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Batak
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Eine Sammelbezeichnung für eine Reihe ethnischer Gruppen, deren Sprachen der Sumatra-Gruppe der malaiisch-polynesischen Sprachen angehören. Sie bilden ethnisch und sprachlich keine Einheit, sind aber eines der größten und bedeutendsten altindonesischen Völker in den Bergländern des zentralen Nord-Sumatra, hauptsächlich in der Region rings um den Toba-See, das als eigentliches „Batakland“ gilt. Sie leben dort mit einer geschätzten Bevölkerungszahl von ca. 6 Mio. in viele verschiedene Stämme unterteilt:
- Alas Kluet (Alas-Kluet Batak) - mit nur 80.000 Angehörigen (1989) sind sie die kleinste Gruppe der Batak und leben im Inneren des gebirgigen Nordens der Insel Sumatra, nordöstlich von Tapaktuan und rund um Kutacane. Ein Dialekt ist das Alas.
- Angkola (Anakola) - mit etwa 750.000 Angehörigen (1991) in der Region um Sipirok. Sie stehen am nächsten den Mandailing Batak, sind aber soziolinguistisch recht unterschiedlich.
- Dairi (Pakpak, Pakpak Dairi) - mit etwa 1,2 Mio. Angehörigen (1991) im Norden und südwestlich des Toba-Sees, rund um Sidikalang.
- Karo (Karo Batak) - mit etwa 600.000 Angehörigen (1991) leben sie in mehr als 200 Dörfern westlich und nordwestlich des Toba-Sees, vor allem im Hochland um die Ortschaften Brastagi und Kabanjahe herum und bis in eine Höhe von 1.000 Metern. Ein ihnen zugehörender Dialekt ist das Singkil.
- Mandailing (Batta) - mit etwa 400.000 Angehörigen (1989) im Süden der Dairi, die ein gemeinsames Areal mit den Angkola bewohnen, mit denen sie auch am nächsten verwandt sind.
- Simalung (Simalungun, Timur) - schließen sich mit etwa 1,2 Mio. Angehörigen (2000) im Osten an das Karo- Gebiet an, nördlich und nordöstlich des Toba-Sees, mit der Hauptstadt Pematang Siantar.
- Toba (Toba Batak) - mit etwa 2 Mio. Angehörigen (1991) sind sie die bedeutendste Gruppe unter den Batak und leben vor allem auf der im Toba-See gelegenen Insel Samosir sowie an den Ufern des Sees. Sie sprechen ein Idiom, das die Grundlage der Batak-Schriftsprache bildet und deren Schrift eine stilisierte Form der alten Kawi- Schrift ist, Sie sind am nächsten mit den Angkola Batak verwandt.
Die Kultur der Batak ist in sich nur recht wenig einheitlich. Auf die Einwirkung der indischen Kultur sind der Reisanbau, der Pflug, das Spinnrad, die Verarbeitung von Baumwolle, eine Reihe religiöser Vorstellungen des Hinduismus sowie das Schriftsystem zurückzuführen. Letzteres fand in alten Wahrsagekalendern und in Zauberbüchern seine Anwendung. Mit der Islamisierung Sumatras im 13. Jh. hörte der indische Einfluss auf. Von dieser Zeit an blieben die Batak über Jahrhunderte hinweg isoliert.
Die Religion der Batak war äußerst reich an Mythen und uralten Riten, die den Glauben an einen höchsten Schöpfergott offenbarten. Ebenso hatte ihr traditionelles Sozialsystem der patrilinearen exogamen Verbände in Sippen auch eine mythische Begründung. Die Sitte des Kannibalismus war bei den Toba-Batak und auch anderen Gruppen verbreitet. Die Wirtschaft der Batak beruht auf dem Anbau von Naß- und Trockenreis, Taro, Yams, Zimt, Kaffee, Tabak, sowie auf der Tierzucht, wie Wasserbüffel, Pferde, Schweine und Hühner. Die Batak bewohnen große und befestigte Dorfanlagen. Ihre Pfahlhäuser waren vor allem in früherer Zeit sorgfältig gearbeitet und oftmals sehr geräumig, die Giebelfronten waren mit reichlichem Schnitzwerk versehen.
