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Cuna
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Auch bekannt unter:
- Cuenasi
- Cueva
- Ipkikuntiwala
- Kuna
- Makilakuntiwala
- Tule
Ein zum Westzweig der Chibcha-Sprachfamilie gehörendes mittelamerikanisches Volk, das heute das wohl das bekannteste der Chibcha ist. Ihre Eigenbezeichnung ist „Tule = Menschen“ oder auch „Kunatulemar“.
Sie leben mit über 57.800 Angehörigen und zusammen mit den auch dieser Gruppe angehörenden Chuchuna von der Panama-Kanalzone und der Cordillera de San Blas in Panama bis hin zum Mündungsgebiet des Atrato im Norden Kolumbiens, dem Comarca de San Blas, der von den Cuna „Kuna Yale“ genannt wird, sowie auf den San Blas Inseln (Islas de las Mulatas), vor der karibischen Küste Panamas, die sie im 19. Jh. zu besiedeln begannen. Seit ihrem Aufstand 1925 bis 1930 haben sie dort innere Autonomie, wodurch ihre Kultur heute die am wenigsten eingeschränkte der Indianer Panamas ist.
Ihre Sprache als eine reine Chibcha- Sprache gibt es heute nicht mehr. Sie ist sehr stark mit karibischen Elementen vermischt. Die Cuna sind recht attraktive Menschen, die viel Sorgfalt auf ihre Erscheinung und auf die Dinge, die sie anfertigen, legen. Sie verstehen es, neues Gedankengut aufzunehmen, ohne dabei ihren alten Glauben aufzugeben. Dieser ist bis heute noch nicht in seiner ganzen Tiefe erforscht, doch ist er so fest mit ihrem täglichen Leben verwoben, dass er wahrscheinlich neben der relativen Unberührtheit ihres Gebietes einer der Gründe für ihr Überleben ist. Die Cuna unterteilen sich in zwei Gruppen:
- Grenz-Cuna (Cuna, Kuna de la Frontera, Caiman Nuevo, Colombia Cuna, Paya-Pucuro Kuna, Langhaar-Cuna) - mit etwa 700 Angehörigen (1991) in den Dörfern Paya und Pucuro im südöstlichen Panama und mit etwa 880 Angehörigen (2000) in der nördlichen Küstenregion Kolumbiens.
- San-Blas-Cuna (San-Blas-Kuna) - mit etwa 57.115 Angehörigen (2000) auf den San Blas Inseln und auf dem Festland. Dialekte sind: Chuana, Cueva und Bayano (Alto Bayano, Maje) . Die Cuna-Bevölkerung betreibt Brandrodungsfeldbau und kultiviert auf diese Weise Mais, süßen Maniok sowie zahlreiche weitere Knollenfrüchte und Fruchtbäume. Auf den Inseln werden Kokospalmen angebaut, deren Nüsse nach Panama und Kolumbien verkauft werden und somit die Haupteinnahmequelle bilden. Die Jagd sowie der Fischfang dienen zur Ergänzung der Ernährung. Ihre Dörfer bestehen aus eng nebeneinanderstehenden Häusern mit Bambuswänden und Strohdächern.
Die Cuna tragen heute Kleidung nach europäischem Muster. Die Mola-Blusen der Frauen erlangten Berühmtheit. Der Haushalt wird von einer aus mehreren Generationen bestehenden Großfamilie gebildet. Ihr Oberhaupt ist dabei immer der älteste Mann. Grundsätzlich lässt sich bei den Cuna eine reichere von einer ärmeren Schicht unterscheiden, deren Angehörige bevorzugt untereinander heiraten. Der Mann zieht dabei in den Haushalt seiner Frau (Matrilokalität). In regelmäßigen Versammlungen wählen die Männer die Dorfhäuptlinge bzw. einen oder zwei Oberhäuptlinge der gesamten Gruppe.
Die religiösen Traditionen werden von den Medizinmännern in Gesängen bewahrt. Daneben haben die Cuna auch eine eigene Bilderschrift entwickelt. Man hat die Cuna einst für verarmte Nachfahren der Cueva-Indianer gehalten, die zur Zeit der spanischen Eroberung Teile des heutigen Cuna-Gebietes bewohnten. Aber nach der Überlieferung der Cuna und ihrer südlichen Nachbarn, der Noanama, haben sie nicht immer hier gelebt, sondern stammen aus dem Chocó-Land an der pazifischen Küste Kolumbiens. Von dort waren sie von den kriegerischen Noanama in das Gebiet des Rio Tiura vertrieben worden und hatten in den Bergen von Ost- Panama und den angrenzenden Gebieten Kolumbiens Zuflucht genommen.
Sie besiedelten dort im 19. Jh. die Küste und die Inseln, wo sie heute leben, und konnten sich ihre Unabhängigkeit meist durch Bündnisse mit Freibeutern sowie nichtspanischen Siedlern erhalten. Im 19. Jh. waren viele Cunas Matrosen oder Arbeiter auf Jamaica und in den USA, wodurch die Beziehungen zur protestantischen Welt vertieft wurden. Anfang des 20. Jh. wurden sie zwar schließlich dem Staat Panama eingegliedert, gleichzeitig aber auch aus Nordamerika missioniert. Bei einem Aufstand vertrieben die Cuna von San Blas im Jahre 1925 alle Weißen von ihrem Territorium und proklamierten die unabhängige Republik „Tule“. Durch US-Vermittlung kam 1930 ein Friedensvertrag zustande, der dem Archipel innere Autonomie zusicherte. 1930 wurde das Gebiet ihnen als Reservat zugesprochen.
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