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Arabisch
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Die bedeutendste und am weitesten verbreitete Sprache der semitischen Sprachfamilie des hamitosemitischen Sprachstammes. Sie stammt von der Arabischen Halbinsel her und ist in zwei Gruppen mit zahlreichen Dialekten unterteilt, von denen eine früher nördlich, die andere südlich der Rub al-Khali (dem „leeren Viertel“ ) gesprochen wurde. Aus Mekka stammend, sprach der Prophet MOHAMMED das Nordarabische, das daraufhin als Sprache des Koran später zum klassischen Arabisch wurde.
Mit der Verbreitung des Islam und dem Verbot, die heilige Sprache des Islam zu verändern und zu übersetzen, verbreitete sich das Nordarabische als Schriftsprache der (ulama) der religiösen Gelehrten in der gesamten islamischen Welt, von Marokko im Westen über Mittelasien bis nach Indonesien im Osten. Nur noch in abgelegenen Gebieten, wie in den Bergen von Dofar und auf der Insel Soqotra, werden südarabische Dialekte gesprochen. Das Arabische ist in den Staaten zwischen dem nördlichen Afrika, dem Maghreb, und den Staaten der Arabischen Halbinsel als Staatssprache verbreitet.
Durch den Islam wurde sie zur Weltsprache und wird als Sprache des Korans auch von Mohammedanern in den nichtarabischen Staaten gesprochen. Von der einheitlichen Schriftsprache weicht die Sprache in den einzelnen arabischen Ländern sehr stark ab. Außerdem gibt es in den verschiedenen arabischen Staaten meist zahlreiche einheimische arabische Dialekte, die selbst sehr stark voneinander abweichen. Mehr als 220 Mio. Menschen sprechen heute Arabisch als Muttersprache.
Damit steht die Sprache an sechster Stelle in der Welt. Neben dem modernen Hoch-, Schrift- oder Standard-Arabisch, das in den Massenmedien, wie Presse, Funk, Fernsehen, Film und offiziellem Briefverkehr besteht, gibt es eine gewisse Anzahl arabischer Dialekte, die in den einzelnen arabischen Ländern gegenwärtig mehr und mehr an Bedeutung gewinnen, z.T. auch in Presse und Rundfunk und in öffentlichen Reden und somit in diesen Ländern zu eigenständigen arabischen Sprachen werden, die den Status offizieller Landes- oder Nationalsprachen annehmen.
Die bedeutendsten arabischen Idioms sind in den einzelnen Ländern wie folgt aufgeteilt:
- Ägypten:
- Ägyptisch-Arabisch (Unter-Ägyptisch-Arabisch, Massry) - ca. 44,406 Mio. (1998);
- Sa’idi-Arabisch (Sa’idi, Ober-Ägyptisch-Arabisch) - etwa 18,9 Mio. (1996);
- Levantine- Beduinen-Arabisch (Ost-Ägyptisch-Beduinen-Arabisch, Bedawi) - ca. 780.000 (1996);
- Sulaimitisch-Arabisch (Libysch-Arabisch, West-Ägyptisch-Beduinen-Arabisch, Bedawi, Maghrebi Arabisch) - ca. 300.000 (1996).
Algerien:
- Algerisch (Algerisch-Arabisch) - etwa 20,4 Mio. (1996);
- Sahara-Arabisch (Tamanrasset-Arabisch) - ca. 100.000 (1996).
Djibouti:
- Djibouti-Arabisch (Ta’izzi-Adeni-Arabisch) - ca. 52.000 (1995).
Eritrea:
- Hijazi-Arabisch (Hijazi) - unbekannte Sprecherzahl.
Irak:
- Irak-Arabisch (Baghdad-Arabisch, Furati, Mesopotamien- Qeltu-Arabisch, Mesopotamien-Gelet-Arabisch) - ca. 11,5 Mio.;
- Nord-Mesopotamien-Arabisch (Syro-Mesopotamien-Vernacular- Arabisch, Moslawi) - ca. 5,4 Mio. (1992);
- Najd-Arabisch - ca. 900.000; Golf-Arabisch (Khaliji) - ca. 40.000;
- Irak-Judeo- Arabisch (Jüdisch-Iraki-Baghdadi-Arabisch, Arabi, Yahudi) - ca. Sprecher 100–150 (1992).
Iran:
- Mesopotamien-Gelet-Arabisch (Arabi) - ca. 1,2 Mio.;
- Golf-Arabisch (Khaliji) - ca. 200.000 (1993).
