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Baskische Sprache
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Isoliert stehende, zu keiner anderen Sprachfamilie gehörende Sprache in den Westpyrenäen, am Golf von Biskaya, auf spanischer sowie auf französischer Seite. Sie ist in den Gebieten Labourd, Basse Navarre und Soule (im Departement Basses Pyrénées, Frankreich) und in den Provinzen Navarra, Guipúzcoa, im östlichen Biscaya und nördlichen Alava in NO-Spanien, außerdem in Argentinien, Brasilien u.a. südamerikanischen Staaten verbreitet.
Es handelt sich um eine altertümliche und sehr sonderbare Sprache. Die ersten Aufzeichnungen des Baskischen stammen aus dem 15. Jh., die erste literarische Quelle aus dem Jahre 1545. Die Schwierigkeit der baskischen Grammatik ist geradezu sprichwörtlich, sie besitzt fast kein Abstrakta.Die Sprache hat für jede Baumart, die im Baskenland vorkommt, einen Begriff, aber keins für das Wort „Baum“. Eine Reihe von Eigentümlichkeiten des Baskischen vermag die Sprachwissenschaft bis heute nicht zu erklären.
Die baskische Sprache setzt sich insgesamt aus zehn Dialekten zusammen, diese sind auf spanischer Seite: Salazarisch, Guipuzkisch (Guipuzkanisch), Bizkaisch, Ober- Navarrisch und Ronkalisch; und auf französischer Seite: Zuberisch, Cizain, Mixain, Ost- und West-Unter-Navarrisch sowie Labourdisch.
Eine einheitliche baskische Literatursprache gibt es bis heute noch nicht, obwohl der labourdisch-bas-navarrische Dialekt und die in Bilbao seit 1919 tätige Akademie der Baskischen Sprache, „Euskaltzaindia“, recht günstige Voraussetzungen für eine einheitliche und nationale Literatursprache der Basken bieten. Die baskischen Völker gehörten wahrscheinlich einer sonst völlig der Romanisierung, Germanisierung oder Slawisierung zum Opfer gefallenen mediterranen Schicht an und sind die einzigen, die sich der gewaltsamen Latinisierung zur Römerzeit widersetzen konnten. Die Baskische Sprache verfügt zwar über eine recht ansehnliche Literatur, wird aber nicht in der Schule gelehrt.
Über die Verwandtschaft des Baskischen ist schon sehr viel diskutiert worden. Die Besiedlung des Baskenlandes (ursprünglich Süd-Frankreich bis zur Garonne und Nord- Spanien bis in die Cordillera Iberica) ist seit 60.000 Jahren durch einige Höhlenfunde nachgewiesen. Sprachliche, vor allem grammatische, aber auch lexische Eigenheiten, wie das Zählsystem, die Ergativkonstruktionen usw. weisen auf Parallelen zu kaukasischen, altvorderasiatischen und himalayischen Sprachen hin. Das Baskische hat dann phönizische, iberische, keltische, gotische, fränkische, zigeunerische, arabische, lateinische und verschiedene romanische lexische Elemente aufgenommen, und so ging ein erheblicher Wortschatz der alten Sprache verloren, der sonst nur noch als Substrat im Gaskognischen, im Aragonischen sowie in nordspanischen Mundarten zu finden ist. Der eigentliche Ursprung der baskischen Sprache ist bis heute nicht völlig geklärt.
Einige Autoren brachten es mit dem Etruskischen, dem Iberischen und Hamitischen und auch weiteren afrikanischen Sprachen, andere wieder mit den Kaukasussprachen oder manche sogar mit Indianersprachen in Verbindung, was jedoch weitgehend auf spekulativer Basis geschah. Die Eigenbezeichnung der Basken (früher: Vaskonier genannt) ist „Euscaldunac“, was „Menschen“ bedeutet. Es leben etwa 2 Mio. Basken, die sich zu etwa 75% auf die Länder Spanien, 15% auf Frankreich sowie 10% auf Südamerika verteilen. Sie sind wohl das am längsten an einem angestammten Siedlungsgebiet ansässige Volk Europas, dessen Ursprung aus anthropologischer Sicht noch nicht geklärt ist.
Die Annahme, dass die Basken aus der von den Ligurern, einem vorderindogermanischen Volk, durchgeführten Besetzung Westeuropas im Neolithikum her vorgegang en sind, wird durch serologische Befunde gestützt. Bei ihnen ist die Blutgruppe „0“ häufiger als bei anderen europäischen Völkern und überdies wird bei keinem anderen Volk der Erde soviel rhesusnegatives Blut festgestellt wie bei den Basken. Die Basken waren die ersten Walfänger Europas, doch vorrangig betreiben sie Ackerbau. Während der spanische Teil des Baskenlandes den wirtschaftlich stärksten Regionen Spaniens angehört, ist der nördliche, französische Teil eine der krisenanfälligsten Provinzen Frankreichs.
In ihrer Alltagskultur haben die Basken durch das Ballspiel „pelota“ Berühmtheit erlangt und im religiösen Leben spielt der Hauskult, und damit auch verbunden der Toten- und Ahnenkult, eine bedeutende Rolle. Die Geschichte der Basken steht seit historischer Zeit ganz im Zeichen des Kampfes um die Erringung ihrer Autonomie. Seit der Zeitenwende wechselten Römer, Westgoten und Franken einander in der Herrschaft über das Baskenland ab, bis sich Anfang des 10. Jh. aus einem gotisch-baskischen Stamm das erste baskische Königreich von Navarra bildete, dessen größter Teil 1520 mit Kastilien vereint wurde, während der Rest 1620 an Frankreich fiel.
Noch bis in die heutige Zeit gibt es im Baskenland die Tradition der „fueros municipales“, überlieferte ständische Ortsrechte, denen sich selbst die eigenen Könige unterordneten und die von seitens der Regierung respektiert werden mussten. Darauf berief sich unter anderem die sich ab 1959 formierte separatistische Bewegung ETA („Euskadi ta Askatasuna = Baskenland und Freiheit“ ) und den bewaffneten Kampf zunächst gegen das Franco-Regime und danach gegen den spanischen Staat aufnahm. Inzwischen sind den Basken in Spanien trotz zahlreicher separatistischer Attentate weitgehende Autonomierechte zugestanden worden.
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