Erhalten Sie täglich per Twitter News, Tips und Tricks zum Fremdsprachen lernen. Über 5700 begeisterte Fremdsprachenlerner folgen uns bereits.
Asmat
Diesen Artikel empfehlen
Eine zu den Asmat-Kamoro-Sprachen der Zentral- und Süd-Neuguinea-Sprachen des Zentral- und Westzweiges der Main-Gruppe der Trans-Neuguinea-Familie gehörende Papuasprache, deren Sprecher zu einer der größten Bevölkerungsgruppen in Papua Barat (Indonesien) zählen. Sie unterteilen sich wie folgt:
- Casuarina-Küsten-Asmat (Kaweinag) - mit einer Population von ca. 9.000 Angehörigen (1991) und den Dialekten: Matia (5.200 in Matia) und Sapan (Safan) (3.400 in Sapan). Die Bevölkerung lebt an der Casuarina-Küste, zwischen den Flüssen Ewta im Norden und Kuti im Süden, sowie im Binnenland, im Kreis Pantai Kasuari des Merauke-Bezirkes, etwa 25 km entfernt der Küste.
- Nord-Asmat (Keenok) - mit etwa 1.000 Angehörigen (1991) nahe der Quellen der Flüsse Paterle Cocq im Westen bis zum Unir im Osten sowie bis an den Fuß der Berge, im Kreis Sawa-Erma des Merauke-Bezirkes.
- Yaosakor (Yaosakor-Asmat) - ca. 2.000 Angehörige (1991) an der Südküste, in den Kreisen Agats und Atsy im Merauke-Bezirk, entlang des Flusses Sirac.
- Zentral-Asmat (Manowee, Jas, Yas) - mit einer Population von ca. 7.000 Angehörigen (Zählung stammt von 1972) an der Südküste, zwischen den Flüssen Owap im Nordwesten bis zum Farec im Südwesten, sowie in das Binnenland in Richtung der Berge, etwa 210 km von der Küste, in den Kreisen Sawa-Erma, Agats, Atsy und Pantai Kasuari im Merauke-Bezirk. Die Zentral-Asmat leben zwischen den Kamoro- und Sawi-Sprachen.
Zu ihrer Sprache gehören die Dialekte: Simai (Simay), Ajam (Ayam) und Misman.
Der am meisten unterschiedliche Dialekt ist das Nord-Asmat. Nahe verwandt ist Sempan, nördlich des Flusses. Das Asmat wiederum schließt sich nahe an das Kamoro und Citak. Der Name „Asmat“ bezeichnet eine Sumpflandschaft im Südwesten der Insel Neuguinea, zwischen dem Digul und dem Lorentzfluss, im indonesischen Papua Barat und ist zugleich Eigenname der dort lebenden Bevölkerung. Der Begriff „Asmat“ hat verschiedene Bedeutungen. Er wird u.a. auf einen Ausdruck der Einheimischen „as-asmat = wir, die Baummenschen“ zurückgeführt.
Bäume gelten den Asmat als die ersten Lebewesen. Die Wurzeln entsprechen dabei den Füßen der Menschen, der Stamm dem Körper, während die Früchte des Baumes ein Abbild des Kopfes sind. Diese Symbolik hat bei den Asmat eine tiefe Bedeutung. Nach einem traditionellen Glauben wurden die Asmat einst von einem Urzeit-Heroen aus einem Baumstück geschnitzt und zum Leben erweckt. Alle anderen Stämme und Rassen dagegen entsprangen aus dem Leib eines Reptils. Nach der Mythologie der Asmat kann neues Leben nur durch gezieltes Töten entstehen. Jedes Früchte fressende Tier ist daher für sie ein Sinnbild für ihre Lebensauffassung, und Vögel wie z.B. der schwarze Königskakadu und der Nashornvogel werden bei ihnen in Malereien und Schmuckwerk verehrt.
