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Bulgarisch
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Zur indogermanischen Sprachfamilie gehörende südslawische Sprache mit kyrillischer Schrift, die die Nationalsprache Bulgariens ist. Sie wird von über 10 Mio. Menschen in Bulgarien und auch außerhalb gesprochen. Der Akzent ist in der bulgarischen Sprache frei beweglich, d.h. er kann auf jede Wortsilbe fallen, er kann sogar innerhalb der verschiedenen Formen eines Wortes wechseln, und er ist phonologisch relevant.
Für die morphologische Struktur der bulgarischen Sprache sind u.a. kennzeichnend: der analytische Charakter der Deklination (Kasussynkretismus), das Bulgarische hat die Deklination fast ganz verloren und bildet die Kasus, ähnlich wie es in romanischen Sprachen üblich ist, durch Präpositionen, weiterhin der nachgestellte Artikel, die Vokativformen bei den Personenbezeichnungen, die analytische Adjektiv-Steigerung, die Kategorie Aspekt, besondere Nacherzählformen (Nacherzählmodus) und das Fehlen des Infinitivs beim Verb.
Einige dieser Merkmale weisen die bulgarische Sprache als eine –› Balkansprache aus. Es werden zwei Hauptdialekte unterschieden, Ost- und Westbulgarisch. Letzterer gewann im 20. Jh. einen stärkeren Einfluss. Unter dem Einfluss des während der Osmanenherrschaft von einem Großteil der Bevölkerung gesprochenen Türkischen gingen zahlreiche türkische Lehnwörter, besonders in den bulgarischen Wortschatz des Alltags ein. Im Zuge der nationalen Wiedergeburt wurde aber der abstrakte Wortschatz zum größten Teil aus dem Russischen entlehnt, wo er sich unter Einfluss des Kirchenslawischen entwickelt hatte.
In der neueren bulgarischen Lexik sind auch Einflüsse aus anderen slawischen Sprachen, wie beispielsweise aus dem Serbokroatischen, Polnischen und Tschechischen feststellbar. Das heutige bulgarische Alphabet (azbuka) ist das kyrillische und besteht aus 30 Buchstaben, durch die 45 Phoneme wiedergegeben werden können. Die Bulgaren waren einst ein aus Asien kommendes turko-tatarisches Reitervolk, das im 6. und 7. Jh. am Schwarzen Meer, südlich der unteren Donau, ein Reich gründete, sich mit den dort sesshaften Slawen vermischte und deren Sprache und Kultur annahm.
Die Befreiung der 500 Jahre anhaltenden Türkenherrschaft erfolgte 1878 mit russischer Hilfe und stand seitdem unter starkem russischen Einfluss. Während der beiden Balkankriege 1912/13 gegen die Türkei und 1913 gegen Griechenland und Serbien wendeten sich die Russen von Bulgarien ab und diese näherten sich Deutschland, was dazu führte, dass sie mit Deutschland am Ersten Weltkrieg teilnahmen. Auch während des Zweiten Weltkrieges pflegte Bulgarien gute Beziehungen zu Deutschland und am 5.9.1944 erklärte die Sowjetunion Bulgarien den Krieg.
Nach dem Kriegsende wurde Bulgarien zu einem Satellitenstaat der Sowjetunion und 1946 wurde die Monarchie abgeschafft. Nach 1985 erlitt das Land eine Verschärfung der Politik der Zwangsbulgarisierung der türkischen Minderheit, die im Mai des Jahres 1989 zu schweren Unruhen und danach zu einer Massenflucht bulgarischer Türken in die Türkei führte. Weitere Unruhen im Land und der Zerfall der kommunistischen Staaten führte schließlich 1990 auch in Bulgarien zu einer politischen Wende.
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