLE C ROW gegen die Regierung und ihre Truppen sowie gegen die Siedler. Sie wurden daraufhin nach Nebraska und Dakota vertrieben, wo sie heute auf den Reservationen von Devil’s Lake und Sisseton Zuflucht gefunden haben. Nach den Wanderungen der Teton-Dakota in die weiter westlich gelegenen Gebiete, entwickelte sich an den Randzonen ihrer Stammesgebiete ein langandauernder Kampf mit den Chippewa; und schließlich gerieten sie auch mit den Arikara, Crow und Pawnee aneinander.
Konflikte mit den Ojibwa zwangen die Dakota schließlich, in die Great Plains auszuwandern und sich dort auf die Büffeljagd zu spezialisieren. Sie passten sich sehr rasch an ihre neue Umwelt an, und es kam unter ihnen zu einem gewaltigen Bevölkerungswachstum. Um 1750 gab es 30.000 Dakota, die sich fest im Gebiet der nördlichen Plains etabliert hatten. Sie wurden für das nächste Jahrhundert die beherrschende Macht der Region. Im 19. Jh. hatten die Dakota sich machtpolitisch gefestigt, wussten mit Pferden und Gewehren umzugehen und hatten ein ziemlich enges Bündnis mit den Cheyenne und Arapaho aufgebaut. Während der Amerikanischen Revolution und dem Britisch-Amerikanischen Krieg von 1812 kämpften die Dakota auf Seiten der Briten gegen die Amerikaner. Im Jahre 1815 schlossen die östlichen Gruppen jedoch Freundschaftsverträge mit den Vereinigten Staaten ab und 1825 wurden den Dakota in einem weiteren Vertrag die Eigentumsrechte an einem sehr weiträumigen Gebiet eingeräumt, das den größten Teil der heutigen US- Bundesstaaten Minnesota, North und South Dakota, Wisconsin, Iowa, Missouri und Wyoming umfasste.
Wegen der ständigen Konflikte mit den Chippewa waren die im Osten lebenden Dakota schnell bereit, ihr Land 1830 an die USA abzutreten; die Dakota-Gruppen in Minnesota folgten diesem Beispiel 1849 und 1851. Im Jahre 1837 verkauften sie ihr gesamtes Territorium östlich des Mississippi an die USA; 1851 kamen weitere Gebiete hinzu. In dieser Zeit kam es immer wieder zu feindlichen Auseinandersetzungen mit eindringenden Siedlern. Der erste Zusammenstoß ereignete sich 1854 in der Nähe von Fort Laramie in Wyoming. Als Vergeltungsmaßnahme für 19 getötete Soldaten töteten die US-Truppen 1855 etwa 100 Dakota an ihrem Lagerplatz in Nebraska und nahmen ihr Oberhaupt gefangen. Mit den Weißen hatten die Dakota vor der Mitte des 19. Jh. relativ wenig Kontakte, aber nach 1862 änderte sich dies auf höchst dramatische Weise. Besonders nach den Goldfunden in Kalifornien (1849) drangen unter ständiger Verletzung von Verträgen weiße Siedler in das Indianerland von Dakota ein.
Die Sioux-Kriege, die rund 28 Jahre lang dauern sollten, waren die blutigsten aller Indianerkriege, die je in Nordamerika ausgetragen worden sind. In jenem Jahr massakrierten Häuptling LITTLE CROW und die Mdewakanton 644 weiße Siedler in Minnesota und griffen Neu-Ulm und Fort Ridgely an. Oberst HENRY SIBLEY gelang es schließlich, sie bei Wood Lake zu besiegen und 269 Gefangene zu befreien. Im Westen waren Überfälle der Dakota auf Weiße bis dahin eher sporadisch geblieben. Einen Planwagentreck hatten die Dakota schon 1841 überfallen und 1854 eine Gruppe Soldaten bei Fort Laramie angegriffen. Der Sioux-Krieg in Minnesota führte jedoch zu einem generellen Aufstand der Dakota- Stämme. Gegen diese Erhebung schickte die US-Armee 1865 eine Strafexpedition aus. Unter der Führung von RED CLOUD (MAHPIUALUT a), einem Oglala-Häuptling, setzten sich die Dakota vor allem gegen den Bau von Straßen durch ihr Jagdgebiet zur Wehr.