Einen ähnlich starken Symbolwert hat bei den Asmat die Gottesanbeterin, da das Weibchen dem Männchen bei oder kurz nach der Begattung den Kopf abbeißt. Hierin liegt für die Asmat eine natürliche Rechtfertigung für die Kopfjagd. Daher spielte sie bis noch vor einigen Jahren in ihrem Leben auch eine zentrale Rolle. Sie praktizierten sie und im Anschluss daran aufwändige Schädelkulte in einem umfangreichen Ausmaß. Präparierte Schädel und Schädelteile galten als Kultobjekt, Statussymbol und Schmuck zugleich. Die Kopfjagd war bei ihnen als ein Fruchtbarkeitsritual zu verstehen. In rund acht Metern hohen und kunstvoll geschnitzten „Ahnenpfählen“ aus Mangrovenholz wurde als eine Art Rachegelöbnis neben dem jeweils zuletzt Gestorbenen ein künftiges Opfer der Kopfjagd dargestellt.
Der Lebensraum der Asmat ist ein riesiger Sumpfwald. Noch über hundert Kilometer landeinwärts macht sich das Auf und Ab der Gezeiten bemerkbar. Die Flüsse sind die Hauptverkehrsadern, die wie ein dichtes Netz das Land durchziehen. Steine, ja selbst Bambus für den Schaft der Steinäxte, mussten die Asmat noch bis vor kurzer Zeit von den Flussaufwärts, in höheren Regionen lebenden Bevölkerungsgruppen einhandeln. Aus diesem Grund gewinnen die Asmat ihren Lebensunterhalt auch aus dem Meer, den Flüssen und natürlich aus dem Wald. Ihre Hauptnahrung bildet das Mark der wildwachsenden Sagopalme, die in den riesigen Sumpfwäldern sehr gute Wachstumsbedingungen findet.
Die Dörfer der Asmat liegen längs der Flüsse und umfassen bis zu 2.000 Menschen. Das Dorf ist eine wirtschaftlich und politisch autonome Einheit. Die Häuser, die auf 5 bis 6 Meter hohen Pfählen errichtet werden, sind als Verteidigungsanlage gebaut. Sie werden in der Regel von den Mitgliedern einer patrilinearen Großfamilie bewohnt. Mehrere Großfamilien bilden einen Klan, dessen Mitglieder in einem bestimmten Abschnitt des Dorfes geschlossen siedeln. Eine jede Klangruppe hat ihr eigenes Männerhaus (yeu), das bis zu 60 Meter lang sein kann. Es ist sowohl Kultzentrum als auch Wohnsitz der unverheirateten Männer.
Das Wohngebiet der Asmat war bis 1962 ein Teil von Niederländisch-Neuguinea, das seit 1963 als Papua Barat zu Indonesien gehört. Aufgrund der Abgeschiedenheit ihres Lebensraumes konnten die Asmat noch Mitte der 50er Jahre frei von Störungen durch die Außenwelt ihr traditionelles Leben führen. Von der See kaum zugänglich und von der Landseite her durch eine mächtige Kette schneebedeckter Bergzüge geschützt, blieben ihre Kontakte mit der westlichen Welt auf ein Minimum beschränkt und zunächst ohne weitreichende Folgen. Schon 1623 landete der niederländische Händler JAN KARSTENS vor der Küste von Asmat und ca. eineinhalb Jahrhunderte später folgte der Weltumsegler JAMES COOK.
Erst 1953 geriet Asmat unter die ständige Kontrolle der niederländischen Kolonialverwaltung. Heute sind die Asmat offiziell Staatsbürger der Republik Indonesien. Die Kopfjagd wurde bei Strafe verboten. Von staatlicher und privater Seite wurden in den letzten Jahren Projekte zu der Förderung ihres traditionellen Kunsthandwerks begründet. Die einheimischen Holzschnitzer sollen zu neuen Leistungen angespornt werden. Für den Absatz der Produkte soll gesorgt werden und für den Erlös der Kunstwerke werden Schulen und Krankenhäuser gebaut.
Diesen Artikel empfehlen




