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Aimak
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Hierbei handelt es sich um eine Konföderation mehrerer Stämme turko-mongolischer Abstammung im Westen Afghanistans, die zwischen der iranischen Grenze und dem Hazaradschat leben. Ihre Eigenbezeichnung ist „Aimaq“ bzw. auch „Tschahar Aimaq“. Es ist ein türkisch - mongolisches Wort und steht für den persischen Begriff „ilat = Stämme“ . Da in der mongolischen Sprache auch eine Verwaltungseinheit mit „Aimak“ bezeichnet wird, bestehen unterschiedliche Interpretationsmöglichkeiten.
So kann beispielsweise die Eigenbezeichnung der „Tschahar Aimaq“ (persisch: „tschahar = vier“) einerseits mit „vier Verwaltungsdistrikte“, andererseits im wörtlichen Sinne aber auch mit „vier Stämme“ übersetzt werden. Wahrscheinlich wurde dieser Begriff auch in timuridischer Zeit (14./15. Jh.) zur Gliederung der westafghanischen Gebiete eingeführt, und heute noch differenzieren sich die Aimak in die folgend genannten Stämme.
Zu ihnen gehören die über 180.000 Taimani im Süden der Provinz Ghor, die mehr als 80.000 Dschamschidi (Jamshidi, Yemchidi) im Norden der Provinz Ghor, die über 110.000 Firuzkohi ebenfalls im Norden der Provinz Ghor, die über 75.000 Taimuri (Timuri) im Westen der Provinz Herat, die über 70.000 Zuri (Zohri) in der Provinz Ghor, südlich der Taimani und die über 50.000 Aimaq Hazara oder Hazara von Qala-e Nau (die nicht zu verwechseln sind mit der zahlenmäßig weitaus stärkeren Gruppe der eigentlichen Hazara aus dem Hazaradschat!) in der Provinz Badghis.
Etwa weitere 15 Gruppen könnte man hinzuzählen. Sie werden alle mit dem Namen „Aimaq-e digar = die anderen Aimak“ bezeichnet. Dazu zählen die Maliki, Mishmast (Mizmast), Suri, Tahiri, Zainal, Khazara, Chinghizi u.a. Ihre Gesamtzahl wird allein in Afghanistan mit ca. 480.000 Menschen (1993) angegeben. Verschiedene Stämme der Aimak leben aber auch auf der iranischen Seite, verstreut im ostiranischen Khorasan, wo sie Berberi genannt werden. Ihre Anzahl wird heute auf über 120.000 Angehörige geschätzt. Sie sprechen eine zur westiranischen Gruppe gehörende iranische Sprache der indogermanischen Sprachfamilie, die der persischen Sprache ähnelt und sind sunnitische Muslime.
Die Aimak leben überwiegend als halbnomadische Viehzüchter und Ackerbauern. Den Winter verbringen die Familien in festen Siedlungen und im Sommer ziehen sie mit ihren Schafen und Ziegen auf die Sommerweiden. Dort leben sie überwiegend in mit buntem Filz bedeckten Jurten, mit Ausnahme der Taimani, und unterscheiden sich somit von den afghanischen Nomaden mit ihren schwarzen Zelten. Vor allem die südlichen Taimani sind fast Vollbauern und pflanzen Weizen und Gerste, oft auf bewässerten Feldern, und verbringen auch die Weidezeit direkt bei ihren festen Dörfern in Zelten.
Über die Herkunft der Aimak sind keine gesicherten Erkenntnisse bekannt. Eindeutig ist aber, dass es sich um Nachkommen verschiedener türkischer, persischer, mongolischer und arabischer Volksgruppen handelt. Fluktuationen auch innerhalb der einzelnen Gruppen sind belegt und machen die Frage nach ihrer Herkunft und Ethnogenese noch schwieriger. Hinzu kommt, dass sie noch ziemlich wenig erforscht sind. Das Siedlungsgebiet der Aimak kam erst Ende des 19. Jh. unter die Hoheit der zentralafghanischen Regierung von Kabul und wurde damit danach auch den paschtunischen Nomaden als Sommerweide eröffnet.
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