Israel:
- Süd-Levantine-Arabisch ( Palästinensisch -Jordanisch-Arabisch) - ca. 910.000;
- Judeo-Tunesisch-Arabisch - ca. 45.000 (1995);
- Judeo-Tripolitanisch-Arabisch - ca. 30.000 (1994);
- Judeo-Marokkanisch-Arabisch - ca. 250.000 (1992),
- Judeo- Iraki-Arabisch - ca. 100.000;
- Judeo-Jemenitisch-Arabisch - ca. 50.000.
Jemen:
- Nord-Jemenitisch-Arabisch (Sanaani-Arabisch) - ca.7,6 Mio. (1996);
- Süd-Jemenitisch-Arabisch (Ta’izzi-Adeni- Arabisch) - ca. 6,76 Mio. (1996);
- Hadrami-Arabisch (Hadrami, Hadromi) - ca. 300.000 (1997);
- Jemenitisch-Judeo-Arabisch (Yemeni, Judeo-Yemeni-Arabisch) - ca. 1.000 (1995).
Jordanien:
- Süd-Levantine-Arabisch (Palästinensisch-Jordanisch-Arabisch) - ca. 3,5 Mio. (1997);
- Nord-Levantine-Beduinen-Arabisch (Ost-Ägyptisch-Beduinen-Arabisch)
- Najd-Arabisch - ca. 50.000.
Kuwait:
- Golf-Arabisch (Khaliji) - ca. 500.000 (1986).
Libanon:
- Nord-Levantine-Arabisch (Libanesisch-Syrisch-Arabisch (Syro-Libanesisch-Arabisch) - ca. 3,9 Mio.
Libyen:
- Libysch-Arabisch (Sulaimitisch-Arabisch) - 4,2 Mio. (1994).
Malta:
- Maltesisch- ca. 300.000 (1993).
Mauretanien:
- Hassaniya -Arabisch (Mauretanisch, Klem El Bithan, Hasanya, Hassani) - 2,475 Mio. (2002).
Marokko:
- Marokkanisch-Arabisch (Marokkanisch-Darija, Maghrebi-Arabisch, Maghrebinisch) - ca. 18,8 Mio. (1995);
- Hassaniya -Arabisch (Sahrawi, Maurisch, Sulaka, Hasanya, Hassani) - ca. 40.000 (1995).
Oman:
- Oman-Arabisch (Omani-Hadari-Arabisch) - ca. 720.000 (1996);
- Golf-Arabisch (Omani-Beduinen-Arabisch, Bedawi, Khaliji) - ca. 441.000 (1996);
- Dhofar-Arabisch (Dhofari, Zofari) - ca. 70.000 (1996).
Palästina-West Bank:
- Süd-Levantine-Arabisch (Palästinensisch-Jordanisch-Arabisch, Bedawi) - ca. 1,6 Mio. (1996);
- Nord-Levantine-Beduinen-Arabisch (Ost-Ägyptisch-Beduinen-Arabisch) - ca. 10.000 (1996).
Saudiarabien:
- Standard-Arabisch - ca. 206 Mio. (1999);
- Najd-Arabisch - ca. 8 Mio.;
- Hijazi-Arabisch (Hijazi, West-Arabisch) - ca. 6 Mio. (1996);
- Golf-Arabisch - ca. 200.000.
Sudan:
- Sudanesisch-Arabisch Sudan-Arabisch, Khartum- Arabisch) - ca. 15 Mio. (1991).
Syrien:
- Nord-Levantine-Arabisch (Libanesisch-Syrisch-Arabisch (Syro-Libanesisch-Arabisch, Syrisch-Arabisch) - ca. 8,8 Mio. (1991);
- Nord-Syrisch-Arabisch, Furati, Mesopotamien-Gelet- Arabisch) - ca. 1,8 Mio.;
- Najd-Arabisch (Bedawi) - ca. 500.000;
- Levantine-Beduinen-Arabisch (Bedawi) - ca. 70.000.
Tschad:
- Shuwa-Arabisch (Tschad-Arabisch, Chowa, Shua, Choa-Arabisch, Shua-Arabisch) - ca. 754.600.
Tunesien:
- Tunesisch-Arabisch (Tunisisch-Darija) - ca. 9 Mio. (1995);
- Judeo-Tunesisch-Arabisch - ca. 500 (1994).
Vereinigte Arabische Emirate:
- Golf-Arabisch (Khaliji) - ca. 744.000;
- Al-Shihuh Shihhi-Arabisch, Shihhi, Shihu, Shihuh) - ca. 5.000.