Im Vertrag von Laramie (1868) sollten dann die Forts, die man zum Schutz der Überlandwege (z.B. den Bozeman Trail) errichtet hatte, wieder aufgegeben werden, doch die Goldfunde in den Black Hills lockten Tausende von skrupellosen Goldsuchern in das Land. In Fort Laramie wurde den Indianern außerdem ein Friedensvertrag angeboten, doch die Oglala unter Häuptling RED CLOUD lehnten ihn an. Der Krieg, der später einmal den Namen dieses Häuptlings tragen sollte, begann im Jahre 1866. Oberst HENRY CARRINGTON hatte den Befehl, eine Reihe von Forts in Wyoming und Montana zu errichten, um den Bozeman Trail abzusichern. Am 21. Dezember wurde er dann von RED CLOUDS Kriegern angegriffen. Hauptmann WILLIAM FETTERMAN und dessen Entsetzungskommando wurde von den Indianern jedoch aufgehalten und bis auf den letzten Mann umgebracht.
Dann belagerte RED CLOUD Fort Laramie. Als am 2. August 1867 unter Hauptmann JAMES POWELL eine zweite Versorgungseinheit ausrückte, wurde auch sie von den Dakota aufgehalten. Diesmal waren die Soldaten mit Schnellfeuergewehren bewaffnet und benutzten mit Metallplatten verkleidete Planwagen als sichere Barrikaden. POWELLS Männer konnten so mehrere Angriffe abwehren, töteten 60 der Angreifer und machten somit aus diesem Wagon-Box-Kampf einen Verteidigungssieg für die Armee. Am 8. November 1868 unterzeichnete RED CLOUD in Fort Laramie schließlich einen Waffenstillstand; allerdings mit der Bedingung, dass man die drei neuen Forts Reno, Phil Kearny und C. F. Smith wieder aufgab.
RED CLOUD hatte diesen Krieg eindeutig für sich entschieden und war nun bereit, ein Reservat, speziell für die Dakota, in ihrem Territorium anzunehmen. Dieses Gebiet war damals größer als Pennsylvania und viel größer als jedes Einzelreser vat innerhalb des Indianerterritoriums. Der Red Cloud’s War (1866/67) endete schließlich damit, dass den Indianern für eine unbegrenzte Zeit das Gebiet der Black Hills zugestanden wurde. RED CLOUD wurde ein anerkannter Häuptling und besuchte später als Vertreter seines Volkes mehrmals Washington D. C. Er starb 1909 im Alter von 87 Jahren. Das Ende des Red Cloud-Krieges ließ die Feindschaft zwischen den Weißen und Dakota zeitweise vergessen, beendete sie aber nicht. Die Vereinigten Staaten hielten sich jedoch nicht an die vertraglichen Abmachungen, und in den siebziger Jahren des 19. Jh. strömten Goldsucher und Bergarbeiter in die Region um die Black Hills.
Auch viele Dakota-Krieger setzten ihren Guerillakrieg gegen weiße Siedler und die Armee fort. Die Hauptmacht der Dakota wurde von dem Oglala-Häuptling CRAZY HORSE und den Hunkpapa-Häuptlingen GALL und SITTING BULL (eigentlich S ITTING BUFFALO BULL oder TATANKYAY OTANKA ) geführt. Sie alle hatten auch schon im Red Cloud-Krieg mitgekämpft. Diese Dakota-Krieger ignorierten den Vertrag von Fort Laramie und die Umsiedlung ihres Stammes nach Dakota. Sie wollten lieber auf ihren alten Jagdgründen leben, an den Yellowstone-Flussschnellen im südöstlichen Montana. 1876 beauftragte der US-Generalstabschef, General W ILLIAM S HERMAN , seinen alten Kameraden aus ehemaligen Bürgerkriegszeiten, Generalleutnant PHILIP SHERIDAN , einen größeren Angriff gegen die Dakota in Montana zu führen.
