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Apachen
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Eine bekannte, große nordamerikanische Bevölkerungsgruppe, dessen Sprache, das Apache, zu dem südlichen Zweig der athapaskischen Na-Dené-Sprachfamilie gehört. Die Apachen unterteilten sich in zahlreiche Unterstämme. Ihre Eigenbezeichnung ist „Ndé = Menschen“ bzw. „Shiesinté = Männer des Waldes“.
Das Wort „Apache“ bedeutet in der Pima-Sprache Feinde. Ihr Lebensraum waren hauptsächlich die Wüsten- und Steppengebiete der US- Bundesstaaten Arizona, New Mexico und Texas. Sie waren die Indianer, die sich von allen anderen Wüsten- Volksstämmen Nordamerikas am besten der ariden Zone anpassen konnten und waren sogar in der Lage, noch dort zu existieren, wo sogar Wüstentiere kaum eine Chance hatten. Den US-Truppen, von denen sie brutal verfolgt wurden, wie kaum ein anderer Stamm, leisteten sie am längsten und erbittertsten Widerstand.
Wenn sie verfolgt wurden, zogen sie sich in die nördlichen Berge von Sonora und Chihuahua im Norden Mexikos zurück. Einst lebten sie jenseits des oberen Rio Grande del Norte. Es war ein Land, wo sich Wüsten, Halbwüsten und Oasen abwechselten. Zahlreiche Apachen lebten am Quellfluss des Gila River und an den Ufern des Gila River. Sie bewohnten auch die Berge der unzugänglichen Sierra Madre, was für die Apachen das Kerngebiet ihrer Heimat war. Das Hochland der Sierra Madre besaß einen sehr großen Wildbestand an Hirschen, Rehen, Pekaris (Nabelschweine) und vielerlei Kleinwild.
Doch die Apachen waren nicht von jeher in dieser Gegend ansässig. Zusammen mit den ihnen verwandten Navajos wanderten die Apachen seit dem 13. Jh. von Norden her in die Steppen und Gebirge des Südwestens ein. Sie waren ursprünglich Jäger, die Bisons, Antilopen und Hirsche jagten sowie auch Sammler von Grassamen, Kaktusfrüchten, Mescalwurzeln und Mesquite-Körnern. Einige Gruppen der Apachen betrieben etwas Maisbau. Die östlichen Gruppen waren stark von der Plainskultur, später dann von den Pueblo-Indianern beeinflusst. Die heutigen Stämme – mit Ausnahme die Kiowa-Apachen – kannten früher keine zentrale Stammesorganisation, sondern sie lebten in autonomen Lokalgruppen, die sich nur gelegentlich unter einem Einflussreichen Häuptling zusammenschlossen.
Die Lokalgruppen der westlichen Apachen bestanden aus reinen Matriklanen und die Abstammungsrechnung der Chiricahua und der östlichen Gruppen war bilateral. Die Apachen waren im Südwesten das zahlreichste Volk. Um 1840 wurden sie noch auf 15.000 Personen geschätzt. Die Zahl der Stammesangehörigen hatte sich aber 1906 auf 6.000 reduziert. Sie wurden durch die Ausbreitung der Weißen immer weiter nach Westen in die Steppen zurückgedrängt. Bereits im Jahre 1598 beklagten sich die ersten spanischen Kolonialherren über die zahlreichen Überfälle der Apachen. Die
der Apachen waren die Cheyenne, Comanche und Teton-Dakota. Die gefährlichsten Feinde aber waren die Mexikaner, die für Apachen-Skalpe eine Kopfprämie zahlten. Ein Männerskalp brachte ihnen 100, ein Skalp einer Frau 50 und der eines Kindes 25 Dollar ein.
Dabei hatten die Apachen kein Interesse am Skalpieren. Im Sommer des Jahres 1837 gingen auch Amerikaner auf Skalpjagd gegen die Apachen und damit begann eine erbitterte Feindschaft zwischen ihnen. Bis zu dieser Zeit hatten sie die US-Amerikaner noch sehr geachtet. Die Apachen waren von jeher Nomaden, die in kuppelförmigen, grasbedeckten, meist nur brusthohen Strauchhütten (wickiup) wohnten und trugen zunächst Leder- später dann überwiegend Baumwollkleidung. Als der Wildbestand sich verringerte, stahlen sie Rinder, Schafe, Maultiere und sogar Pferde der Weißen. Neben Fleisch verzehrten die Apachen auch Kürbisse, Bohnen des Mesquitestrauches und Beeren, in Zeiten der Not auch Eicheln. Kannibalismus kannten die Apachen nicht. Sie besaßen eine kräftige, stämmige Figur und eine Körpergröße bis zu 170 Zentimeter.
