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Baltische Sprachen
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Kleine, verhältnismäßig eng begrenzte Sprachgruppe innerhalb der indogermanischen Sprachfamilie, mit Lettisch in Lettland und Litauisch in Litauen. Früher gehörte auch noch das Altpreußische (Pruzzisch, Prußisch) dazu, das aber bereits im 17. Jh. ausgestorben ist. Die baltischen Sprachen sind durch eine altertümliche Grammatik und einen ebensolchen Lautbestand charakterisiert.
Das Wort „Balten“ ist neueren Ursprungs und hat vorwiegend geographische Bedeutung. Es bezeichnet die Gesamtbevölkerung der baltischen Staaten, also auch die finnischstämmigen Esten. Bis Anfang des 20. Jh. verwendete man die alte und schon in Tacitus’ „Germania“ angeführte Bezeichnung „Aisten“, z.T. wurden aber auch die Namen der Letten oder Litauer auf die übrigen Völker ausgedehnt. Nach äußerst umstrittenen Ansichten innerhalb der Sprachwissenschaft bildeten die Vorfahren der Balten und Slawen wohl noch eine Einheit, als die übrigen indogermanisch sprechenden Stämme sich bereits von ihnen getrennt hatten.
Anders ließe sich das Vorhandensein vieler miteinander übereinstimmender Neuentwicklungen in den beiden Sprachgruppen nicht erklären. Über Ort und Zeit des Bestehens der balto-slawischen Einheit gibt es nur Vermutungen, ebenso über die Ausgliederung der Slawen aus dieser Einheit. Die ältesten historisch bzw. durch Orts- und Gewässernamen bezeugten Wohnsitze der Balten erstreckten sich südlich und östlich der Ostsee, von der unteren Weichsel bis weit nach Osten hin, und umfassten den größten Teil des heutigen Weißrusslands.
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