Der Plan sah drei Truppenvorstöße vor: General GEORGE CROOK sollte von Fort Laramie aus in Richtung Norden marschieren; General JOHN GIBBON von Helena aus in Richtung Osten, und General ALFRED TERRY von Fort Abraham Lincoln aus in Richtung Westen ziehen. Der Kern seiner Truppe war die siebte Kavallerie unter Oberstleutnant GEORGE A. CUSTER , einem jungen und erfolgreichen Offizier, der die Cheyenne in der Schlacht am Washita 1868 vollkommen vernichtet hatte. Am 21. Juni 1876 wurden TERRY und sein Befehlshaber von GIBBON zusammengerufen. Der General, CUSTER und die anderen Offiziere trafen sich mit GIBBON auf dem Dampfboot „Far West“ auf dem Yellowstone River in der Nähe des Rosebud Creek.
Dort besprachen sie die Einzelheiten ihres strategischen Vorgehens. Allerdings wussten sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass die Dakota unter CRAZY HORSE die Truppen CROOKS am 17. Juni schon am oberen Flusslauf des Rosebud besiegt hatten. CROOK hatte sich mit den Resten seiner Einheit nur mühsam in Richtung Süden absetzen können, um seine Truppen neu zu formieren. Da CROOK keinerlei Nachrichten über seine Niederlage abgesandt hatte, entschied sich TERRY schließlich dafür, die Hauptstreitmacht der Dakota so schnell wie möglich zu finden und gegen sie zu kämpfen. Er glaubte, sie würden sich am oberen Flusslauf des Bighorn aufhalten, vielleicht in der Nähe des Zusammenflusses von Bighorn und Little Bighorn. CUSTER wurde in Richtung Süden geschickt, wo er die Rosebud Creek-Flussschnellen kontrollieren sollte.
TERRY und GIBBON wollten mit ihrer langsameren Infanterie entlang des Bighorn in Richtung Süden vorstoßen und CUSTER treffen. Denn sobald CUSTER das Quellgebiet des Rosebud erreicht hatte, sollte er mit seiner Kavallerie einschwenken in Richtung Bighorn River. Am 24. Juni fand CUSTER jedoch Anzeichen eines großen und erst kürzlich abgebrochenen Dakota-Lagers auf seinem Weg. Da er fürchtete, dass sie entkommen könnten, folgte er ihren Spuren, änderte die Richtung und zog nach Norden, in das Flusstal des Little Bighorn. Am Morgen des folgenden Tages hatten CUSTER ’s Scouts die Indianer gefunden. Doch CUSTER hatte nicht begriffen, dass er es kaum mit einem gewöhnlichen Indianerlager zu tun hatte, sondern mit dem wahrscheinlich größten jährlichen Stammesrat der Plains-Indianer, den es je gegeben hatte.
Acht Untergruppen der Dakota waren anwesend, hinzu kamen etliche Nord-Cheyenne-Krieger. Insgesamt waren 3.000 Indianer dabei, darunter Hunderte von Kriegern, viele von ihnen noch siegesgewiss nach ihrem Erfolg über die Einheit von CROOK . CUSTER ließ Hauptmann FREDERICK BENTEEN und einige seiner Soldaten beim Nachschub zurück und griff an: Er teilte seine Männer in zwei Kolonnen auf. Die erste unter Major MARCUS RENO sollte durch das Flusstal vom Süden her angreifen, während CUSTER mit der Hauptstreitmacht seiner siebten Kavallerie aus dem Osten heranreiten und das Lager direkt angreifen würde. Am 25. Juni, um 15 Uhr, griff R ENO an und stieß auf erbitterte Gegenwehr, so dass er sich zurückziehen musste.