Ihre Hautfarbe war mittelbraun bis gelblich-braun, das schwarze Haar wurde offen getragen und hing ihnen bis zur Schulter. Es wurde von einem Stirnband gehalten. Sie hatten breite Gesichter mit einem sehr ausgeprägten Mund und besaßen stark hervorstehende Backenknochen. Die Apache-Frauen waren besonders grausam. Dies zeigten sie vor allem gegenüber Gefangenen, wenn sie sich für den Tod eines Angehörigen rächten. Das wichtigste Kultritual bei den Apachen war die Mädchenpubertätszeremonie, wobei die Mädchen in die Gemeinschaft der erwachsenen Frauen aufgenommen wurden. Dabei verkleideten sich die Männer als Berggeister, wobei sie schwarze Masken und hölzerne Kopfaufsätze trugen. Vor der Ehe war Sex bei den Frauen ein schweres Delikt. Wurde ein Mädchen erwischt, so ließ sie ihr Vater öffentlich auspeitschen, um anderen ein abschreckendes Beispiel zu geben.
Neben der Jagd verlangte das Kriegshandwerk die meiste Energie des Stammes. Die Frauen unterstützten ihre Männer deshalb beim Kriegstanz und auch bei den Kriegsvorbereitungen. Die Apachen-Krieger wurden schon frühest möglich für den Kampf trainiert. Dabei erreichten sie eine unglaubliche Zähigkeit und Widerstandskraft. Um einen jungen Burschen abzuhärten, wurde er mit einem Mund voll Wasser in heißester Sonne mehrere Meilen vom Dorf entfernt in die Wüste geschickt, um bei seiner Rückkehr das Wasser wieder auszuspucken. Auch im Kurzstreckenlauf erreichten die Apachen eine sagenhafte Geschwindigkeit. Sie waren sogar in der Lage auf längere Zeit hin Reiter einzuholen. In ihrer Ausbildung als Krieger lernten sie auch Pfeilen auszuweichen, die auf sie abgeschossen wurden. Als Waffen dienten ihnen neben Pfeil und Bogen, Lanzen, Dolchmesser und der berüchtigte „Schädelbrecher“, eine Keule.
Der Tomahawk wurde von den Wüstenbewohnern abgelehnt wie auch später das Schild, welches sich als nutzlos erwies gegen Feuerwaffen. Die Präriestämme unter den Apachen, wie die Lipan, Jicarilla und Kiowa-Apachen verwendeten dagegen den Tomahawk. Die Apachenkrieger zogen einzeln oder in kleinen Gruppen ohne Häuptling in den Krieg. Großangelegte Kriegszüge wurden von einem mächtigen Häuptling angeführt. Neben Beute wurden oftmals auch Gefangene gemacht. Das Pferd war ihnen bei Raubzügen unentbehrlich. Die Apachen waren auch bekannt für eine sehr demokratische Gesellschaftsordnung. Wenn ein Krieger besondere Fähigkeiten aufwies, konnte er Häuptling werden. Ein Knabe blieb solange bei der Mutter bis er Krieger war. Wurde ein Krieger während eines Kriegszuges getötet, so wurde sein Name nach Rückkehr der Truppe noch einmal öffentlich aufgerufen und danach musste er für immer vergessen werden.
Ehrbegriffe oder auch Mannestugenden waren bei den Apachen nicht bekannt. Ihre Krieger gingen offenen Kämpfen meist aus dem Weg. Dafür griffen sie viel lieber aus dem Hinterhalt an, bevorzugten Überraschungsangriffe und bekämpften ihre Gegner mitleidlos auf jede Art. Nicht nur Apache-Frauen folterten auf grausamste Weise die Gefangenen, auch die Krieger beherrschten bestialische Foltermethoden. Wenn sie bei Überfällen auf eine Übermacht stießen oder ihnen starker Widerstand entgegengebracht wurde, ließen sie blitzschnell vom Feind ab und zerstreuten sich in alle Himmelsrichtungen. Bevorzugt für den Rückzug war unwegsames Gelände. Sie trafen sich dann wieder an einem zuvor ausgemachten Ort.
Die Apachen hatten auch einen besonderen Umgang mit dem Tod. Ein Grundsatz war, dass man sich z.B. nicht am Tod eines anderen bereichern durfte. Starb ein Apache, wurde sein gesamtes Hab und Gut verbrannt. Solche Gepflogenheiten wie „Erben“ und „Vererben“ waren ihnen völlig unbekannt. Wenn ein Apache jedoch Gegenstände seiner Vorfahren im Besitz hatte, so wurden sie ihm von diesen bereits zu Lebzeiten geschenkt aber auf keinen Fall nach ihrem Tod vererbt. Auch bei der Beerdigung wurde sich nur auf das Wesentlichste beschränkt. Sie fanden grundsätzlich nur im allerkleinsten Familienkreis statt und niemand sonst erfuhr jemals den Ort der Grabstätte. Der Name des Verstorbenen wurde mindestens ein Jahr lang nur in bestimmten Zeremonien, aber ansonsten überhaupt nicht ausgesprochen und auch nach Ablauf dieses Jahres taten sich viele Apachen auch weiterhin schwer, den Namen des Verstorbenen wieder in den Mund zu nehmen. Sie hielten die Erinnerung an diesen Menschen durchaus in ihren Erzählungen wach, aber eben ohne den Namen zu erwähnen.
