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Cham
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Zum Aceh-Cham-Zweig der malaiischen Gruppe gehörende malaiisch-polynesische Sprache, die in eine Reihe kleinerer Sprachen und Dialekte zerfällt und gewisse Beziehungen zum Aceh in Nord-Sumatra besitzt. Die Cham-Sprachen sind vor allem in Vietnam verbreitet. Das Alt-Cham (Tjampa) war die Sprache des großen Champa-Reiches vom 2.–15. Jh., das vor den Vietnamesen in dem Gebiet des heutigen Vietnams existierte.
Das im 2.–3. Jh. n. Chr. gegründete Reich stand stark unter indischem Einfluss und wurde durch den Hinduismus mitgeprägt. Die Kultur wurde weitgehend von dem Funan-Reich ( –› Khmer ) bestimmt, doch kam es immer wieder zu langanhaltenden Kämpfen mit dem nachfolgenden Khmer-Reich von Angkor. Dieser Gefahr aus dem Süden stand im Norden die Bedrohung durch die Vietnamesen gegenüber. Dennoch konnte sich das Reich Champa mit wechselndem Geschick lange Zeit behaupten.
Nach der Zerschlagung ihres Reiches durch die Vietnamesen (1471) floh ein Teil der Champa in die Gegend des Tonle Sap in Kambodscha, ein anderer Teil konnte sich in der Küstenregion des zentralen Süden Vietnams sowie in einem kleineren Gebiet nahe der kambodschanischen Grenze bis heute halten. Die heutigen Cham (Tjam, Chàm), die Nachkommen der alten Champa, unterteilen sich entsprechend ihres Lebensraumes in zwei verschiedene Gruppen:
- Chiem (Chiem Thàn, Bhamam, Ost-Cham) - mit etwa 72.870 Angehörigen (2002) sind die eigentlichen Cham und eine offizielle ethnische Gemeinschaft, die in den vietnamesischen Provinzen Thuan Hai, An Giang, Nghia Bình und Phú Khánh sowie in der Stadt Thành Phó Hò Chí Minh (Saigon) beheimatet ist;
- Kambodscha Cham (West-Cham) - mit etwa 220.000 Angehörigen (1992) in den größeren Städten und entlang des Mekong in Kambodscha, mit etwa 4.000 in Thailand, in Ban Khrue, Bankok und in Flüchtlingscamps, mit rund 10.000 Angehörigen in Malaysia und mit etwa 25.000 in Vietnam nahe bei Chau Doc und Tay Ninh und etwa 4.000 in Saigon Cholon. Ebenso gibt es zahlreiche Auswanderer in verschiedenen anderen Ländern.
Ihre Sprache differiert etwas gegenüber dem Ost-Cham und die Sprecher benutzen eine alte, auf der Devanagari basierende Schrift. Den sprachlich verwandten Jarai, Rhade und Raglai in den annamitischen Kordilleren ähnlich, sind die Cham in matrilinearen Klanen organisiert. In der Religion sind allgemein noch Spuren des früheren Hinduismus zu finden. Die östlichen Cham bekennen sich überwiegend zum Brahmanismus, die westlichen zum Islam. Das einst entwickelte Kastensystem im hinduisierten Reich der Champa ist unter den Einflüssen der Vietnamisierung und des Islams weitgehend verschwunden.
Viele ihrer Bräuche sind heute auf den Islam zurückzuführen, der wahrscheinlich schon im 11. Jh. eingeführt wurde. Im Westen hat der Islam die Bedeutung der traditionellen mutterrechtlichen Sippen zurückgedrängt, die in der gesellschaftlichen und politischen Ordnung bei den Cham, die nahe der Küste leben, noch eine bedeutende Rolle spielen. Die vietnamesischen Cham haben sich äußerlich, z.B. in Kleidung und in ihrer Siedlungsweise ihren Eroberern angepasst. In der Landwirtschaft herrscht bei ihnen der Gewerbsgemüseanbau vor.
Sie bauen auf Bewässerungs- und Brandrodungsfeldern u.a. Mais, Reis und Maniok an. In Vietnam halten sie Büffel, Ziegen und Hühner, züchten aber auf Grund ihres brahmanischen Ursprungs keine Rinder. Die kambodschanischen Cham sind meist Fischer und Ackerbauern, die Baumwolle, Indigo und Sesam erzeugen. Viele stellen Schmuck und Skulpturen her, einige von ihnen bauen Boote. Ihre Frauen weben Seidenstoffe und fertigen Hüte an.
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