Zentralasien:
- Tadschikisch-Arabisch (Jugari, Bukhara-Arabischj) - ca. 1.000 in Tadschikistan und 5.000 in Afghanistan;
- Usbekisch-Arabisch (Kashkadarya-Arabisch, Jugari) - ca. 700 in Usbekistan;
- Nord-Mesopotamien-Arabisch (Syro-Mesopotamien-Vernacular-Arabisch) - ca. 400.000 in der Türkei (1992).
Südarabische Dialekte zwischen Hadramaut und Oman auf der Arabischen Halbinsel sind: Mehri, Shehri, Harsusi, Bathari, Hobyót und Soqotri (auf der Insel Soqotra) (–› auch unter Sudanaraber Beduinen Mauren ).
Als vor etwa 3.000 Jahren erstmals die Namen „aribu“ und „arabu“, was etwa „Nomade“ bedeutet, auftauchten, wurde damit ein Stamm Kamelreiter bezeichnet, der nur knapp 1.000 Mann stark war und aus der Syrischen Wüste kommend, die assyrischen Grenze verunsicherte. Der griechische Geschichtsschreiber HERODOT übertrug im 5. Jh. v. Chr. diese Bezeichnung auf alle Bewohner der Arabischen Halbinsel.
Nördlich der Wüste Rub al-Khali werden heute die dort lebenden Beduinen und südlich dieser Grenze wird hingegen die sesshafte Bevölkerung „al ‚arab = Wüstenbewohner“ genannt. Erst in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts erhielt die Bezeichnung „Araber“ im Zuge der panarabischen Bewegung politische Bedeutung. Eine ethnische Gliederung der Araber ist sehr problematisch, da ganz unterschiedliche Kriterien für die soziale Zuordnung eines Individuums entscheidend sein können.
Ein wichtiges Merkmal ist die Abstammung einer Person, wobei die beiden sagenhaften Urahnen der Nord- und Südaraber, Adnan und Kahtan, an der Spitze eines erdachten Stammbaumes stehen. Doch die Genealogie kann über diese historisch belegten Vorfahren hinaus erweitert werden. Auf solche Weise ist es möglich, interne, kleinere ethnische Differenzen zu überbrücken bzw. aufzuheben und sozialen Beziehungen eine verwandtschaftliche Bedeutung zu verleihen.
Außerdem können religiöse Gemeinsamkeiten dadurch hervorgehoben werden und bestehende Unterschiede verwischen. Etwa 92% der gesamten arabischen Bevölkerung sind Muslime, die anderen sind Christen, Drusen oder sie gehören einer regional begrenzten Minderheit an. Da die genealogische Geschichte der Araber älter ist als die der verschiedenen Religionsgemeinschaften, können religiöse Unterschiede bisweilen sogar aufgehoben werden.
Die Kenntnis der genealogischen Verbindungen war traditionell eine hochangesehene Wissenschaft. Die Abstammungsrechnung erfolgt patrilinear, d.h. jede Person sieht sich als Glied in einer Kette von Vorvätern und Nachkommen. Bis in die Neuzeit ist es in den arabischen Ländern üblich, den eigenen Namen mit dem des Vaters und seiner Vorväter zu verbinden, wobei die Länge einer solchen Namenskette über die soziale Bedeutung einer Familie Auskunft gibt. Geheiratet wird immer im Interesse des ganzen Hauses, d.h. des Familienverbandes.
In diesem Zusammenhang ist eine ungewöhnliche, im wesentlichen auf den arabischen Raum beschränkte Heiratsform zu verstehen, die sogenannte Parallelcousinenheirat, gemeint ist damit die Ehe mit einer Cousine väterlicherseits. Trotz einer zunehmenden religiösen und politischen Ideologisierung, die das Individuum stärker an den Staat oder an die Religionsgemeinschaft binden soll, spielen im alltäglichen Leben verwandtschaftliche Beziehungen weiterhin eine herausragende Rolle.
Die Geschichte der Bevölkerung Südarabiens ist über frühe Genealogien, aber auch über archäologische Funde aus dem 1. Jahrtausend v. Chr. belegt. Nichtarabische Quellen berichten von Saba als dem ältestem Reich und Zentrum des Karawanenfernhandels. Von dort führte die Weihrauchstraße über westarabische Oasen nach Gaza zum Mittelmeer, und vermutlich lag das Monopol der südarabischen Exportwaren damals in Saba. Umgekehrt gelangte über diese wichtige Handelsroute die Kenntnis der Zementherstellung aus dem nördlichen Palästina nach dem Süden, wo nun dadurch die für die intensive Landwirtschaft notwendigen Wasserspeicher und Dämme gebaut werden konnten.
