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Birmanisch
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Die bedeutendste Sprache des birmanischen Zweiges der lolo-burmesischen Gruppe des tibeto-birmanischen Zweiges der sinotibetischen Sprachfamilie, die besonders im zentralen und südlichen Myanmar (Burma), einzelne Varianten auch in Thailand und Bangladesh, gesprochen wird. Insgesamt wird sie von über 32,3 Mio. Menschen (2000) angewandt und ist in Myanmar die Staatssprache sowie Nationalsprache der Burmesen und vorwiegend in den burmesischen Regionen des Landes verbreitet. Rund 10 Mio. Menschen gebrauchen sie als Zweitsprache.
Außerdem ist sie die Verkehrssprache zwischen einzelnen Minderheiten und regionalen Sprachen. Viele Angehörige der Mon und einige Shan sind sogar monolingual in Burmesisch. Die Eigenbezeichnung der Burmesen ist „Bama“ und die Rawang-Bevölkerung nennt sie „Myen“. Es gibt aber noch weitere Ethnonyme.
Zu den Dialekten des Birmanischen zählen: Mergui (Beik), Yaw, Danu (Taruw) und Palaw. Die bevorzugteste Variante wird in der Stadt Mandalay gesprochen. Mergui mit etwa 250.000 Sprechern, Danu mit 100.000 Sprechern und Yaw mit 20.000 Sprechern könnten separate Sprachen sein. Sie sind untereinander sehr verschieden. Die Sprecher in Bangladesh sprechen „Bomang“ , nicht das Standard-Burmesisch. Bei dem Birmanischen handelt es sich um eine aus einsilbigen, unveränderlichen Wortelementen aufgebaute Tonsprache, deren Syntax von der des Chinesischen und der der benachbarten Tai-Sprachen erheblich abweicht.
Dem Birmanischen eng verwandt ist die Sprache der Pyu. Die birmanische Schrift ist genauso wie die der Pyu auf indische Schriftsysteme zurückzuführen. Nahe verwandt sind auch die Sprachen der kleineren Völker der Intha in in Myanmar und der Marma in Bangladesh. Die birmanische Sprache ist durch Inschriften seit dem 11. Jh. schon quellenmäßig belegt. Sie verdrängte allmählich ab dem 12. Jh. die vorherige Staatssprache, das austroasiatische Mon, und entwickelte sich im 13. und 14. Jh. zu einer Literatursprache, insbesondere für die Dichtung buddhistischer Autoren. Die gegenwärtige moderne birmanische Nationalsprache in Myanmar beruht auf dem Zentraldialekt, während sie ihre Orthographie noch aus dem 13. Jh. behalten hat.
Zwei Sprachvarianten, das Arakanische (Rakhaing) mit mehr als 300.000 Sprechern sowie das Tavoy (Dauwe) mit rund 200.000 Sprechern in der Provinz Tenasserim besitzen in der heutigen Zeit nur noch einen Dialektcharakter. Die heutige Bevölkerung der Birmanen (Burmesen) ist zusammengewachsen aus verschiedenen tibeto- birmanischen Stämmen mongolider Rasse. Über 25 Mio. leben vor allem in den fruchtbaren Stromebenen und in den Trockenzonen in den Zentralregionen Myanmars. Sie wanderten im 9. Jh. aus dem Norden in das Gebiet um die Stadt Mandalay ein. Bei der weiteren Ausbreitung zerstörten sie die Mon-Reiche Birmas, übernahmen von diesen jedoch zahlreiche Elemente der indischen Hochkultur, wie den Buddhismus und die Schrift.
Die Dreiklassenordnung der birmanischen Gesellschaft, die aus dem Königsadel, dem gemeinen Volk und den Sklaven bestand, wurde während der Zeit der britischen Kolonialherrschaft beseitigt. 1886 gliederten die Briten ganz Birma als einen Teil Britisch-Indiens in ihr Kolonialreich ein. Erst 1948 wurde das Land, nachdem es seit 1941 von japanischen Truppen besetzt war, in die Unabhängigkeit entlassen. Dabei wurde den überwiegend von den zahlenmäßig größeren Minderheiten, wie den Shan, Kachin, Chin und Karen besiedelten Regionen des Bundesstaates, ein gewisser, wenn auch eingeschränkter Autonomiestatus zuerkannt, der der Unterdrückung durch die Birmanen, bzw. durch die von ihnen dominierten Regierungen und das Militär, jedoch langfristig nicht Einhalt gebieten konnte.