Seit dem großen Aufstand der Pueblo-Indianer gegen die Spanier (1680), an dem sich vermutlich auch Apachen beteiligten und in den Besitz von Pferden und Gewehren gelangten, setzten sich die Apachen gegen die in den Südwesten einströmenden Anglo-Amerikaner erbittert zur Wehr, denn ihre Jagd- und Sammelgebiete waren zu bevorzugten Weideflächen der Viehzüchter geworden; und in den Bergen Ost-Arizonas kam es boomartig zum Abbau von Bodenschätzen.
Sie wurden als Gefangene nach Florida verbannt, die Männer nach Fort Pickens, die Frauen nach Fort Marion und später dann nach Fort Sill in Oklahoma deportiert, wo sie erst nach 27 Jahren wieder freigelassen wurden. Ein Drittel ließ sich in Oklahoma nieder, zwei Drittel zogen auf die Mescalero-Reservation. Heute leben insgesamt etwa 15.000 Apachen in Reservationen, wovon ca. 12.700 (1990) noch ihre Sprachen sprechen.
Folgende Unterstämme zählen dazu:
- Chiricahua (Bedonkohe) - einst in den Chiricahua-Bergen im südöstlichen Arizona (heute bei Fort Sill in Oklahoma);
- Cibeque-Apachen - nördlich des Salt River und westlich der Coyoteros;
- Gileños (Gilenjos, Gila-Apachen) - am Gila River, (heute in der Bedeutungslosigkeit versunken);
- Jicarilla (Xicarilla) - Eigenbezeichnung: „Ipa-n’de = Volk“ , in West- und SW-Texas sowie im Nordosten New Mexicos in puebloartigen Dörfern, (heute in einer Reservation bei Fort Webster);
- Kiowa-Apachen - Eigenbezeichnung: „Nadi-isha Dena = fürstliches Volk“ , Apachenstamm, der mit den Kiowas und später auch mit den Comanche zog, (heute in einer Reservation bei Fort Sill in Oklahoma);
- Lipans (Llaneros) - im Nordosten von New Mexico und Südwesten von Texas, (heute in einer Reservation in New Mexico);
- Mescaleros - zwischen dem Rio Pecos und den Sacramento Mountains, heute leben etwa 1.800 Sprecher einer ethnischen Population von rund 2.000 Angehörigen (1977) der Mescalero, inklusive 279 Chiricahua-Sprecher (1990) in der Mescalero Reservation in New Mexico;
- Mimbrenjos - Eigenbezeichnung: „Tci-he-nde = Rotgemalte Leute“ , SO-Arizona und SW-New Mexico;
- Mogollons - in den Mogollonbergen in Arizona; - Pinalenjos (Pinaleño, Aravaipa) - im südöstlichen Arizona, in den Pinalenjos-Mountains. Sie waren auch als „Mohave-Apachen“ bekannt. 1871 wurde ihnen beim Camp-Grant-Massaker durch weiße Siedler und Scouts der Papago-Indianer eine empfindliche Niederlage beigebracht;
- San-Carlos-Apachen - so wurden alle Apachen bezeichnet, die in der San-Carlos-Reservation am Gila River, Arizona lebten. Heute leben etwa 303 San-Carlos-Apachen im östlichen Zentral-Arizona, in verschiedenen Reservationen;
- Sierra-Madre-Apachen (Nednhi) - verstreut im mexikanischen Bundesstaat Sonora;
- Tonto-Apachen - nördlich des Salt River in den Mazatzal Mountains; - White-Mountains-Apachen (Coyoteros) - in den White Mountains nördlich des Gila River im Norden Arizonas, (heute in der Bosque Redondo Reservation in New Mexico).
Inzwischen haben sich die einzelnen Gruppen der Apachen an die neue Entwicklung im Südwesten der USA mehr oder weniger angepasst. Als Farmer, meist als Viehzüchter, aber auch in anderen Berufen – so z.B. bei der Bekämpfung von Waldbränden – sind viele von ihnen sogar recht erfolgreich geworden. Die Generation der Unterdrückten lebt heute nicht mehr, und die Jüngeren unter ihnen kennen nur die gegenwärtige bikulturelle Welt mit besseren Ausbildungs- und Bildungsmöglichkeiten.
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