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Blackfeet
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Ein ehemals großes und mächtiges nordamerikanisches Volk aus der Sprachfamilie der Algonkin mit der Eigenbezeichnung: „Siksika = Schwarzfüße“. Es untergliederte sich in drei Stämme, in die Siksika, die Kainah (Blood) und die Piegan (Pikuni). Früher bewohnten sie den gesamten nordwestlichen Teil der großen Ebene, vom oberen Missouri in Montana, östlich der Rocky Mountains in den USA bis tief hinein nach Alberta in Kanada, am nördlichen Saskatchewan und setzten sich erbittert gegen die Einwanderung der Weißen zur Wehr.
Die Blackfeet befanden sich in einem ständigen Kriegszustand mit den Weißen sowie auch den indianischen Völkern der Sioux, Cheyenne, Assiniboine, Cree, Crow und den Shoshone. Verbündete von ihnen, bzw. abhängig von den Blackfeet waren zum einen die athapaskischen Sarsee am oberen Saskatchewan und die ebenfalls zu den Algonkin gehörenden Plains Cree und Atsina oder Gros Ventres des Plains in Montana. Ihre Sprache, obwohl sie eine Algonkinsprache ist, weicht erheblich von den anderen dieser Sprachfamilie ab. Gegen Ende des 18. Jh. wurde die Anzahl der Blackfeet auf mehr als 15.000 Angehörige geschätzt, um die Mitte des 19. Jh., nach bereits starken Verlusten durch Pockenepidemien, waren es nur noch 7.000.
Heute leben sie mit etwa 14.000 Angehörigen, wobei ein ziemlich hoher Grad an Mischlingen besteht, in der Piegan-Reservation im US-Bundesstaat Montana und in Reservationen in Alberta (Kanada) sowie noch etwa 5.000 außerhalb der Reservationen. Ihre Sprache wird in Kanada von noch etwa 4.745 Muttersprachlern (1998) und von etwas über 100 Sprechern (2001) in den USA verwendet. Die Entstehungsgeschichte ihres Namens ist bis heute noch nicht ganz geklärt. Er bezieht sich auf die Farbe ihrer Mokassins, die entweder durch die Asche ihrer Präriefeuer oder durch Farbe schwarz gefärbt waren. Sie waren nicht die einzigen Träger dieses Namens, auch eine Untergruppe der Teton-Dakota wurde Blackfoot – nicht Blackfeet! – genannt.
Die Blackfeet gehörten im 19. Jh. zu den bekanntesten streifenden Reiterkriegern und Bisonjägern der nördlichen Plains. Sie lebten, getrennt in mehrere Lokalgruppen (bands), fast ausschließlich von der Bisonjagd. Der Stamm versammelte sich im Sommer zur gemeinsamen Feier des Sonnentanzes. Zu ihrer materiellen Kultur gehörten Zelte, Kleidung und zahlreiche Geräte, die aus Leder hergestellt wurden, sowie Federhauben, die als Rangabzeichen erfolgreicher Krieger galten. Geheim- und Kriegerbünde mit Altersklassen prägten die dynamische Sozialstruktur dieses Präriestammes. Mit Ausnahme des Tabakanbaus betrieben die Angehörigen der Blackfeet keine Landwirtschaft. Ihre Kultur und Wirtschaftsform war typisch für die Stämme der Plains- und Prärieindianer.
Die Männer waren für den Bau der Waffen und die Jagd zuständig, während sich die Frauen lediglich um die Haushaltsführung und die Kinder kümmerten oder aber auch Wildpflanzen sammelten. Die Blackfeet waren ein Stamm, der die Polygamie praktizierte. Ein erfolgreicher Krieger hielt sich mitunter mehrere Frauen. Inzwischen betreiben die Blackfeet Viehzucht und Ackerbau. Eine Vision verhalf ihnen zur Teilnahme an einer allumfassenden Macht. Tapferkeit, Großzügigkeit, Weisheit, rednerische Begabung waren im Krieg, beim Pferdediebstahl, auf der Jagd und im Lagerleben von hohem Statuswert. Die Blackfeet waren schon recht früh, aus dem Mittelwesten kommend, in das nördliche Gebiet der Plains eingewandert und gelangten bereits im Jahre 1750 in den Besitz von Pferden und Gewehren.