Gerade in den jüngeren Zeiten ist die Politik gegenüber den verschiedenen Minoritäten des Landes wieder zunehmend von Aggressionen gekennzeichnet. Angesichts einer geringen Industrialisierung und Verstädterung herrschen bei den Birmanen noch heute weitgehend agrarische Lebensformen vor. Sie siedeln in kompakten Dörfern aus meist einfachen mit Gras oder Blättern gedeckten Pfahlhäusern und leben vom Anbau von Reis auf Bewässerungsfeldern, die sie mit dem Pflug bearbeiten, vom Gartenbau, vor allem tropische Früchte und Gemüse, vom Fischfang sowie der Aufzucht von Rindern und Büffeln, vor allem als Zug- und Transporttiere. Der Mittelpunkt ihres Lebens ist das Dorf und darin die Großfamilie. Die soziale Ordnung ist egalitär, Ansehen richtet sich nach wirtschaftlichem Erfolg, Bildung oder Alter. Frauen sind in „profanen“ Dingen gleichberechtigt. Die wichtigste Einrichtung im birmanischen Dorf ist der Tempel, der auch als Schule und Versammlungsort dient.
Die birmanischen Männer tragen in der Regel ein sarongähnliches Kleindungsstück (longyi) und ein Hemd, die Frauen den (htamein) und eine Bluse. Den jungen Mädchen werden gewöhnlich die Ohren durchstochen. Sie benutzen ein Puder aus Sandelholzrinde, der mit Wasser zu einer Paste verrührt wird, um die Haut zu glätten, und tragen das lange geölte Haar in einem Knoten hoch auf dem Kopf oder seitlich, wobei ein Teil des Haares herabhängt. Manchmal haben sie auch einen strengen Nackenknoten. Die Männer waren früher von den Hüften bis zu den Knien tätowiert, doch ist das heute vor allem bei Männern unter vierzig Jahren eine Seltenheit geworden. In Myanmar sind die Geschlechter, abgesehen von buddhistischen Kulthandlungen fast gleichberechtigt. Man glaubt jedoch, dass der Körper eines Mannes heilige Säfte (hoon) enthält, die ihn auf eine höhere geistige Stufe stellen.
Diese spezifisch männliche Kraft hat die Frau zu respektieren, daher schläft sie stets zur Linken des Partners, weil die Hoon-Säfte sich auf der rechten Körperhälfte befinden sollen, und sie trägt auch den Kopf immer tiefer als er. Ihre Kleidung und ihre Sandalen dürfen niemals oberhalb des Kopfes abgelegt werden. Die Gesellschaft der Birmanen war, so weit sich das zurückverfolgen lässt, sehr deutlich geschichtet. An der Spitze stand ein absolutistisch regierender Monarch, dessen Nachfolge nicht eindeutig geregelt war. Zwar wurde die von ihm beherrschte Bevölkerung nominell in zwei Gruppen untergliedert, jedoch ist die Bedeutung dieser Rangordnung nicht ganz geklärt. Darüber hinaus hatten, bis zu der Dorfebene hinunter, buddhistische Mönche einen Sonderstatus inne. Die das Leben in Myanmar, auch außerhalb der Klöster, dominierende Religion stellt eine Variante des Theravada-Buddhismus dar, die stark an ihrem ceylonesischen Vorbild orientiert ist.
Er scheint hier in Myanmar aber wesentlich stärker verwurzelt zu sein als in anderen buddhistischen Ländern. Er ging hier eine sehr enge Symbiose mit heimischen Naturreligionen und Geisterglauben ein. So werden auch die numinosen Wesen (nat), die auf die Volksreligion der Birmanen zurückgeführt werden, und sich von Hexen, Gespenstern und Dämonen unterscheiden buddhistisch legitimiert. Sie sind übernatürliche Wesen, die dem Menschen überlegen sind und auf ihn einen guten oder auch schlechten Einfluss ausüben können. Jedes Haus der Birmanen wird von einem Geist beschützt.
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