In der Zwischenzeit (um 16 Uhr) hatten die Indianer auch CUSTER entdeckt, der nun an einigen Hügeln am Little Bighorn unter schweres Feuer geriet. CUSTER und seinen 215 Männern gelang es, dort eine Verteidigungsstellung zu halten und sie versuchten ihrerseits anzugreifen, mussten aber vor der Übermacht der Krieger unter GALL und CRAZY HORSE kapitulieren. Nach ca. 45 Minuten waren alle Soldaten, einschließlich CUSTER, tot. Die Dakota und Cheyenne brachen das Lager sofort ab, bevor TERRY und GIBBON am Ort des Geschehens waren. Als die Nachricht vom „Custer Massaker“ die amerikanischen Städte im Osten erreichte, wurde die US-Armee durch einen Aufschrei und die Empörung der amerikanischen Öffentlichkeit gezwungen, ihre Angriffe gegen die Dakota zu verstärken und den Stamm so schnell wie möglich in das Reservat zu bringen.
Der General NELSON MILES besiegte CRAZY HORSE schließlich bei Wolf Mountain am 7. Januar 1877 und nahm den Häuptling gefangen. Die Indianer unter SITTING BULL konnte er bis nach Kanada vertreiben, wo sie bis 1881 blieben. CRAZY HORSE wurde 1877 auf dem Weg in das Gefängnis in Fort Robinson, Nebraska, umgebracht. SITTING BULL kehrte 1881 in das Reservat zurück. 1890 erfasste die Geistertanz-Bewegung alle Volksstämme des Großen Beckens und der Plains. Diese Religion, der viele Dakota in den Reservaten anhing, versprach die Ankunft eines indianischen Messias, der alle Indianer, die toten sowie auch die lebenden, vereinen würde. Der Geistertanz selbst bestand aus einem geheimnisvollen Ritual, das die Tänzer in einen tranceartigen Zustand versetzte. Diese Bewegung erfüllte die weißen Siedler in der Nähe der Reservate mit Angst. Auch die Armee, die den Kult als Teil eines bevorstehenden Aufstandes ansah, blieb wachsam.
Vorsichtshalber ließ man selbst SITTING BULL verhaften. Als er am 15. Dezember 1890, während der Gefangennahme getötet wurde, wuchsen die Spannungen. Eine Gruppe Sioux unter dem kranken Oglala-Häuptling BIG FOOT flüchtete schließlich in die Berge. Ende Dezember ergaben sie sich gegenüber der siebten Kavallerie. Am 29. Dezember, als die Armee diese Indianer entwaffnen wollte, fiel plötzlich ein Schuss – in dem nachfolgenden Gefecht fanden 29 Soldaten und 200 Indianer, darunter Frauen und Kinder, den Tod. Dieses seitdem kontrovers diskutierte Massaker bei Wounded Knee war die letzte kriegerische Auseinandersetzung der Sioux-Kriege. Heute leben ca. zwei Drittel aller Angehörigen des Volkes der Dakota in Reservationen in North Dakota (Fort Berthold, Devil’s Lake) und South Dakota (Standing Rock, Cheyenne River, Lower Brulé, Crow Creek, Pine Ridge, Rosebud, Sisseton, Yankton und Flandreau), viele sind z.T. auch auf Dauer in die Städte abgewandert. Nur noch ein Drittel der Reservationen ist Stammesland, der Rest ist in den Privatbesitz einzelner Familien übergegangen.
Pläne der amerikanischen Regierung, die Dakota auf den Reservationen zu sesshaften Ackerbauern umzuschulen, scheiterten nicht nur an den schlechten Verhältnissen der Böden in den meisten Reservationen, sondern auch an der Abneigung der einstigen Nomaden, Bauern zu werden, da sie die Feldarbeit als erniedrigend empfanden. Nur in der Rinderhaltung war ihnen später einiger Erfolg beschieden. Die Dakota gehören heute neben den Navajo und den Cherokee zu den lebensfähigsten und größten Indianervölkern in den USA. Über 5.000 Dakota leben auch in Kanada (1991) im südlichen Manitoba und Saskatchewan, am Oak River und Oak Lake, Long Plain westlich von Winnipeg, Standing Buffalo, Birdtail, Stony Wahpeton und Moose Woods.
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