In der ersten Hälfte des 19. Jh. beherrschten sie den gesamten nördlichen Plainsraum, und konkurrierten im Süden mit den verfeindeten Teton-Dakota. Mit ihren recht starken kriegerischen Verbänden vermochten sie auch über eine lange Zeit den Weißen Schach zu bieten. Allerdings löschten im Jahre 1836 schwere Pockenepidemien ungefähr zwei Drittel des Stammes aus. 1855 wurde der erste Vertrag mit den Amerikanern geschlossen, die Blackfeet sollten danach Ackerbauern und damit autark werden. Doch die Indianer sahen zu dieser Zeit noch keine Notwendigkeit, ihr nomadisches Dasein als Bisonjäger aufzugeben. Aus diesem Grund traf sie auch der Untergang der riesigen Bisonherden besonders hart. Um 1870 hatte sich die Zahl der Blackfeet um rund ein Drittel verringert.
Die kommerzielle Jagd des Büffels durch die Weißen brachte sie schließlich, wie auch andere Stämme der Prärie um ihre Lebensgrundlage. Bereits 1883 war der Bison in den amerikanischen Plains fast ausgerottet. Im Winter 1883/84 gab es eine große Hungersnot, der nahezu ein Viertel des Stammes der Piegan zum Opfer fiel. Die Blackfeet hatten eine hochentwickelte Religion voller Mystik und geheimer Riten. Medizinmänner und Schamanen spielten dabei eine herausragende Rolle. Heute sind die meisten Angehörigen der Blackfeet katholisch, aber dennoch hält sich ihre althergebrachte traditionelle Religion weiterhin am Leben. Die Blackfeet bestehen heute aus vier verwandten Stämmen, zu denen die Piegan oder Pigunni in den USA und die Northern Piegan, Bloods und Blackfeet von Kanada gehören. Seit dem Anfang des 20. Jh. leben die Blackfeet schon als Farmer und Viehzüchter auf ihren Reservationen.
Reservate der Blackfeet trifft man in Alberta (mit 7.310 Einwohnern im Jahre 1967) und in den traditionellen Stammesgebieten von Montana (mit 6.715 Einwohnern; 1985) an. Einige Blackfeet leben im Fort Hall Reservat in Idaho.1935 erhielten die meisten eine Selbstverwaltung, so dass viele Stammesangehörige seitdem auch außerhalb der Reservate leben. Das 1,6 Mio. Acres große Blackfeet Reservat befindet sich im äußersten Norden von Montana. Das Gebiet grenzt an die Rocky Mountains und den Glacier National Park und dehnt sich nach Osten auf die Plains aus. Überall in dieser Gegend stehen die farbenprächtigen Tipis der Blackfeet in saftig grünen Wiesen oder an Flussufern. Bedingt durch den angrenzenden Park, der Grenze zu Kanada und einigen geschützten Wildnis-Gebieten leben die Blackfeet in einem landschaftlich reizvollen Gebiet. Es gibt zahlreiche Seen und Flüsse mit Campingplätzen, die so idyllisch liegen, dass man sich fast zurückversetzt fühlt in die guten alten Tage des Stammes.
Die Blackfeet bieten auch dementsprechende Touren an, die einen Besuch eines der größten und am besten erhaltenen „Bison Jump Sites“ ermöglichen, also den Stellen, an denen Bisons erlegt wurden, indem man sie über einen Abhang trieb. „Head Smashed-In Buffalo Jump“ ist eines der von der UNESCO zur World Heritage Site erklärten Gebieten. Browning ist die Hauptstadt von Montana und die wichtigste Stadt im Gebiet der ca. 8.000 Blackfeet im Reservat, wo es eines der besten Stammesmuseen der Plains-Indianer zu besichtigen gibt, was am zweiten Wochenende im Juli jährlich Veranstaltungsort der „North American Indian Days“, eines der größten indianischen Treffen in den USA, ist. Anfang der 60er Jahre legten sie einen Industriepark an, um Kleinindustrien anzuziehen. Heute zerfällt der Stamm der Blackfeet in eine indianische Traditions- und in eine „White oriented“ Gruppe, die immer stärker dem zukunftsorientierten „American way of life“ anhängt. Etwa die gleiche Anzahl von Indianern lebt außerhalb des Reservats.
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