Schon seit alters her lebten in diesem Teil Arabiens sesshafte Bauern, die in großen Familienverbänden organisiert waren, an deren Spitze eine Art Klanaristokratie stand. Nur sehr selten gelang es einem dieser Geschlechter, seine Macht über die Grenzen der Oasen auszudehnen. Vielmehr bestimmten kleine territoriale Einheiten das politische Bild. Allerdings gelang es den Südarabern, durch zahlreiche Gründungen von Kolonien auf die andere Seite des Roten Meeres, nach Afrika, zu expandieren. Im 4. Jh. n. Chr. folgte dann eine gegenläufige Eroberungswelle.
Amharen besetzten den Jemen, mit ihnen kamen Juden und Christen. Nach der sich daran anschließenden persischen Fremdherrschaft kam die Region erst im 7. Jh. n. Chr. unter A BU B AKR wieder unter arabische Kontrolle. In der durch zahlreiche Berge und Täler zerklüfteten und von ausgedehnten Wüsten durchschnittenen fruchtbaren Landschaft Südarabiens haben sich, trotz aller Vereinheitlichungen, die durch den Islam bedingt sind, bis in die heutige Zeit viele lokale Traditionen erhalten. Im Norden der Arabischen Halbinsel wurden im 1. Jahrtausend v. Chr. zahlreiche Nomaden, die noch heute dort umherziehenden Beduinen erwähnt.
Sie überfielen das alte Kulturland und erkämpften sich immer neue Weiderechte. Später nahmen sie sogar an militärischen Auseinandersetzungen der verschiedenen Staaten teil. Eine entscheidende Wende erfuhr aber die arabische Geschichte mit dem Auftreten des Propheten MOHAMMED. Er war im Jahre 622 n. Chr. aus Mekka geflohen und hatte in Medina das erste islamische Gemeindezentrum gegründet. Als das „Jahr 1 der Hedschra“ („hidschra = Auszug, Loslösung“) markiert es bei allen Muslimen den Anfang einer neuen Zeitrechnung und den Beginn der religiösen und politischen Vereinigung der verschiedenen arabischen Stämme unter einer Zentralregierung.
Den kriegerisch-religiösen Eroberungszügen der arabischen Stämme folgte bald die Gründung eines von Turkestan bis nach Spanien hin sich erstreckenden Reiches. Aus dieser Zeit und auch aus den späteren Eroberungszügen rühren die arabischen Enklaven in Nordafrika, Iran und Zentralasien her. Im 13. Jh. nahm der Einfluss der arabisch-islamischen Welt weiter ab, und im 16. Jh. setzte mit den Osmanen eine Zeit der bis ins 20. Jh. andauernden Fremdherrschaft ein. Die erste bedeutende Unabhängigkeitsbewegung ging von den Wahhabiten, die später das Königreich Saudi-Arabien gründeten, in der innerarabischen Wüste aus.
Seit Mitte des 19. Jh. kam es unter Berufung auf eine arabische Identität allerorten zum Widerstand gegen das Osmanische Reich. Nach dessen Zusammenbruch scheiterte jedoch der Versuch, einen arabischen Staat zu gründen, an der Kolonialpolitik Frankreichs, Englands und Italiens. Das arabische Nationalbewusstsein führte zur Förderung des Hocharabischen und der literarischen Vernachlässigung der arabischen Mundarten. Im Jahre 1945 wurde im ägyptischen Alexandria gegen den Versuch eines arabischen Zusammenschlusses unter Führung der mit England verbündeten Haschemiten-Dynastie, die Arabische Liga gegründet.
Alle Staaten, die durch ihre Religion und damit durch eine gemeinsame arabische Hochsprache miteinander vereint waren, sollten in ihr zusammengeschlossen werden. Zu den weit über 20 Mio. Arabern auf der Arabischen Halbinsel zählen u.a. die folgenden Stämme mit eigenen Dialekten:
- Anazah - am weitesten verbreitet, vor allem in den Wüsten der Halbinsel;
- Beni Schammar - in den westlichen Gebirgsstrichen;
- Metêr - im Najd (Nedjd);
- Beni Harb - südlich von Medina;
- Beni Otaiba - im Osten von Mekka und Taif;
- Thakif - bei Taif und in den Tälern der Ostseite der Bergkette von Hedschas;
- Beni Kahtân und Beni Sa’d - im Osten;
- Asir - zwischen diesen und der Küste;
- Beni Solaib - in der Syrischen Wüste;
- Huleimi - an den Küsten im Hedschas;
- Schumr und Achdâm - in Südarabien
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