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Bengali
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Zum ostindischen Zweig gehörende indoarische Sprache, die die wichtigste Sprache in den östlichen Bundesstaaten Indiens und die Amtssprache von Bangladesh ist. Das Bengali wird in Bangladesh von etwa 100 Mio. Menschen, das sind rund 98% der Population des Landes und im indischen Bundesstaat West Bengal sowie auch in den angrenzenden Teilen Assams, Bihars und Orissas von mehr als 70,56 Mio. Menschen gesprochen.
Inklusive der Zweitsprachler wird sie insgesamt von etwa 211 Mio. Menschen gesprochen. Ihre Sprecherzahl übersteigt bei weitem die irgendeiner anderen indoarischen Sprache, mit Ausnahme des Hindi. Man unterscheidet neben dem Standard-Bengali eine ganze Menge Hauptdialekte, die allerdings erst wenig erforscht sind:
- Zentral-Bengali (Standard-Bengali und Kalikatta),
- Ost-Bengali (Rajshahi, Dacca, Delta-Bengali) ,
- Ost-Zentral-Dialekt (Sylhetti) ,
- Nord-Bengali (Koch, Kishanganjia, Siripuria, Dinaipur, Bogra) ,
- SW-Bengali (Midnapore) ,
- SO-Bengali (Chakma) ,
- West-Dialekt (Kharia Thar, Saraki, Mal Paharia) ,
- Rajbansi (Bahe) , - Haijong, Ganda, Vanga, Chittagoni ,
wobei der letztere Dialekt auch zum Südostdialekt zählen könnte. Die ältesten Manuskripte dürften noch vor dem 10. Jh. anzusetzen sein. Mit der Hinduisierung tritt die erste Periode des Sanskriteinflusses ein. Ihr folgt bald die Periode der Islamisierung, die die Sprachentwicklung zunächst nicht positiv beeinflusste. Erst im 14. Jh. beginnt die sogenannte mittelbengalische Literaturperiode.
Die neue Literaturperiode wird im 19. Jh. zunächst stark mit Sanskritismen überladen eingeleitet, gewinnt aber Mitte des 19. Jh. mit verschiedenen Dichtern und schließlich mit RAVINDRANATHA THAKURA (RABINDRANATH TAGORE) (1861 bis 1941) ihre literarische Krönung und ihre Normgebung für die neue bengalische Literatursprache. Die literarische Normsprache wird „Sadhu Bhasa“ und die gewöhnliche Sprache dagegen „Calit Bhasa“ genannt. Der Name „Bengalen“ wurde von „Vanga“ oder „Banga“, einem ehemaligen Königreich am Ganges, abgeleitet. Die Küsten Bengalens und das Gangestal wurden bereits in antiken Segelhandbüchern als wichtige Handels- und Umschlagsplätze beschrieben.
Inschriften aus dem 3. und 4. Jh. verwiesen auf bedeutende buddhistische Klöster in diesem Gebiet. Vom 4. bis zum 6. Jh. war Bengalen bis weit ins Brahmatputratal hinein Teil des Gupta- Reiches. Unter der Pala-Dynastie etwa 750–1159, übernahmen die Bengalen die politische Vorherrschaft über Nordindien. Der Mahayana-Buddhismus, dessen Ausbreitung und Kultur von den Pala wesentlich gefördert wurde, prägte zusammen mit anderen lokal bedeutsamen Kulturen um Muttergottheiten die Religion, die Kunst und das gesellschaftliche Leben in dieser Zeit. Bis in die Gegenwart hinein nehmen die Kulte der Muttergöttinnen im Festkalender der hinduistischen Bengalen einen ganz besonderen Platz ein.
Herausragend sind die Feste für die weiß- oder gelbgesichtige „Durga“ und die schwarze „Kali“. Beide verlangten regelmäßig ihre Blutopfer. Doch anstatt der Büffel und Ziegen werden ihnen in neuerer Zeit häufig nur noch Hibiskusblüten dargebracht. Das Zentrum der Göttin Kali am Ufer eines alten Bettes des Ganges, mit Namen Kalighat, bildet den Ursprung des heutigen Kalkuttas (Kalikata), der Hauptstadt West Bengals. Zwar war Bengalen von 1338 bis 1576 ein muslimisches Sultanat, doch bestimmte in ländlichen Gegenden der Hinduismus Religion, Kultur und Kunst. 1634 errichteten die Engländer im Herrschaftsbereich des Fürsten (nawab) von Bengalen ihre erste Handelsniederlassung in Indien und im Jahre 1757 wurde das Land schließlich britisches Kolonialreich.
Mit der Unabhängigkeitserklärung der britisch-indischen Kronkolonie im Jahre 1947, wurde Bengalen in das kleine hinduistische West Bengal, das Indien als Bundesstaat angegliedert wurde und in den vom Islam beeinflussten Teil Ost-Bengalen geteilt, das zunächst einmal Teil Pakistans (Ost-Pakistan) wurde, woraus sich aber dann, ein Jahr nach dem Bürgerkrieg von 1971 der unabhängige Staat „Bangladesh = Land der Bengalen“ gründete, mit Bengali als Staatssprache.
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