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Bündnerromanen
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Eine sprachlich zersplitterte Sondergruppe der Rätoromanen in Graubünden, dem größten Schweizer Kanton. Diese auch als „Rumantsch“ bezeichnete Sprache der Bündnerromanen wird heute von mehr als 50.000 Angehörigen mit insgesamt fünf Hauptdialekten gesprochen.
Dazu zählen Surselvisch im westlichen Verbreitungsgebiet des Kantons, das Teile der Gotthardgruppe und der lepontinischen Alpen umfasst, Sutselvisch im Südwesten von Chur, Surmeirisch im Süden von Chur, Puter im Oberengadin zwischen Davos und St. Moritz und schließlich Vallader im Unterengadin. In der heutigen Sprache finden sich neben keltischen auch etruskische Einflüsse. Seit der Besetzung Rätiens, 15 v. Chr. durch die Römer, durchdrang jedoch Lateinisch das Rätoromanische. Erst durch eine Abtrennung der churrätischen Diözese von Mailand und die Anbindung an Mainz ab 843 wurde eine eigenständige Entwicklung der Sprache ausgelöst.
Nach heutigem Forschungsstand gelten die Nachfahren der Räter nicht als Indogermanen. In Funden aus vorrömischer Zeit lassen sich semitische Spuren dieses aus Kleinasien eingewanderten Volkes nachweisen. Die Germanisierung Rätiens wurde seit der Zeit zwischen 12. und 14. Jh. durch die Einwanderung der Walser beschleunigt. Vor allem die Ausbildung der lokalen Schriftsprachen während der Reformation half den Rückzug des Bündnerromanischen bis ins 19. Jh. aufzuhalten. Im Jahre 1919 wurde der Dachverband „Lia Rumantscha“ gegründet, der sich für den Erhalt von Sprache und Kultur der Bündnerromanen einsetzte.
1938 wurde das Rätoromanische (Bündnerromanische) zu der vierten Nationalsprache in der Schweiz erklärt. Um das Verschwinden der Sprache zu verhindern, wurde von der „Lia Rumantscha“ die Ausarbeitung einer einheitlichen Schriftsprache, der „Rumantsch Grischun“, in Auftrag gegeben. Im Gegensatz zu früheren Versuchen findet diese seit 1985 eine sehr breite Anerkennung. So gibt es inzwischen schon überregionale Hörfunk- und auch Fernsehsendungen.
Auch existieren bereits Lehrbücher in bündnerromanischer Sprache. In heutiger Zeit haben sich die Bündnerromanen von einer Agrar- zu einer Dienstleistungsgesellschaft entwickelt, in der vor allem Energiewirtschaft, Baugewerbe und Tourismus eine wichtige Rolle spielen.
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