Bis zu drei Generationen lebten in diesen prächtig verzierten Pfahlhäusern zusammen. Aufgrund ihrer früher recht zahlreichen Fehden sind ihre kleinen Dörfer entweder durch eine hohe Steinmauer oder einen Wall mit einer Hecke aus stachligem Bambus geschützt. Heute wohnt meist jeweils eine Familie in einem kleinen Haus. Die Toba kannten weder Adel noch einen erblichen Sklavenstand, vielmehr herrschte bei ihnen eine Art dörfliche Demokratie. Das Dorfoberhaupt kam immer aus dem Klan des jeweiligen Dorfgründers. Die bedeutendste soziale Einheit ist die patrilineare Verwandtschaftsgruppe (marga). Am Beginn der zahlreichen Margas der Toba steht der mythische Stammvater, der „Siraja Batak“, auf dessen zwei Söhne sich die beiden „Urmargas“, aus denen alle anderen hervorgingen, zurückführen lassen.
Eine Heirat in der eigenen Marga ist verpönt und gilt als Inzest. Die Frauen müssen in eine jeweils andere Gruppe der Verwandtschaft einheiraten. Die Heiratsbeziehungen der Margas unterliegen einer festen Regel, die von den Toba als Fundament ihrer Gesellschaft empfunden wird, da sie die Kooperation und die gegenseitige Hilfe unter den Margas einer Landschaft fördert. Heute bekennt sich der Großteil der Toba zum Katholizismus und ungefähr 15% sind Protestanten. Viele von ihnen sind in den Osten Sumatras ausgewandert. Durch das Christentum und das Marga-Verwandtschaftssystem heben sich die Toba von ihrer meist islamischen Umwelt ab. Die Bevölkerungsgruppen der Karo und Simalung wurden wesentlich stärker von der hindu-indonesischen Kultur beeinflusst als es bei anderen Batakgruppen der Fall war. Die Simalung bildeten sogar kleine Staaten heraus.
Im Jahre 1947 erledigte sich die Bevölkerung in einem blutigen Aufstand ihrer despotischen Fürsten. Die Kulturen der Karo sowie die der Toba weisen zahlreiche Gemeinsamkeiten auf, die Verwandtschaftsbeziehungen der Karo sind aber etwas anders strukturiert. In ihren relativ großen Dörfern hat jede Verwandtschaftsgruppe ein gesondertes Quartier. Die mächtigen Häuser der einzelnen Gruppen, die manchmal bis zu 16 Familien aufnehmen, fallen durch ihre pagodenartigen Dächer auf. Sie werden aber seit langem schon nicht mehr gebaut. Die Pakpak, die im Nordwesten des Toba-Sees leben, stehen kulturell zwischen den Karo und Toba, doch ist über sie nur recht wenig bekannt. Um 1830 gerieten die Mandailing-Batak und Angkola unter starken Einfluss des Islams, nachdem muslimische Minangkabau in das südliche Batakland einfielen und als daraufhin das niederländische Militär in den Konflikt eingriff, gerieten beide Batakstämme unter die Kontrolle der Kolonialverwaltung.
Damit begann nun ihre rasche Islamisierung und heute heben sie den Unterschied gegenüber den christlichen Batak hervor. Seit 1881 wirkte die Rheinische Mission im Gebiet der Batak, die seit 1930 ihre eigene protestantische Kirche haben. Die Batak sind etwa zu je einem Drittel Muslime, Christen und Anhänger von Naturreligionen. Sie bilden heute die größte zusammenhängende Gruppe von Christen in Indonesien. Auf Grund ihrer christlichen Vergangenheit sind viele Batak mit westlichen Kulturen, Techniken und Ideen wesentlich vertrauter als es bei ihren muslimischen Landsleuten der Fall ist. Unter ihnen gibt es heute viele Theologen, Juristen, Ärzte und andere Wissenschaftler, die manch höhere Position in Wirtschaft, Verwaltung oder im Militär der Republik Indonesien einnehmen. Die Toba-Batak z.B. haben seit einigen Jahren die systematische Erforschung ihrer eigenen Kultur und Geschichte selbst in die Hand genommen. Den Schwerpunkt dabei bilden die Rituale ihres Totenkults.
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